Busfahrer verweigert Service für Gehbehinderten
29.05.2012 | 15:17 Uhr 2012-05-29T15:17:00+0200
Witten. Nach 20 Uhr können Fahrgäste der Bogestra auch zwischen den Haltestellen aussteigen. „Von wegen!“ schimpft der halbseitig gelähmte Dr. Carsten Rensinghoff.
Er beschwerte sich in einem Brandbrief bei dem Verkehrsunternehmen, von einem Busfahrer schroff abgewiesen worden zu sein - mit der Begründung, der Bus habe schon Verspätung.
Der Wittener war auf dem Heimweg zur Sprockhöveler Straße. Rensinghoff nahm den 320er um 19.55 Uhr vom Rathaus. „Ich habe den Fahrer schon beim Einstieg gebeten, zwischen Tor Thyssen und Sprockhöveler Straße zu halten.“ So, wie es die Bogestra nach 20 Uhr anbietet. „Der Busfahrer schüttelte den Kopf. Er sagte, er habe fünf Minuten Verspätung“, erinnert sich der 43-Jährige. Der gelernte Sonderpädagoge, dessen linke Körperhälfte seit einem Unfall gelähmt ist, musste selbst die letzten Meter zu Fuß zurücklegen – von der Haltestelle „Tor Thyssen“ bis zu seiner Wohnung gegenüber der Aral-Tankstelle an der Sprockhöveler Straße. „Behindertenfeindlich“ sei das. Die Bogestra weist den Vorwurf zurück.
Das Aussteigen zwischen den Haltestellen ab 20 Uhr sei eine Serviceleistung, sagt Sprecherin Sandra Bruns. Ein Anrecht darauf gebe es nicht. „Der Fahrer muss entscheiden, ob die Verkehrssituation einen solchen Zwischenstopp zulässt.“ Die Sicherheit der Fahrgäste gehe vor. Auch bei Verspätungen könne der Fahrer den Halt verweigern.
Im konkreten Fall war der 320er wegen „Kemnade in Flammen“ offenbar brechend voll. Der Busfahrer habe sich dafür entschieden, der Mehrheit der Fahrgäste den Anschluss an weitere Busse zu garantieren, erklärt die Bogestra-Sprecherin. Direkt gegenüber der Wohnung von Carsten Rensinghoff hätte der 320er wohl ohnehin nicht halten können. Bruns: „Wir dürfen nicht in dem Ein- und Ausfahrtsbereich halten.“ In Kürze wolle man sich mit dem Kunden in Verbindung setzen. Bruns: „Vielleicht finden wir eine Lösung, damit so ein Vorfall nicht wieder passiert.“ Eine Möglichkeit sei etwa ein Stopp zwischen zwei Einfahrten.
10:09
Kritik an der Moderation wird also sofort blockiert?!
Schade, trotzdem war der Beitrag von reesinho blockiert.
Und jetzt viel Spaß beim Blockieren meines Kommentars :-)
08:53
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21:56
Ich habe unter dem Kommentar #9 geantwortet das dieser sehr gut formuliert gewesen ist und ich ihn nicht besser schreiben könne,kann mir mal der Moderator sagen warum diese Antwort blockiert wurde,bin ja Fan von Verschwörungstheorien aber das will ich ja wohl nicht hoffen.
[Ist nicht blockiert. Vielleicht verguckt, Cache zu voll,... wer weiß! Vielleicht auch Außerirdische - also nur für Ihre Verschwörungstheorie. - Moderation]
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19:51
Neben dem "Halten auf Zuruf" nach 20 Uhr bietet die BOGESTRA u. a. die Serviceleistungen "Anschlussgarantie" sowie das "Pünktlichkeitsversprechen".
Die Einzelheiten kann man hier nachlesen:
http://www.bogestra.de/qualitaet-service.html
Der Busfahrer hat sich zur Sicherung eines reibungslosen Betriebsablaufs dafür entschieden, aufgrund einer Verspätung keinen Zwischenhalt einzulegen, sondern seinen Fahrgästen problemlose Anschlüsse an andere Buslinien zu gewährleisten.
Ich kann daran nichts Behindertenfeindliches erkennen, zumal sich unter den anderen Fahrgästen möglicherweise auch gesundheitlich beeinträchtigte Personen oder Kinder befunden haben, für die eine verpasste Anschlusslinie in den Abendstunden gravierende Verspätungen von bis zu 60 Minuten bedeutet hätten.
Dem gegenüber steht ein maximal 200 m langer Fußweg, der tagsüber von Herrn Rensinghoff vermutlich auch bewältigt wird.
Rücksichtnahme ist keine einseitige Haltung, sondern sollte auf Gegenseitigkeit beruhen.
14:07
ist auch eine Lösung. Da nun aber die Diskussion mediale Aufmerksamkeit gefunden hat, wäre es sehr unklug da nachträglicher Zensur anzuwenden.
Von allgemeinem Interesse ist es durchaus noch einmal klar zu kommunizieren das der freie Ein- und Ausstieg im Bus eine Kann-Regel ist die sich betrieblichen Erfordernissen unterzuordnen hat.
Der zweite Diskussionsfaden geht darum ob mehrere Dutzend Leute Nachteile wegen eines einzelnen in Kauf nehmen müssen oder sollten. Die Frage geht weit über die Rücksichtnahme auf Behinderte hinaus.
Sie müssen an dieser Diskussion nicht teilnehmen, aber was ärgert Sie eigentlich so maßlos daran ? Zumal Sie namentlich auch nur die Diskutanten übelst beschimpfen die über die reine Beleidigung von Herrn Rensinghoff hinausgehen oder sogar ganz darauf verzichten.
Wann hab ich denn jemanden beleidigt?
da habe ich wohl bei den ganzen Geschmacklosigkeiten die Herrn Rensinghoff Überreaktion erklärbar machen übersehen, dass da noch ein harter aber fairer Kommentar zwischen war.
den fand ich dann doch überzogen.
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Warum wurde meine Antwort denn bitte blockiert, lieber Moderator?!
13:39
@ carstenrensinghoff
@p.s.a.
@Peter.Pass
Jungs, nehmt Euch ein Förmchen sowie eine Schüppe und dann könnt Ihr Euch im Sandkasten treffen, wie "echte große Jungs"! Ich schlage Euch den Hohenstein vor, da ist auch ein Kindergarten ansässig und es besteht ein ausreichender Auslauf.
@derwesten
Bitte löschen Sie den gesamten Thread mangels Nährwertes für die Allgemeinheit!
23:24
kann man wohl kaum an einer Regel aufzeigen, die gar nicht speziell für Behinderte gemacht ist. Es sei denn in einer vergleichbaren Situation wäre einem Nichtbehinderten der Ausstieg gewährt worden.
Wenn man also gegen unüberlegte Inklusion ist sollte man dann das auch klar benennen, und auch die richtigen Ansprechpartner finden, sonst kommt es zu unnötigen Missverständnissen.
23:18
Von einem promovierten Akademiker sollte mehr Weitsicht im Umgang mit seiner Behinderung zu erwarten sein.
In der Ablehnung eines freiwilligen Angebotes zum Ausstieg zwischen zwei Haltestellen eine Behindertenfeindlichkeit zu sehen, zeigt wie realitätsfern und verdrossen diese Person seine Umwelt wahrnimmt.
Der Herr erweckt geradezu den Eindruck, er warte stets auf eine neue Gelegenheit, um darin einen Angriff auf seine Person und seine Behinderung zu sehen.
Es ist geradezu beschämend, wie fanatisch eine Person mit seiner Behinderung umgeht, diese in den Vordergrund stellt und förmlich dazu missbraucht, das öffentliche Interesse auf sich zu ziehen.
Hätte der Busfahrer ihm beim Einstieg unaufgefordert angeboten, auch zwischen zwei Haltestellen zuhalte, so hätte Herr Rensinghoff wohl auch deswegen einen Brandbrief an das Busunternehmen und diese Zeitung geschrieben, um darin seinen Unmut über die ständig gutgemeinte Hilfsbereitschaft zu äußern
Danke ,hätte ich nicht besser formulieren können.
Schließe mich reesinho an, sehr gut geschrieben.
toll wie Sie sich mit den Lebenseinschränkungen Behinderter auskennen
19:13
Herr Pass, es geht mir um das Prinzip, wie mit Behinderten in diesem, unserem Land umgegangen wird. Ich bezeichne das - und das ist meine eigene Meinung und keine Behauptung tatsächlicher Art - gegenwärtig als soziale Euthanasie. Gerade wir Behinderten haben es - und das belegen ja auch die Kommentare - mit einer paternalistischen Unterdrückung zu tun. Jede und jeder weiß, was gut für uns Behinderte ist. Das meint übrigens auch die Behinderten-, Sonder-, Heil-, Rehabilitations-, neudeutsch Integrations- und Inklusionspädagogik. Das dem nicht so ist zeige ich halt an vielen Stellen auf.
für vomDach: Das Arbeitsthema meiner Dissertation lautet: Peer Support als neuropädagogische Maßnahme in der Habilitation schwer hirnverletzter Jugendlicher und junger Erwachsener im Übergang von der Ausbildung in das Berufsleben. Publiziert ist sie unter dem Titel Peer Support in der beruflichen Habilitation schwer hirnverletzter Jugendlicher und junger Erwachsener beim Verlag Dr. Müller.
15:08
Richtig, Dr. Rensinghoff!
Wozu all diese Aufregung?
Warum bloß kommt ein von Ihnen geschriebener "Brandbrief" an die BoGeStra aber auch umgehend in den Lokalteil der waz/wr? Na, weil Sie dafür gesorgt haben!
Sicher haben Sie auch Recht, dass man (freiwillige) Angebote seines Verkehrsunternehmens nutzen darf und auch sollte. Allerdings gibt es auch dort Einschränkungen, wobei die meisten schon von der Sprecherin der BoGeStra hinreichend und vor allem nachvollziehbar aufgelistet wurden.
Nicht, dass ich Ihnen hier Böses will: nein, das liegt mir absolut fern. Leider jedoch gibt es derartige Vorkommnisse bei JEDEM Verkehrsunternehmen in Deutschland täglich zuhauf. Zumeist regelt man das dann hausintern. Warum Sie jedoch stets die große Öffentlichkeit bemühen, wo es doch ein privates Problem ist/war, bleibt mir ein Mirakulum!
Meinereiner polarisiert auch ganz gerne, wie Sie aus meinen diversen Kommentaren ersehen können - aber ich würde mich NIE mit einer "Privatsache" an die Masse wenden.
Es ist ja keine "Privatsache." Das ist nun mal mir passiert und kann auch jeder und jedem anderen Gehbehinderten passieren, ist also ein generelles Problem. Für letztgenannten Fall empfehle ich den Betroffenen auch Öffentlichkeit herzustellen. Wir Behinderten werden leider immer noch zu sehr von der Mehrheitsbevölkerung unterdrückt (mein Doktorvater, Prof. Dr. Wolfgang Jantzen, drückte es mal für einen Beitrag "paternalistische Unterdrückung in Samthandschuhen" aus (Quelle: http://www.staff.uni-marburg.de/rohrmann/Gewalt/Landau.html)) und dürfen in vielen Fällen nicht unsere eigene Meinung sagen. Wenn wir es dann tun, erhalten wir einen Maulkorb oder werden in dezentral liegende totale Institutionen (Heime der Behindertenhilfe, n. GOFFMAN, STEINER) abgeschoben. Da können wir dann im Stadium der Fixierung kein Unheil mehr anrichten.
Vorgenanntes ist meine eigene Meinung - wenn mir diese in diesem Stadium noch zugestanden wird - und keine Behauptung tatsächlicher Art.