Bochumer Biomüll landet in Witten

DIe Biogasanlage in Witten (Bebbelsdorf).
DIe Biogasanlage in Witten (Bebbelsdorf).
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
AHE gewinnt Ausschreibung für 18 000 Tonnen. 3000 Lkw fahren nun zusätzlich zur Biogasanlage im Bebbelsdorf.

Witten..  In Witten wird ab 2015 auch der Grünschnitt und der Biomüll Bochumer Bürger vergärt und in Strom umgewandelt, sowie Flüssigdünger für die Landwirtschaft oder Kompost für Gärten hergestellt. Die AHE GmbH aus Wetter hat die entsprechende Ausschreibung der Stadt Bochum für sich entschieden.

3000 Lkw zusätzlich

Für einen Preis von insgesamt 845 750 Euro übernimmt und verwertet die AHE nun ein Jahr lang Grünabfälle. Laut AHE-Prokurist Johannes Einig seien dies 18 000 Tonen. Damit würden 3000 Lkw mit Müll die Anlage im Wittener Norden zusätzlich anfahren. Bislang werden dort etwa 25 000 Tonnen Biomüll verarbeitet, die jährlich im EN-Kreis anfallen. Pro Jahr wurden so knapp fünf Millionen Kilowattstunden Strom produziert.

Bochum hat keine Braune-Tonnen-System, wie man es aus Witten kennt. Lebensmittelreste etwa landen hier im Restmüll. Garten- oder Grünschnitt bringen die Bochumer freiwillig zu den Werkstoffhöfen. Von dort wird dieser dann zur Wittener Vergärungsanlage gefahren.

Ist das nicht Mülltourismus? Einig verneint dies: Bislang wurde der Bochumer Grünschnitt nur kompostiert. Dafür hatte 2014 die Stadttochter USB je nach Marktlage immer wieder unterschiedliche Abnehmer mit dem Bioabfall angefahren. Umweltpolitisch sei aber laut Landesregierung eine Weiterverwertung der Abfälle gewollt – in einer Vergärungsanlage wird der Müll erst zu Gas, dann in Strom umgewandelt. Die 2012 für 16 Mio Euro errichtete Anlage im Bebbelsdorf sei für Bochum die nächstmögliche Vergärungsanlage.