Betreten verboten
07.02.2012 | 18:37 Uhr 2012-02-07T18:37:00+0100
Witten.Gut 30 Besucher tummeln sich am frühen Dienstagnachmittag auf dem vereisten Hammerteich. Doch die Fläche ist von der Stadt nicht freigegeben. Und das wird auch so bleiben.
„Wir sind als Stadt in der Verkehrssicherungspflicht. Würden wir die Eisfläche freigeben, dann müssten da Mitarbeiter stehen, die aufpassen. Und das können wir personell nicht leisten“, erklärt Stadtsprecherin Lena Kücük.
Aufgrund der Größe des Teichs müssten es mindestens vier Mitarbeiter sein, die zumindest so lange an der Eisfläche aufpassen, wie es hell ist, erklärt Michael Rohde (62) vom Betriebsamt Grünflächen. Und jeder dieser Mitarbeiter sei im schlimmsten Fall sogar persönlich haftbar, was die Entscheidung, Eisflächen frei zu geben, nicht eben leichter mache. So wird es auch auf anderen überfrorenen Gewässern, wie etwa „An den Teichen“ im Buchenholz, keine offizielle Freigabe geben.
Bereits in den vergangenen beiden strengen Wintern habe die Stadt den Hammerteich nicht mehr frei gegeben, erinnert sich Rohde: „Wir haben uns da anderen Kommunen wie Bochum, Dortmund oder Essen angeschlossen, die in solchen Entscheidungen Vorreiter waren.“
Auch der Kommunalverband Ruhr, der als Gewässereigentümer beispielsweise für den Kemnader See oder den toten Ruhrarm bei Haus Kemnade zuständig ist, gibt seine Eisflächen grundsätzlich nicht offiziell frei: „Hauptgrund ist der schwankende Wasserspiegel. Dadurch reißt das Eis darüber immer wieder auf, überfriert erneut und ergibt keine kontinuierliche Fläche. Deshalb können wir für die Sicherheit nicht garantieren“, erklärt Britta Balt (37) vom Ruhrverband.
Dass der Hammerteich zum letzten Mal offiziell als Eisfläche freigegeben war, sei „für einige Tage“ im Winter 2008/09 gewesen, erinnert sich Michael Rohde. Wie vor Jahrzehnten üblich, lockte der Teich in jenem Winter Hunderte von Besuchern an, die dort Schlittschuh fuhren, Eishockey spielten oder einfach mal übers Eis schlenderten, um Freunde zu treffen. Auch Stände mit Würstchen, Crepe oder heißen Getränken hatten sich am Ufer postiert. „Aber als dann noch eine Firma anfragte, um eine Disco auf dem Eis stattfinden zu lassen, wurde das nicht mehr genehmigt“, erzählt Rohde. Übrigens gebe es keine gesetzliche Vorgabe, ab wann eine Eisfläche dick genug sei, um sie frei zu geben. Das hänge etwa davon ab, ob es ein stehendes oder ein fließendes Gewässer sei, ob der Wasserstand unter der gefrorenen Fläche konstant oder wie das Eis selbst beschaffen sei. „Aber bei unter zehn Zentimetern Dicke bekomme ich Stehhaare“, meint Rohde, was die Belastbarkeit von Eisflächen angeht.
Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden die Besucher der nicht frei gegebenen Eisfläche am Hammerteich verwarnen, können eventuell auch eine Geldbuße verhängen. Kücük: „Wir wollen keine Spaßverderber sein. Aber das Betreten nicht frei gegebener Eisflächen kann lebensgefährlich sein.“
Für den Fall, dass Personen im Eis einbrechen, übte gestern die Sondereinsatzgruppe Wasserrettung im Freibad Annen. Mehr dazu auf Seite 4
07:33
wenn wir im "ökologischen Lehrgarten" das Versiegen des Golfstroms vorführen wäre einen Test wert.
Ich hatte aus praktischen Gründen an einen Platz neben einem Gewässer gedacht, weil ich vermute das Oberflächenwasser für die Eisfläche preiswerter ist als Trinkwasser. Das Gelände hinter dem Heveney fällt mir da als erstes ein. Wie die Sommerparties vergangener Jahre zeigten ist das auch für Jugendliche gut erreichbar und hat gleichzeitig auch die Infrastruktur für mehr.
Aber wenn es auch anderswo mit Trinkwasser und stadtnäher geht - gerne. Vielleicht findet sich ja auch ein Gastronom der für die Eiszeit das Prinzip des frühen Mandragora in Bochum praktiziert. Er betreut kostenlos eine öffentliche Eisfläche und bietet dafür exklusiv an diesem Platz die Gastronomie an.
Wie es rein technisch geht könnte man hier nachfragen:
http://www.ln-online.de/lokales/ostholstein/3360359/abgefahren-eine-eisbahn-im-garten
19:39
Hallo, p.s.a., was halten Sie von dem ehemaligen "ökologischen Lehrgarten" hinter dem Diakonissenhaus? Dort befindet sich in einer kleinen Senke bereits eine kleinere Eisfläche, die von einigen Freizeitsportlern genutzt wird. Wenn man da noch etwas Wasser drauf kippen würde, hätten da viele Leute Platz.?
18:58
der eine freie Fläche neben der Ruhr oder einem anderen Gewässer hat. Vielleicht kann ja dann die Feuerwehr im Rahmen einer Übung ihre Pumpen testen indem sie diese Fläche unter Wasser setzen und so eine ungefährlichere Eisfläche schaffen, die selbstverständlich auch nur auf eigene Gefahr betreten werden darf um die Kommune oder den Besitzer der Fläche von einer Haftung freizustellen.
Die fliegenden Verkäufer und verhinderten Eis-Dj könnten die ganze Sache ja auch sponsern.