Betrunkener Vater schlug Lehrerin
11.02.2009 | 16:31 Uhr 2009-02-11T16:31:00+0100
Betrunken in die Schule, Kinder verängstigt, eine Lehrerin geschlagen: Dafür musste jetzt ein Vater vor Gericht büßen.
Die Karnevalsfeier in der Aula neigte sich dem Ende zu, als der betrunkene Wittener (47) am Rosenmontag vor zwei Jahren in die Schule kam und wartende Eltern anpöbelte. Als die stellvertretende Schulleiterin den Mann, dessen heute zehnjähriger Sohn die Schule besucht, aufforderte, das Gebäude zu verlassen, beschimpfte er sie und schlug ihr mehrmals auf die Oberarme.
Gestern verurteilte das Schöffengericht des Amtsgerichts den 47-Jährigen, der aus der Türkei stammt, wegen Körperverletzung zu 500 gemeinnützigen Arbeitsstunden und einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die auf Bewährung ausgesetzt wird. Doch nicht nur die Tat an sich, die Vorstrafen des Angeklagten sowie eine damals noch laufende Bewährungsfrist führten dazu, dass die Schöffen und Richter Grewer eine Freiheitsstrafe statt einer sonst üblichen Geldstrafe verhängten. Es sind die Begleitumstände der Tat und dass sich diese in einer Schule, einem besonders geschützten Bereich, ereignete.
Denn nachdem die 41-jährige Konrektorin den 47-Jährigen mit der Hilfe von Kolleginnen aus dem Gebäude geschafft hatte, hielt sich der Mann weiter in der Umgebung auf. Kinder, die die Schulen verließen, kehrten nach Aussagen der betroffenen Lehrerin, zwei weiterer Kolleginnen und der Hausmeisterin weinend zurück. Sie hätten den Angeklagten mit einem Messer gesehen. Auch die Konrektorin sagte aus, dass der Mann draußen ein Messer in der Hand gehalten habe. „Der Vorfall war noch lange Gesprächsthema”, sagte die Pädagogin, die nach der Tat psychologisch betreut wurde, gestern vor Gericht.
Der Angeklagte selbst gestand die Tat nicht. Auch dass er ein Messer mitführte, leugnete er vor Gericht. Per Dolmetscherin ließ er ausrichten, dass er die Pädagogin nicht geschlagen habe. Er räumte aber ein, dass es ein Fehler war, zur Schule gekommen zu sein.
Eine Untersuchung ergab, dass der Mann zur Tatzeit 2,5 Promille Alkohol im Blut hatte. Schon seit Mitte der 90er-Jahre hat der Wittener ein Alkoholproblem, war mehrmals zu Entgiftungstherapien im Krankenhaus. Ein Gutachter beschrieb ihn als emotional instabil und impulsiv.
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