Bochumer Künstlerin stellt „Kubus“ in Witten aus

Ein riesiger Kubus aus weißen Holzlatten umschließt die Installation von Künstlerin Doreen Becker.
Ein riesiger Kubus aus weißen Holzlatten umschließt die Installation von Künstlerin Doreen Becker.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Die Galerie Haus Herbede präsentiert in ihrer neuen Schau Werke der Bochumer Künstlerin Doreen Becker. Als Rahmen für ihre Installation gestaltete sie einen großen Würfel.

Witten..  Der hintere Raum der Galerie Haus Herbede ist abgedunkelt. Strahler beleuchten den mehr als mannshohen Würfel aus dünnen Holzbalken. Der „Kubus“ ist das Herzstück der neuen Ausstellung der Bochumer Künstlerin Doreen Becker.

Mitten im Kubus befindet sich eine Installation aus zwölf filigranen Silikon-Streifen, die transparent und leiterförmig an kaum sichtbaren Fäden herabhängen. Das milchig bis durchsichtige Material wirkt bei näherem Betrachten fasst fließend. Auf dem Boden des Kubus bildet eine Folie Strukturen, die die Künstlerin gedanklich mit Wasser oder Eis verbindet.

Mehrere Stunden Arbeit stecken in jeder der Silikon-“Leitern“: Zwei mit handelsüblichen Handwerkerspritzen aufgetragene Silikonschnüre werden durch kleinere Stege miteinander verbunden. „Ich mag es, mit ganz einfachen Alltagsmitteln etwas zu gestalten“, erklärt Becker. Was sie für Installationen benötigt, findet sie meist im Baumarkt. „Da halte ich mich oft länger auf als mein Mann.“

Herstellung ist nicht ungefährlich

Ganz ungefährlich war die mühsame Arbeit an den Silikongebilden aber nicht. Die dabei freiwerdenden Dämpfe und Gerüche seien stark auf die Atemwege geschlagen. „Ein Leben für die Kunst“, schmunzelt die 49-jährige Bochumerin. Die genauen Abläufe bei der Herstellung der Silikonstreifen bleiben aber ihr Geheimnis. Dem weich schimmernden Ergebnis jedenfalls sieht man den Aufwand nicht an. Durch die Strahler beleuchtet, bricht das farblose Material prisma-ähnlich das Licht und glitzert unauffällig in verschiedenen Farben.

Etwa 13 Zentimeter breit sollen die Streifen sein. Die Zahl ist Doreen Becker wichtig. Sie sei keineswegs negativ behaftet: „In unserer Familie ist auch Freitag, der 13., ein Glückstag.“ Auch bei anderen Arbeiten im ersten Raum der Galerie findet sich die 13 wieder, etwa in Formatgrößen.

Auf Pappe sind hier die Vorüberlegungen zur Installation erkennbar. In ihrem letzten großen Projekt hatte sie sich mit dem Thema Baum auseinandergesetzt und – wegen ihrer Vorliebe für Schwarz und Weiß – zu Birken gearbeitet. Aus den Bäumen in der Landschaft entstanden, weitestgehend stilisiert, die allgegenwärtigen senkrechten Streifen. Wie für jeden Farbauftrag verwendet Doreen Becker hierfür Spachtel statt Pinsel, mit denen sie die Acrylfarbe auf die teils ungerahmte Pappe aufträgt.

Zwei kleine Modelle im Raum zeigen bereits Ideen für weitere Großinstallationen: einen mit Schnüren umspannten Kubus und einen weiteren, in dem erneut Silikonfäden hängen. Das Thema lässt Becker nicht los. „Der nächste Kubus soll im Freien stehen“, erzählt sie. Denkbar seien auch zwei Gerüste übereinander. „Ob man dafür einen Kran braucht?“

INFO: Die Ausstellung eröffnet diesen Sonntag, 14.6., um 11 Uhr in der Galerie Haus Herbede, Von Elverfeldt-Allee 12. Kunsthistorikerin Britta Koch wird dabei ein Gespräch mit der Künstlerin führen.

Die Ausstellung ist bis zum 5. Juli zu sehen. Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa von 16-18 und So von 11-17 Uhr.