Wie bewerbe ich mich...
Bloß kein Ganzkörperfoto auf dem Deckblatt
22.01.2010 | 17:38 Uhr 2010-01-22T17:38:00+0100
Witten. Das Bewerbungsanschreiben gehört nicht in die Mappe. Im Lebenslauf dürfen keine überflüssigen Angaben stehen. Unternehmensberater Claus Müller-Thurau sagt, wie eine gute Bewerbung aussehen sollte und wie man vermeidet, dass der Personalchef richtig wütend wird.
Bewerbungen habe ich in meinem Leben schon einige geschrieben. Für Jobs, Praktika, ein Volontariat. Wie so eine Mappe aussehen muss, wusste ich nicht. Ich habe mich da immer auf mein Gefühl verlassen. Wie sehr das täuschen kann, zeigte mir Personalprofi Claus Müller-Thurau.
„Das ist schon mal ein fetter Minuspunkt”, sind seine ersten Worte beim Blick auf meine Mappe. Der Bewerbungstext sollte eine Seite nicht überschreiten. Meiner ist länger. Schließlich hatte ich doch so viele gute Gründe, warum ich genommen werden sollte. „Sie haben offensichtlich nicht die Zeit gehabt, uns ein kurzes Anschreiben zu formulieren”, dämpft der Personalberater meine Begeisterung.
Der zweite Blick, der nächste Fehler: Das Bewerbungsschreiben gehöre nicht in die Mappe, sondern lose obendrauf. „Das zeigt die Eigentumsverhältnisse”, sagt Müller-Thurau. „Der Lebenslauf und die Zeugnisse gehören Ihnen, die Bewerbung mir.”
Einen Pluspunkt sammele ich für meine schlichte Mappe mit durchsichtigem Deckblatt und einfachem Klippverschluss. Man sieht sofort, was drin ist. „Bloß keine dreiteiligen Mappen”, sagt er. „Für Personaler ist das eine Heimsuchung.” Zu umständlich sei das System bei diesen Heftern, die man erst auseinander klappen muss, die aber trotzdem als Bewerbungsmappen verkauft werden. Auch wichtig: „Bloß kein Deckblatt und um Himmels willen keine Ganzkörperfotos.”
Im Betreff angeben, wofür man sich bewirbt
Aber nun zum Inhalt. Vielleicht kann ich da Punkte sammeln. Nein. Gleich der nächste Fehler: der Betreff. Da sollte laut Müller-Thurau genau beschrieben sein, worauf ich mich bewerbe, wie ich auf die Anzeige gekommen bin oder ob es eine Bewerbung auf eigene Initiative ist. Der Personalberater müsse sofort Bescheid wissen, wenn er die Betreff-Zeile liest. „Wir suchen Leute, die uns helfen, Prozesse zu optimieren”, erläutert er.
Besonders kreativ müsse das Schreiben nicht beginnen. Der ideale Start für ihn: „Ihr Angebot habe ich mit Interesse gelesen und deshalb bewerbe ich mich um diese Aufgabe.” Folgende Fragen müssten beantwortet werden: Was kannst du (Fachkompetenz)? Wer bist du (Eigenschaften)? Was willst du (Motivation)? Für den Personaler sei wichtig: Stimmt der Ton, ist das Schreiben strukturiert und fehlerfrei? Ich wollte mit all den Daten meiner bisherigen „Karriere” glänzen. Doch die finde man auch im Lebenslauf, ernüchtert mich der 62-Jährige. Dass ich an der Uni war, solle ich zwar ruhig erwähnen. Aber von wann bis wann und wo – das müsse hier nicht unbedingt stehen. Zur Form: Linksbündige Schrift wirke persönlicher als Blocksatz.
Ein Passfoto rechts oben auf den Lebenslauf
Nun der Lebenslauf. Ins obere rechte Eck neben den persönlichen Angaben gehört das Passbild. Hab ich gemacht, gut. Schlecht: Dass ich vor „Kathrin Feldhofer” noch „Name:” schrieb, sei völlig überflüssig. Gleiches gelte für „Geburtstag” und „Anschrift”. „Ich sehe doch, dass Kathrin Feldhofer Ihr Name ist.” Außerdem gehöre bei einer deutschen Bewerbung das aktuellste Datum nach unten.
Hinter den tabellarischen Lebenslauf habe ich Kopien von Zeugnissen geheftet. Natürlich nur die Besten. „Völlig falsch”, sagt Müller-Thurau. Sämtliche Zeugnisse müssten beigefügt werden. Sonst denke der Personalchef sofort, dass die fehlenden schlecht waren.
Mit den Bewerbungsunterlagen, die der Experte aus Hamburg zerpflückt hat, hatte ich mich vor ein paar Wochen um ein Stipendium beworben. Am Freitag kam die Zusage.
12:36
Einige Punkte sind richtig, wie Mappe und Ganzkörperfoto ( es gibt bei den Fotos Ausnahmen).
Auch die Länge des Anschreibens ist richtig.
Die Abgedroschene Einleitung Ihr Angebot habe ich mit Interesse gelesen und deshalb bewerbe ich mich um diese Aufgabe ist suboptimal und unnötig. Interesse wird vorausgesetzt, das ich mich bewerbe sieht man bereits. Der Lebenslauf sollte mit dem aktuellsten Datum OBEN beginnen ( bei Berufserfahrenen Bewerbern) , denn der letzte Job ist das stärkste Argument und von höherer Bedeutung als die Tätigkeiten von anno tuc.
Die beste Seite zu Bewerbungen, die ich kenne und mir erfolgreich zu einem guten Job verholfen
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Herr Winkler wird zwar kontrovers diskutiert, hat jedoch den höchsten Erfolg in der Branche und ist vergnüglich zu lesen.
Und wenn der Herr auf dem Bild oben Herr Claus Müller-Thurau ist, sollte er sich mal eine Frisur machen lassen und den Gesichtsteppich entfernen, denn das sind mittlerweile in allen Arbeitsbereichen No Go`s, es sei denn, man ist Rocker oder hat keine weiteren Refugien, seinen Machtansprüchen Geltung zu verleihen.
Den Hinweis zu quergestreiften Krawatten, die altersbedingt schon auf Rückseiten russischer Ikonen abgebildet wurden, erspare ich mir.