Blitzknatterböller auf dem Wittener Ladentischen

Böllerkauf für Silvester: Auch um Kiosk bei Gorgis Daud gibt es eine reiche Auswahl.
Böllerkauf für Silvester: Auch um Kiosk bei Gorgis Daud gibt es eine reiche Auswahl.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Seit gestern ist der Verkauf von Feuerwerk erlaubt. Zu den beliebten Wittener Silvesteraccessoires zählen aber auch Glücksschweinchen und Gesellschaftsspiele.

Witten..  Seit gestern ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern erlaubt. Und was machen die Wittener? Beäugen das Sortiment, vergleichen Preise, gekauft wird aber meist auf den letzten Drücker. „Immer in der letzten Minute. Das ist seit der WM typisch Deutsch“, sagt Händler Gorgis Daud mit verschmitztem Lächeln.

Im Kiosk des 51-jährigen gebürtigen Irakers an der Bahnhofstraße stapeln sich zurzeit Raketen-Pakete: „Von 4,50 bis 19 Euro, der Preis ist den Leuten wichtig.“ Bis Silvester will er das Sortiment verkauft haben. „Sonst geht es zurück und ich hab’ zwanzig Prozent Verlust.“

Trend zum „Systemfeuerwerk“

Der Preis entscheidet: Vater Peter Richter, der mit seinen Söhnen Niklas (15) und Timo (14) im Kaufhaus Gassmann Böller und Raketen, aber auch Luftschlangen aus der Spraydose begutachtet, bekennt: „Wir haben ein Budget von 20 Euro. Der Rest wird verfuttert.“ Stefanie und Ilona Lenz kaufen für die ganze Familie ein – Feuerwerk und Partyartikel dürfen bis 100 Euro kosten.

In der Galeria Kaufhof bietet man auch Feuerwerk an, das nicht ganz billig ist: Für knapp 60 Euro etwa erhält man ein „Systemfeuerwerk“, das in 160 Sekunden 293 Schüsse abfeuert. Vati muss also nur einmal das gefährliche Zündschnürlein anbrennen (mancher wird das sehr bedauern). „Der Trend geht ganz klar zum Systemfeuerwerk“, sagt Geschäftsführer Oliver Klein. „Einmal anzünden, lange Spaß.“ Das gilt wahrscheinlich auch für die einen Meter lange Wunderkerze, die er gerade hochhält: „Damit hoffe ich zu Hause Eindruck schinden zu können.“ Abteilungsleiterin Beate Mikat setzt noch auf andere Silvesteraccessoires: Da türmen sich Schweinchen und Kleeblättchen, Sektchen und Knabberspaß. Genannt: das „Glückssortiment“. Zunehmend verkauft Mikat aber auch Gesellschaftsspiele. „Zum Beispiel Tabu, eher die lustigen Sachen. Das kommt immer mehr.“

Luftrüssel und Partypopper

Gucken wir ins „Glückssortiment“ bei Gassmann. „Teufelsheuler“, „Blitzknatterböller“, „Luftrüssel“ und „Partypopper“ sind da zu finden. „Aber die Leute mögen die bekannten Sachen“, sagt Verkäuferin Tomris Dogan. „Knallteufel, Raketen, Bleigießen, sowas“. Doch auch, wenn der ein oder andere Böller schon am Montag zu hören war, abgebrannt werden dürfen Feuerwerkskörper nur am 31. Dezember und 1. Januar.

Zu Unfällen mit Böller, Kracher und Co. kommt es alljährlich. „Für uns ist das Standard, ähnlich wie der brennende Grill im Sommer“, sagt ein Mitarbeiter der Wittener Feuerwehr. Klaus Dreisbach von der Bezirksregierung Arnsberg warnt vor Feuerwerkskörpern ohne Zulassung: Wichtig seien das CE-Zeichen und eine Zulassungsnummer der Bundesanstalt für Materialprüfung. Etwa BAM-F2-0001 oder 0589-F2-0001. Noch zwei Tipps von Dreisbach: „Mehrschussbatterien“ sollte man so aufstellen, dass sie nicht umfallen können. „Einmal angezündet, lassen sie sich nicht mehr stoppen.“ Besonders gefährlich sei auch das Aufsammeln nicht explodierter Böller. Hier sind die Zündschnüre meist komplett abgebrannt, so dass ein weiterer Versuch oft zur sofortigen Explosion führt.