Blau-Weiße heizen den Rot-Weißen ein

Jetzt geht’s richtig los: Im Ratskeller herrschte prächtige Stimmung. Das Trio „Magicmusik“ aus Wuppertal spielte auf.
Jetzt geht’s richtig los: Im Ratskeller herrschte prächtige Stimmung. Das Trio „Magicmusik“ aus Wuppertal spielte auf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Närrischen Abend der KG Rot Weiß Witten sind auch andersfarbige Karnevalisten willkommen. Diese bringen außerdem die Musik mit.

Indianer, Clowns, Prinzessinnen, überall rot-weiße Ballons und Dekoration im Ratskeller: Mitten im Geschehen jedoch, ein großer Tisch mit blau-weiß gekleideten Narren! Wer hat sich da in Wittens Narrenhochburg verirrt? „Wir sind gut befreundet mit der KG Rot Weiß und besuchen uns immer gegenseitig“, stellt Kai Thiele (24), 2. Vorsitzender der KG Treuer Husar aus Wuppertal, klar. Auch ein Gastgeschenk haben sie dabei: ihre eigene Stammband „Magicmusik Wuppertal“.

Pünktlich um 19.11 Uhr soll der Startschuss für den Närrischen Abend fallen. Die Wartezeit vertreiben sich die Besucher mit deftigem Essen, Bier und in geselligen Runden. In der Zwischenzeit saust ein „Rot- Weißer“ von Eck zu Eck: Andreas Bergstein, 1. Vorsitzender, spricht locker und fröhlich, aber eine gewisse Anspannung kann er trotzdem nicht verbergen. „Ich hoffe auf eine gute Show, viel Spaß und vor allem auf glückliche Besucher, und dass alles gut geht“, sagt er. Nicht dass noch etwas dazwischen kommt. Seine Frau, Präsidentin Susi Bergstein, Wittens Obernärrin also, ist ausgerechnet heute nicht mit dabei: „Es hat sie total erwischt, sie liegt krank im Bett“.

Pünktlichkeit wird überbewertet

Es ist so weit. Andreas Bergstein, bewaffnet mit einem Mikrofon, tritt vor das Publikum. Pünktlich um 19.11 Uhr. Doch der erwartete Startschuss fällt nicht. „Pünktlich kann jeder!“, scherzt er. „Wir müssen leider um zehn Minuten verschieben, wir warten noch auf eine Tanztruppe aus Bocholt.“ Den Jecken scheint das jedoch nichts auszumachen, die Laune ist gut, das ist die Hauptsache. Selbst die jüngsten Besucher quengeln nicht. Ein kleines „Marienkäfer-Baby“ liegt seelenruhig in Papas Armen.

Um 19.25 Uhr der zweite Versuch: Diesmal läutet Bergstein sichtlich erleichtert den Einmarsch seiner Karnevalsgesellschaft ein. Unter kräftigem Applaus marschieren die Rot-Weiß-Mitglieder stolz durch die Menge, geradewegs in Richtung Bühne. Geschafft! Andreas Bergstein bedankt sich und begrüßt die kostümierte Meute. Spätestens bei der ersten Showeinlage sind die Strapazen wie weggeweht. Die kleine Emily Bresser (fünf) ist das jüngste Mitglied und gerade mal seit drei Wochen ein Tanzmariechen der Gesellschaft. Ihre Tanzeinlage lässt ist anrührend – sie Herzen der Zuschauer fliegen ihr zu.

Was wäre eine Närrische Sitzung ohne das Mitsingen und Schunkeln? Für das vollständige „Karnevalgefühl“ sorgt Sängerin Sandy G an diesem Abend? Selbstbewusst und bestimmt animiert sie die Anwesenden. Alle fassen sich, wie es sich gehört, an den Händen oder haken sich beieinander ein und schunkeln zu Sandys Gesang.

„Nach Plan läuft oder lief es vielleicht nicht, aber wir haben alle Spaß“, meint Andreas Bergstein. Worum sollte es auch sonst in der fünften Jahreszeit gehen?