Bundeswehr ist was für Wittener Mädchen

Berufspräsenztag am Ruhr-Gymnasium in Witten
Berufspräsenztag am Ruhr-Gymnasium in Witten
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
44 Referenten und Aussteller stellten sich beim Berufspräsenztag am Ruhr-Gymnasium vor und umwarben die Schüler.

Witten..  Mädchen stehen in einem Zelt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Witten auf dem Schulhof des Ruhr-Gymnasiums (RGW) und unterhalten sich bei einer Tasse Tee mit den Rettern über ihre Zukunft: Das ist keine Unterrichtspause, sondern der 23. Berufspräsenztag der Schule. So informiert Benedikt Kurz vom Jugend-Rotkreuz über Auslandsjahre in Burkina Faso mit dem Programm „Weltwärts“. „Die Resonanz auf uns ist gut“, freut er sich.

Dabei geht es um die vielleicht wichtigste Entscheidung, die junge Menschen treffen: Was soll aus mir werden? Für diese Frage wurde der Berufspräsenztag etabliert. 44 Referenten und Aussteller stellen sich vor. Diese Zahl zeigt, dass Universitäten, Verwaltungen, Unternehmen und ebenso DRK, Bundeswehr und Feuerwehr frühzeitig Abiturienten umwerben. Für Schüler ab der 9. Klasse ist der Präsenztag Pflicht, erklärt Organisator Markus Krümpel.

Referenten mit Wurzeln vom RGW

Doch auch Achtklässler schwirren herum: Miriam Uhlstein, Jaqueline Elebracht, Maja Kopec, Leonie Schwab, Janina Brandenburg und Weronika Kaminska zum Beispiel versorgen Gymnasiasten und Aussteller mit Speis und Trank und gewinnen so gleich Eindrücke, was sie in einem Jahr erwartet.

So mancher Referent bekennt sich zu seinen Wurzeln am RGW: Christoph Sternberg hat dort vor zwei Jahren sein Abi gemacht und dann bei der Deutschen Bahn ein Duales Studium in Mannheim ergattert. Wenn andere vorlesungsfreie Zeit genießen, arbeitet der Wittener bei der Bahn – bekommt dafür aber ganzjährig ein Gehalt.

Auch Johannes Kobbeloer hat sein Abi am RGW gemacht: 2007. Nun wirbt er für die Uni Witten / Herdecke, wo er Wirtschaft studiert – mit einer Einschränkung: „Studiert nicht direkt nach dem Abi. Macht erst was anderes, zum Beispiel im Ausland.“

Alle Jobs sind Risikoberufe

Aus Hagen sind Corinna Peter, Regierungsamtsrätin ohne Uniform, und Kathi Ristow, Hauptfeldwebel in Uniform, angereist. Jeder aus den EN-Kreis, der zur Bundeswehr will, muss zu den beiden, erklärt Corinna Peter, während Kathi Ristow betont, dass alle Jobs bei der Bundeswehr Risikoberufe sind. Das Interesse ist trotzdem hoch – und bei Mädchen noch höher: Bei der zweiten Runde lauschen acht Jungs und 13 Schülerinnen den Ausführungen.

Jacqueline Probst hat sich schon mit Infos über ein Jura-Studium und Journalismus eingedeckt und will noch zur Polizei – nur sind die Beamten nicht da. So geht die 15-Jährige noch zum Raum der Uni Witten / Herdecke. Zwar hört sie interessiert zu, aber die Privat-Uni hat bei ihr schlechte Karten: „Meine Traumstadt ist eben Stuttgart.“