Blockaden in Witten auflösen, zusammen feiern

Frisch zubereitet: Die Mitglieder der Gemeinde Fatih Camii in Herbede boten den zahlreichen Besuchern süße und herzhafte Speisen an.
Frisch zubereitet: Die Mitglieder der Gemeinde Fatih Camii in Herbede boten den zahlreichen Besuchern süße und herzhafte Speisen an.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Tag der offenen Tür bei der Gemeinde Fatih Camii in Herbede. Kontakt zur christlichen Kirche ist gut. Angst vor einem Anschlag gibt es nicht.

Witten.. Der himmlische Geruch süßen Gebäcks liegt in der Luft. Auch die Augen erfreuen sich an einer wahren Vielfalt hübsch dekorierter und frisch zubereiteter Speisen. Zum zwölften Mal öffnete die türkisch-islamische Gemeinde Fatih Camii in Herbede ihre Türen und gab Interessierten verschiedener Kulturen einen Einblick.

„Wir möchten, dass Nachbarn und alle, die sonst noch Interesse haben, unsere Gemeinde kennenlernen, Blockaden auflösen und zusammen feiern“, sagte Suhat Gülsever, Sprecher der Gemeinde. Zurzeit gebe es dort rund 200 Mitglieder, davon seien etwa 80 Frauen. Der Kontakt zu anderen Gemeinden im Ortsteil, gerade zur evangelischen Kirche, sei gut. Sogar ein gemeinsames Chorprojekt sei in Planung. Angst habe man, auch nach dem Brandanschlag auf die Sultan Ahmet Moschee an der Wideystraße, nicht. „Was da an der anderen Moschee passiert ist, ist gar nicht typisch für Witten. Es passiert und hat uns sehr betrübt, aber ein Gotteshaus ist unantastbar. Das Zusammenleben der Kulturen in der Stadt ist sonst herzlich“, so Gülsever.

Frische Zubereitung der Speisen

Dass das Fest auf großes Interesse der Nachbarn im Ortsteil traf, zeigte sich an den Besucherströmen auf dem Platz vor der Moschee. Dort waren bereits Freitag mehrere Stände mit Essen aufgebaut. Alles selbstgemacht. An anderen Ständen gab es Bücher, Haushaltsgeräte und Spielzeug. Sogar eingerollte Teppiche lehnten an der Zeltwand. Bei der Verlosungsaktion war als Hauptpreis eine Reise in die Türkei zu gewinnen. Außerdem gab es noch eine Tombola mit kleineren Gewinnen wie Bügelbrettbezügen, aber auch Smartphones und Tablets. Um die Moschee auch als Nicht-Gemeindemitglied näher anzuschauen, wurden Besichtigungen der Gebetsräume für Frauen- und Männergruppen angeboten.

Die meisten Besucher machten es sich während der drei Tage auf dem Platz vor der Moschee im Sonnenschein gemütlich, gern mit einem Teller verschiedener türkischer Spezialitäten in der Hand. Denn Auswahl für den kleinen und großen Hunger gab es genug. Gebäck mit Haselnüssen, Walnüssen und Pistazien lockten die Besucher an die Stände. Auch die Auswahl an herzhaften Speisen war groß. Die Besucher konnten bei deren frischer Zubereitung zusehen. Ayca Bayrak reichte Künefe über die Verkaufstheke, die sie zusammen mit ihrer Mutter vorbereitet hatte. Künefe seien gebackene Teigfäden mit Mozzarella und Zuckersirup, erklärte sie. Türkischer Mokka durfte dazu auch nicht fehlen.

Ein Bühnenprogramm mit traditionellen Tänzen und einer Folkloregruppe rundete das Festprogramm stimmungsvoll ab.