Bogestra: 180 Millionen Euro fehlen für Investitionen

Schon viele Unterstützer: Bogestra und Verdi sammeln Unterschriften für eine bessere Finanzierung des Nahverkehrs. Gestern machten sie Halt in Witten.
Schon viele Unterstützer: Bogestra und Verdi sammeln Unterschriften für eine bessere Finanzierung des Nahverkehrs. Gestern machten sie Halt in Witten.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Bogestra benötigt 180 Millionen Euro für Infrastrukturerneuerungen im Nahverkehr bis 2025. Aktionstag mit Verdi am Kornmarkt.

Witten..  „Rettet Bus und Bahn!“: Mit diesem Appell machten Bogestra und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf dem Kornmarkt auf den ihrer Meinung nach unterfinanzierten öffentlichen Nahverkehr aufmerksam. Die Bogestra beziffert den Erneuerungsbedarf allein in ihrem Bereich (Bochum, Gelsenkirchen, Witten) bis 2025 auf 233 Millionen Euro, wovon 180 Mio nicht gedeckt seien.

Mit einem „Unterschriften-Bus“ waren die Gewerkschaft und das Verkehrsunternehmen gekommen, um auf dem Kornmarkt Unterstützer für ihr Vorhaben zu sammeln. „Wir brauchen eine zukunftsfähige Infrastruktur“, mahnt Gewerkschaftssekretär Jürgen Schirmer. Auf einer Folie, die über den Bus gezogen wurde, konnten Bürger ihre Unterschrift und damit ein Zeichen für eine bessere Finanzierung von Bus und Bahn setzen. Neben Witten steuerte der Bus auch die Bahnhöfe in Bochum und Gelsenkirchen sowie den Bogestra-Betrieb in Engelsburg an, wo Fahrdienst- und Werkstatt-Mitarbeiter und Azubis unterschreiben konnten. Viele Unterschriften kamen in Witten bei strömendem Regen nicht zustande.

Mehr Geld vom Bund gefordert

Wie wichtig der Bogestra die Aktion und damit mehr Investitionsgelder sind, verdeutlicht das Unternehmen mit Zahlen. „Der Erneuerungsbedarf zum Erhalt des jetzigen Zustandes für unsere ortsfeste Infrastruktur des Straßen- und U-Bahn-Systems beträgt zwischen 2014 und 2025 deutlich über 200 Millionen Euro“, sagt Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann. „Nur gut ein Viertel können wir selbst finanzieren – für den Rest fehlt die Finanzierungsbasis.“ Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen fordert darum vom Bund, Geld beizusteuern.

Verdi-Sekretär Jürgen Schirmer befürchtet, „dass die unzureichende Finanzierung des Nahverkehrs zu Einschränkungen im Angebot führen könnte. Wachsenden Städten droht zudem ein Verkehrskollaps, falls sie den Nahverkehr nicht ausbauen können“. Die Unterstützer-Unterschriften, die Gewerkschaft und Bogestra sammeln, sollen dem Bundesfinanzministerium übergeben werden.