Bis dass die Prämie sie scheidet
09.02.2009 | 13:23 Uhr 2009-02-09T13:23:00+0100
2500 Euro Zuschuss vom Staat locken bisherige Altmetall-Fahrer in Scharen in die Autohäuser. Auf preiswerte Kleinwagen und Billigmodelle müssen Kunden inzwischen monatelang warten.
In den Wittener Autohäusern geben sich die Kunden die Klinke in die Hand. Sie wollen sich möglichst schnell von ihrem alten „Möhrchen” trennen und 2500 Euro Abwrackprämie kassieren. Auf preiswerte Kleinwagen müssen Interessenten inzwischen monatelang warten.
Gefragt sei alles unter 10 000 Euro, sagt Friedrich Schumacher, Verkaufsberater bei Auto Witzel. Vor allem die Dacia-Modelle und die Renault-Kleinwagen Twingo und Clio gingen weg wie warme Semmeln. Egal ob Jahreswagen, Tageszulassung, Leasing-Rückläufer oder Neufahrzeug. „Hauptsache, schnell verfügbar. Die Kunden haben gewartet wie beim Arzt.” Nach dem Höhepunkt in der vergangenen Woche sei es mittlerweile etwas ruhiger geworden, sagt Schumacher. Ein Grund dafür: Die Lieferzeit für die gefragtesten Modelle betrage inzwischen vier Monate. Bis dahin könnte der Prämienkuchen längst verteilt sei
Auch der VW-Kleinwagen Fox sei zurzeit vergriffen, sagt Markus Jansen vom Autohaus Kogelheide. Fünf Monaten müssten Interessenten zurzeit darauf warten. Manche gäben deshalb lieber etwas mehr aus als ursprünglich geplant, nutzten Finanzierungsangebote und kauften den etwas größeren Polo, erklärt Jansen. Bis hin zum Golf habe die Nachfrage durch die Prämie spürbar angezogen. „Bei den größeren Modellen eher nicht.” Im Schnitt gäben die Kunden etwa 16 000 bis 17 000 Euro aus.
Auch Premium profitiert
Auch an den Händlern, die Premium-Fahrzeuge vertreiben, geht der durch die Abwrackprämie ausgelöste Nachfrageboom nicht spurlos vorbei. Bei BMW Ernst seien schon über 15 Autos zusätzlich verkauft worden, sagt Verkaufsleiter Jörg Becker. Dabei interessierten sich die Kunden vor allem für den Mini und das BMW-Einstiegsmodell 116i. Bisherige BMW-Fahrer seien in der Regel nicht darunter, so Becker. „Die wenigsten unserer Kunden fahren alte BMW.”
Beim Mercedes-Jahreswagenhändler Eickelkamp wird auch der ein oder andere alte Benz abgewrackt, erzählt Verkäufer Lars Miekley. „Diese Kunden haben aber schon vorher überlegt, ob sie ein neues Auto kaufen”, sagt Miekley. „Die 2500 Euro haben jetzt den Ausschlag gegeben.” In dem Fall darf es auch eine E-Klasse sein, die kurz vor der Ablösung steht und deshalb als Jahreswagen günstig zu haben sei. Ansonsten gingen die A-Klasse und der Smart sehr gut.
Die Händler gehen nicht davon aus, dass der Markt erst recht zusammenbrechen wird, wenn die Fördergelder verteilt sind. „Für uns ist das jetzt ein Zusatzgeschäft”, sagt Friedrich Schumacher von Auto Witzel. Markus Jansen von VW Kogelheide sieht das genauso. Außerdem sei die Situation in Witten nicht mit der in vielen größeren Ruhrgebietsstädten zu vergleichen: Den großen Einbruch im vergangenen Jahr habe es hier nicht gegeben.
07:34
Wann begreifen endlich unsere Politiker da umweltkonformes Verhalten nicht allein vom Fahrzeug abhängt, sondern insbesondere von der Kilometerleistung. Die Abwrackprämie ist ökologischer Unsinn, da zum einen nicht auf verbrauchsarme Fahrzeuge abgestellt und zum anderen der gesamte Verwertungsprozess ökologisch nicht bewertet wird. Eine Abschaffung der KFZ-Steuer würde nicht nur zu einem Minderaufwand innerhalb der Verwaltungen führen, sondern hätte bei Umlage auf den Mineralölpreis auch den Effekt, dass Vielfahrer mit einem entsprechend höheren Aufschlag belohnt würden.
09:25
Recht hast Du! Aber Deutschland bleibt und ist leider ein Autolobbystaat :-(. Ich hätte auch gerne 200Euro für ein neues Fahrrad gehabt, das wäre ökoligisch am sinnvollstem gewesen. Dat schöne, unsere Steuergelder dieser Abwrackprämie landen in eh Rumänien bzw. Frankreich :-) (Dacia, Renault), und wer zahlt später diese Schulden ab, WIR alle in Deutschland.
Ob die mir demnächst auch ne Abrwackprämie für nen neuen LCD-TV geben werden, meine alte Röhre zu Hause erfreut sich nämlich immer noch bester Gesundheit!
Oh man, unsere Politiker...Abwrackprämie als ökoligisch verkaufen *brech*
23:30
Diese Prämie ist ökologisch. ja sogar wirtschaftlich einfach nur das absolute Grauen!
Absolut brauchbare Fahrzeuge werden aus dem Verkehr gezogen - Stichwort Wegwerfgesellschaft!
Kurzfristig wird der Autoindustrie geholfen, doch sogar schon mittelfristig bleiben ihre Strukturprobleme, wie die Entwicklung innovativer, preisgünstiger, umweltschonender Fahrzeuge bestehen!