Bogestra und VER setzen ihre Fusionsgespräche fort

Die Bogestra bestreitet einen großen Teil des ÖPNV in Witten. Zu den längsten Linien zählt der 320er.
Die Bogestra bestreitet einen großen Teil des ÖPNV in Witten. Zu den längsten Linien zählt der 320er.
Foto: Walter Fischer
Was wir bereits wissen
Die große Bogestra ist nicht abgeneigt, mit der VER aus Ennepetal in den Bus zu steigen. Bis Ende 2016 soll klar sein, wohin die Reise geht.

Witten..  Fusionsgespräche zwischen der Bogestra und Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) nehmen wieder Fahrt auf.

Schon Ende letzten Jahres wurden erste Gespräche zwischen Vertretern des EN-Kreises, der Bogestra und VER über eine mögliche Zusammenarbeit geführt – mit dem Ziel, wie es in einer Mitteilung heißt, das Verkehrsangebot im EN-Kreis zu verbessern bzw. den ÖPNV auf mittlere Sicht „wirtschaftlich und zukunftsfähig zu gestalten“. Gerade die VER stehe unter hohem Kostendruck und soll durch eine Kooperation oder Fusion wieder in sichereres Fahrwasser kommen.

Bogestra-Standort in Witten spielt eine Rolle

Ein Gutachten schlägt eine „VERneu“ mit einer Beteiligung der Bogestra bzw. einen Zusammenschluss beider Unternehmen vor. Aus Sicht der Bogestra ist eine engere Verflechtung möglich, auch unter dem Gesichtspunkt, dass sie schon einen Betrieb in Witten unterhält und durch den „starken verkehrlichen Bezug“ wirtschaftliche Vorteile für beide Betriebe zu erzielen seien.

Nachdem der Kreistag Ende März 2015 den Wunsch zu einer engeren Zusammenarbeit einstimmig ausgedrückt hat, haben die beiden Partner in den zurückliegenden Wochen erste Detaillierungsgespräche aufgenommen. Klar sei bereits heute, dass gemeinsam eine Projektstruktur aufgebaut werde, um Felder einer Kooperation bzw. Fusion näher auszuloten Ein mögliches Engagement der Bogestra im EN-Kreis bzw. als Gesellschafter der VER dürfe aber keine finanzielle Mehrbelastung für Bochum und Gelsenkirchen mit sich bringen, so die Bogestra. Eine ausreichende Finanzierung sei eine weitere Voraussetzung.

2019 wird Auftrag für ÖPNV neu vergeben

Auf Grundlage der Ergebnisse von Arbeitsgruppen soll bis spätestens Ende 2016 mit allen Gesellschaftern eine Entscheidung über die genaue Ausgestaltung der Kooperation getroffen werden. Dies betrifft nicht nur die Art der Zusammenarbeit, sondern auch einen politischen Beschluss über die Gesellschafterstruktur und Managementverantwortung des neuen Unternehmens.

Diese Schritte sind laut Bogestra bis Ende 2016 deshalb erforderlich, weil der Kreis bzw. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr in der ersten Jahreshälfte 2017 eine EU-weite Vorabbekanntmachung im Hinblick auf den im Jahr 2019 zu vergebenden neuen öffentlichen Dienstleistungsauftrag veröffentlichen muss. Die damit verbundenen Anforderungen für Fahrplan und Standards sollen im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplans formuliert werden, die ebenfalls Ende 2016 abgeschlossen sein soll.