Blutprobe bringt endgültige Entwarnung

Wie im Hollywood-Film: Mitarbeiter der mobilen Dekontaminationsstation müssen auf dem Parkplatz der Schwelmer Klinik Überdruck-Schutzanzüge  anziehen.
Wie im Hollywood-Film: Mitarbeiter der mobilen Dekontaminationsstation müssen auf dem Parkplatz der Schwelmer Klinik Überdruck-Schutzanzüge anziehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Im Süd-Kreis sahen Mediziner Ebola-Verdacht gegeben. 22-Jähriger hat aber zum Glück nur Fieber. Er wird jetzt in Witten behandelt

Witten/Gevelsberg/Schwelm..  Der Ebola-Verdacht bei einem 22-jährigen Asylbewerber aus Guinea sorgte in der Nacht zum Montag für einen Ausnahmezustand an der Unterkunft des Mannes in Gevelsberg und am Helios-Krankenhaus in Schwelm. Am Montagmorgen wurde er auf die Infektionsstation des Evangelischen Krankenhauses (EvK) in Witten verlegt – zu diesem Zeitpunkt hatte die Kreisverwaltung den Ebola-Verdacht bereits „als nicht begründet“ eingestuft.

Als mögliche Erkrankung galt zwischenzeitlich eine Meningitis. Die Untersuchung der Blutprobe, die mit dem Polizeihubschrauber von Schwelm nach Marburg geflogen wurde, brachte aber am frühen Nachmittag die letzte Bestätigung: Der Mann ist weder an Ebola erkrankt, noch an Malaria oder Meningitis. Er hatte lediglich Fieber.

Seit 16 Wochen in Deutschland

„Dem Mann geht es so weit gut“, sagte Joachim Abrolat (46) gegen Mittag, „er befindet sich in keiner kritischen Situation.“ Der Verwaltungsdirektor des Evangelischen Krankenhauses stellte noch einmal klar, „dass der Mann nie nach Witten transportiert worden wäre, wenn zu diesem Zeitpunkt auch nur der geringste Verdacht bestanden hätte, dass er sich mit Ebola infiziert hat.“ Das EvK besitzt die einzige ausgewiesene Infektionsstation im EN-Kreis, doch dürfen auch hier nur Patienten mit Krankheiten der Isolierstufe B behandelt werden – etwa Tuberkulose. Bei Verdacht auf Ebola müssen Patienten mit einem speziellen Isolierrettungswagen in die Uniklinik Düsseldorf verlegt werden.

Im südlichen EN-Kreis hatten sich die Ereignisse am späten Sonntagabend überstürzt. Nachdem ein Mitbewohner Alarm geschlagen hatte, holten Rettungsdienst und Feuerwehrmänner den 22-Jährigen aus seiner Unterkunft in Schwelm. Er hatte hohes Fieber. Auf dem Weg ins Schwelmer Helios-Klinikum schöpften die Mediziner den Verdacht, dass der 22-Jährige, der weder deutsch, noch englisch, noch französisch spricht, mit Ebola-Virus infiziert sein könnte. Sie aktivierten den Notfallplan.

Der Krankenwagen wurde im Innenhof des Schwelmer Krankenhauses isoliert, der 22-Jährige durfte diesen nicht verlassen. Auf dem Parkplatz wurde eine Dekontaminierungsstation errichtet. Parallel nahm der Krisenstab des Ennepe-Ruhr-Kreises seine Arbeit auf und begann, zum Leben des Asylbewerbers zu recherchieren. Das Kreisgesundheitsamt teilte um 5.17 Uhr am frühen Morgen mit, dass der Mann erstmals 2013 nach Deutschland eingereist war. Seit etwa 16 Wochen soll er nicht mehr in Afrika gewesen sein. Eine äußerst beruhigende Information, denn die Inkubationszeit für Ebola beträgt maximal 21 Tage.

Etwa zwei Stunden später wurde der Mann mit dem Rettungswagen ins Ev. Krankenhaus nach Witten gefahren.