Brigitte Lorenz sang nicht nur für ihren Michi

Brigitte Lorenz trat mit ihrer Band „Best before“ in der Alten Post auf.
Brigitte Lorenz trat mit ihrer Band „Best before“ in der Alten Post auf.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Voice-of-Germany-Finalistin Brigitte Lorenz begeisterte in der „Alten Post“ und widmete ihrem verstorbenen Mann ein Lied.

Witten..  „Ohne Euch geht gar nichts!“, rief Brigitte Lorenz ihren Fans am Freitagmittag in der „Alten Post“ zu. Mit ihrer Band „Best Before“ sorgte sie zweieinhalb Stunden für eine rockig-soulige Weihnachtsmatinee.

Die Stimmung in der gut besuchten Kultkneipe war vom ersten Ton an ausgelassen. Die Band: Udo Külpmann (Bass), Klaus Kottmann (Schlagzeug), Valentin Riedel (Keyboard) und Wolfgang Günther an der Gitarre. Die Gäste sangen mit und tanzten ausgelassen. „Es hätten gern noch 20 Leute mehr sein können“, meinte Wirt Martin Wottrich.

Gekommen waren die, die Weihnachten „mit einem tollen Konzert endlich hinter sich lassen wollten“, wie Stammgast Peter Piotrowski (54) meinte. Seit sechs Jahren geht er mit seiner Frau am zweiten Feiertag in die „Post“. Zum Tina- Turner-Hit „The Best“ oder der abgewandelten Version von Chuck Berrys „Roll Over Beethoven“ konnte nach Herzenslust abgerockt werden. Ruhiger wurde es selten. Höchstens einmal bei „What’s going on“ von Marvin Gaye oder der Rhythm & Soul-Hymne „Stand by me“. Ansonsten galt das Motto: „I love Rock ‘n’ Roll“. Bässe und Schlagzeug sorgten in der Kneipe für einen starken Sound, bei dem die Stimme der „Voice-of-Germany“-Finalistin richtig zur Geltung kam. Da ging die Post schon mittags mächtig ab.

Im Unterschied zur Musik-Karriere von Brigitte Lorenz. „Nach dem TV-Auftritt hatte ich noch ein halbes Jahr gut zu tun“, blickt die 44-Jährige auf das Jahr 2013 zurück, das sie bundesweit berühmt machte. „Danach flachte das dann schnell ab. Zur Zeit habe ich auch nichts Größeres in Aussicht“, bedauert sie.

Die Musik half ihr über den Verlust

Aus ihrem großen Traum wurde somit vorerst nichts. Dennoch zeigt sich die Wittenerin kämpferisch: „Ich liebe die Musik und werde mit meiner Band immer weiter spielen.“ Brigitte Lorenz fügt hinzu: „Das bin ich meinem verstorbenen Mann schuldig. Der Michi hätte das so gewollt.“ Die Musik habe ihr enorm geholfen, den Schmerz des Verlustes zu verkraften, sagt sie.

Ihrem erst vor vier Wochen verstorbenen Mann widmete sie am zweiten Weihnachtstag auch das letzte Lied der etwas anderen Matinee: „Tell me what you want“. Sie weiß: „Es war sein Lieblingslied.“