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Bürgermeisterkandidatin der SPD heißt Sonja Leidemann

14.08.2008 | 11:50 Uhr

SPD schwört Genossen bei Fahrt mit der Schwalbe auf einen „harten, aber erfolgreichen” Wahlkampf ein. Bürgermeisterin Sonja Leidemann einstimmig als Spitzenkandidatin für 2009 nominiert

Am Ende goss es zwar in Strömen. Doch das konnte die Freude einer überglücklichen Sonja Leidemann nicht trüben. Die Wittener Genossen hatten ihr gerade bei einer Fahrt auf der Schwalbe eindrucksvoll den Rücken gestärkt - indem sie sie einstimmig wieder als Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl im Juni nominierten.

Alle 23 Ortsvereine waren mit einem Delegierten an Bord - und alle 23 stimmten für die amtierende Bürgermeisterin Leidemann, die einzige Bewerberin um die Spitzenkandidatur. „Ich bin zutiefst gerührt”, sagte sie nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Sie rief den Genossen zu: „Gemeinsam sind wir stark!”

Geschlossenheit demonstrieren - das zog sich wie ein roter Faden durch die Kandidatenkür an diesem tristen Spätsommerabend. „Bei uns gibt es keine linken und rechten Flügel und keinen Streit”, sagte Stadtverbandschef Thomas Stotko. Man müsse in eine Richtung zu steuern, „damit das Schiff Kurs hält”. Mit einem Heidenspaß blicke er auf die anderen Parteien.

Die CDU erinnere ihn an die Titanic, sagte Stotko und spielte damit auf die Wechsel an der Parteispitze in den letzten Jahren sowie die Abgänge in der Fraktion an. „Alle hadern mit dem Kapitän”, meinte Stotko. Mit der CDU sei kein Staat zu machen. Ihr könne man weder die Führung der Stadt noch der Verwaltung anvertrauen. Und die FDP? „Sie scheint es gar nicht mehr zu geben”, sagte der SPD-Parteivorsitzende, der auch mit der Freien Listen abrechnete. Deren Fraktionschef Michael Hasenkamp, der mit einem Übertritt zu den Liberalen liebäugelt, nannte er einen blinden Passagier. „Er wechselt die Partei wie die Unterhosen.” Die SPD sei die einzige Fraktion, die mit 24 Mitgliedern im Rat geblieben ist.

Bürgermeisterin und Ratsfraktion hätten in den letzten Jahren viel angepackt und dazu beigetragen, die Stadt weiter nach vorn zu bringen, sagte Stotko. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Richter schloss sich dem gerne an. „Wir kämpfen gemeinsam dafür”, sagte er an die Adresse Leidemanns, „dass du in den nächsten Jahren wieder Bürgermeisterin bist und in gleicher Weise die Stadt führst.” Richter sagte einen schweren, „aber auch erfolgreichen” Wahlkampf voraus.

Die Kommunalwahl sei gleich der Auftakt für insgesamt drei Wahlen, erinnerte die heimische Bundestagsabgeordnete Christel Humme. Es gelte, so Humme mit Blick auf die Bundestagswahl im September 2009, ein Durchregieren Merkels zu verhindern.

Im Mittelpunkt stand an diesem Abend aber die Kommunalwahl. Bürgermeisterin Sonja Leidemann zog eine erfolgreiche Bilanz ihrer bisher vierjährigen Amtszeit: Neue Firmen angesiedelt (Faiveley, Bauhaus), Uni gerettet, Stadtgalerie eingestielt . . . - wenn man wolle, könne man auch ohne Geld viel bewegen. Am Ende sollten die Genossen „Himmelslaternen” aufsteigen lassen, verbunden mit einem guten Wunsch. Doch dafür regnete es viel zu stark. Als schlechtes Omen wollte das aber niemand verstanden wissen.

Jürgen Augstein

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Kommentare
15.08.2008
08:35
Bürgermeisterkandidatin der SPD heißt Sonja Leidemann
von g.s.c. | #4

Ich stimme p_s_a voll zu!!! Noske ist für mich alles andere als ein guter Bürgermeisterkandidat.
Nicht zuletzt deswegen, weil er Witten vermutlich dann genauso regieren würde, wie er seine andere Behörde leitet. Da denke ich, daß das früher oder später zur Unfriedenheit führen würde.

15.08.2008
08:22
Bürgermeisterkandidatin der SPD heißt Sonja Leidemann
von Michale Gebhard | #3

125 Jahren erfolgreiche Politik für Witten, die Bilanz der SPD.
Dieses bedeutet aber auch 125 Jahre zur Schaffung excellenter Seilschaften innerhalb der Verwaltung und den Eigenbetrieben.

In der heutigen Zeit sollte der Wähler den Mut haben, das Ruder auch mal einer/einem Neuen zu übergeben. Dieses gilt für beider großen Parteien. Ständiger Eintopf lockt niemanden hinter dem Ofen hervor, sondern spiegelt sich im Wahlverhalten beser in der Verweigerung zur Politik wider.

14.08.2008
19:40
Bürgermeisterkandidatin der SPD heißt Sonja Leidemann
von Dr. Carsten Rensinghoff | #2

Hat Witten weitere 5 Jahre Führungsschwäche und Missmanagement verdient, wobei ja der Mist im Beschwerdemnanagement aufgefangen wird?! Gerade bei der Teilhabe Behinderter lässt die Bürgermeisterin es an Feingefühl fehlen. Will sie doch einem Schwerbehinderten den Behindertenparkplatz wegnehmen. Das die Bürgermeisterin ihren Laden nicht im Griff hat sieht man auch an der Untätigkeit der Baufirma an der Sprockhöveler Straße. Letztere hat die Bauarbeiten angefangen, sich aber dann wohl schöneren Dingen zugewandt. Für eine benachbarte Rollstuhlfahrerin und für die vielfach gehbehinderten Anwohner ist der Weg über die jetzt bestehendeStolperstrecke keine Wohltat. Eine ordentliche Bürgermeisterin hätte der Baufirma Druck gemacht oder ihr den Auftrag entzogen. Es gibt ja wohl noch andere Bauunternehmen, die Geld verdienen wollen.

14.08.2008
18:49
Bürgermeisterkandidatin der SPD heißt Sonja Leidemann
von p_s_a | #1

So unscheinbar wie sie in den vergangenen Jahren auch war, trifft sie mit Noske auf einen Gegner, der schon zum Auftakt mit seinem Kommentar zum technischen Rathaus zeigte das eine Karriere in einer Behörde, noch dazu in einer die ständig mit dem Bodensatz der Gesellschaft zu tun hat, keine Empfehlung für ein Amt ist, in dem er als Bediensteter seiner Bürger in deren Sinne handeln muss.

Da versprach er doch Bürgernähe abzubauen um Kosten zu sparen. Was denkt der Mann ? Ist die Arbeitszeit des Bürgers die er in unnötigen Warteschlangen verbringen nichts wert ? Für viele Behördengänge wird für die Bürger die außerhalb der Stadtgrenzen arbeiten sogar ein Urlaubstag fällig.

Nein so einfach wie in einer Befehlskettenbehörde ist das wirkliche Leben nicht. Hier wäre vielleicht angebracht darüber nachzudenken, wie man Effizienzsteigerung und Bürgernähe zusammenbringt.

Ein Bürgermeister der von vorneherein Kosteneinsparungen mit Serviceeinschränkungen gleichsetzt hilft seinen Chefs - den Bürgern der Stadt - nicht wirklich.

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