Blutspender bleiben zu Hause

Spendetermin in der Sparkasse: Heike Kriehmig vom Roten Kreuz nimmt Martina Klug Blut ab. Später wird es auf Krankheiten untersucht.
Spendetermin in der Sparkasse: Heike Kriehmig vom Roten Kreuz nimmt Martina Klug Blut ab. Später wird es auf Krankheiten untersucht.
Foto: WAZ

Witten..  Schlechte Nachricht für Patienten, die Blut benötigen: Im EN-Kreis wurde vergangenes Jahr deutlich weniger gespendet als 2013. Besonders bei der universell einsetzbaren Blutgruppe 0 negativ sieht es schlecht aus. Der Blutspendedienst West (BSDW) schlägt Alarm.

Ließen sich im EN-Kreis (ohne Witten) 2013 noch 7681 Menschen Blut „abzapfen“, waren es im 2014 nur 6949. In Witten sind die Zahlen zwar nicht so dramatisch. Einen Rückgang gibt es aber auch hier: von 4125 auf 4077. Dabei wird gerade jetzt dringend Blut benötigt. „Viele wollen über die Weihnachtstage nicht operiert werden und verlegen ihre OP auf die ersten drei Monate im nächsten Jahr“, erklärt Heinz Kapschak, Vize-Sprecher des Blutspendedienstes West.

„Das ist erschreckend“

Ziel des BSDW ist, Reserven von vier bis fünf Tagen im Rücken zu haben. Bei der genannten knappen Blutgruppe 0 negativ, die etwa sechs Prozent der Deutschen haben, ist es nicht mal mehr eine Tagesreserve, die vorhanden ist. Kapschak: „Das ist erschreckend. Ein Drei-Tagesvorrat wäre gut, damit wir alle Krankenhäuser ausreichend damit versorgen können.“

Ein Grund für den drastischen Rückgang im EN-Kreis ist auch die Zurückhaltung von Neuspendern. 64 Neulinge weniger kamen zum Blutspenden (von 1200 auf 1138), daran kann auch das Mini-Plus in Witten (568 auf 570) nichts ändern. Die „Blutarmut“ kommt bei den Wittener Krankenhäusern (noch) nicht an. „In der Regel sind genug Blutkonserven vorhanden“, betont Dr. Thomas Meister, Chefarzt der Intensivmedizin im Ev. Krankenhaus. Alexandra Witte-Lack, Laborleiterin des Marien Hospitals, sagt: „Die Versorgung mit Blutkonserven ist jederzeit gewährleistet. Im klinikeigenen Blutdepot werden Blutkonserven in ausreichender Menge vorgehalten.“ Die vorgehaltene Anzahl richte sich nach der Zahl der Patienten und deren Erkrankungen.

Schonendere Operationsverfahren

Geliefert werden die Konserven unter anderem vom BSDW, der sie zentral in Hagen lagert. Ein Grund warum die niedrigen Spenderzahlen den Krankenhäusern bislang wenig Sorgen bereiten, ist, dass weniger Konserven benötigt werden. „Aufgrund verbesserter Methoden und schonenderer Operationsverfahren ist der Bedarf an Blut deutlich zurückgegangen“, erklärt Dr. Meister vom Ev. Krankenhaus.

Das heißt aber nicht, dass man sich zurücklehnen könne, warnt Heinz Kapschak. Jährlich benötige der Blutspendedienst, zuständig für NRW, Rheinland Pfalz und das Saarland, immer noch 900 000 Spenden. „Und wenn es auf der A1 einen schweren Unfall gibt, muss genug Blut vorhanden sein.“