Brillante Klänge beim Klavierfestival Ruhr

Das „Klavier-Festival Ruhr“ ist alljährlich ein herausragendes pianistisches Musikfest im Ruhrgebiet. Zur Freude des Wittener Publikums fand jetzt auch wieder ein Konzert im Haus Witten statt. Am Dienstag präsentierte sich das Klavierduo Ya-Fei Chuang/Robert Levin im ausverkauftem Konzertsaal mit einem erlesenen Programm aus klassischer und romantischer Zeit.

Der amerikanische Pianist Robert Levin ist für die Gestaltung ungewöhnlicher und selten zu hörender Werke bekannt, die einem programmatischen Schwerpunkt folgen. Für den Wittener Abend wählte das Duo das Motto „Der nordische Ton“. Zusammen mit seiner früheren taiwanesischen Schülerin Ya-Fei Chuang spielten die Musiker zu Beginn Mozarts Klaviersonate Nr.15 in der Bearbeitung für zwei Klaviere von Edvard Grieg.

Die spannende Frage war: Klang dies klassisch oder romantisch – wie Mozart oder wie Grieg? Die Antwort ist keine Überraschung. Es blieb unverkennbar Mozart, wenn auch die Handschrift des norwegischen Komponisten mit seinem erweiterten Klangreichtum immer präsent war, zu Lasten der leicht schwebenden und luftigen Klänge mozartscher Kompositionskunst.

Künstler mussten zweiZugaben geben

Dann aber stand die Romantik im Vordergrund. Mit den tonmalerischen Sätzen „Aus dem Volksleben“ von Grieg bewies Ya-Fei Chuang ihre Qualitäten als versierte Pianistin und künstlerische Persönlichkeit. Einfühlsam oder auch knorrig zeichnete sie den rauen Charme der norwegischen Landschaft und den oft derben Humor ihrer Menschen nach.

Zum Abschluss spielte sie die „24 Préludes op. 28“ von Fréderik Chopin. Die Zahl 24 steht für alle Dur- und Moll-Tonarten des Notensystems. So verschieden wie die Tonarten sind auch die Stimmungen: fröhlich, traurig, dramatisch oder melancholisch. Energiegeladen oder auch traumverloren nahm Ya-Fei Chuang die gebannten Zuhörer mit auf eine Reise durch Höhen und Tiefen menschlicher Empfindungen.

Das Publikum war begeistert und entließ die Künstler erst nach zwei Zugaben.