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Moscheebrand

Beschuldigter: „Ich wurde im Haus der Jugend missbraucht“

11.01.2016 | 16:39 Uhr
Beschuldigter: „Ich wurde im Haus der Jugend missbraucht“
Am Haus der Jugend wurden Spanplatten mit Benzin angezündet.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   War mutmaßlicher Moscheebrandstifter auch für das Feuer in der Jugendeinrichtung verantwortlich?

Der mutmaßliche Brandstifter der Sultan Ahmet Moschee hat vor Gericht etwa eine halbe Stunde umfangreich über sein bisheriges Leben gesprochen. Wenn das stimmt, was der 25-Jährige vorgetragen hat, handelt es sich um eine äußerst verkorkste, ja, schlimme Vita.

So gab er zu Protokoll mit zwölf Jahren im Haus der Jugend in der Nordstraße missbraucht worden zu sein. Also dem Ort, der etwa eine Stunde vor dem Brand in der Moschee am 13. April ebenfalls Schauplatz einer Brandstiftung gewesen war. Falls es sich beim 25-Jährigen um den Moscheebrandstifter handelt, spricht vieles dafür, dass er zwischen den Benzindiebstählen um 22.16 und 23.20 Uhr auch Feuer in der Jugendeinrichtung gelegt hatte. So oder so aber sah sich die Staatsanwaltschaft nicht imstande, ihm die Tat nachzuweisen: Es gab – im Gegensatz zur Brandstiftung in der Moschee – keine Aufzeichnungen einer Überwachungskamera.

Missbrauch ist beherrschendes Lebensthema

Angeblich, so erfuhr unsere Zeitung von einem Prozessbeteiligten, soll das Verfahren gegen Mann, der den gebürtigen Wittener missbraucht haben soll, seinerzeit eingestellt worden sein. Immer wieder im Laufe seiner Aussage vor Gericht kam der Sprockhöveler zurück auf die Themen Missbrauch und Pädophilie: Der Bekannte, der vor Gericht gegen ihn aussagte und den er niedergeschlagen haben soll, „fühle sich offensichtlich zu Kindern hingezogen“. Von einem Lehrer sei er, der 25-Jährige, „genötigt worden, körperlich nahezukommen“.

Neben dem angeblichen Missbrauch ist seine nach eigenen Angaben verkorkste Schullaufbahn ein beherrschendes Thema im Leben des gebürtigen Witteners. Er hatte, so sagt er, seinen Hauptschulabschluss gemacht, danach seinen Realschulabschluss, schließlich habe er sein Abitur nachholen wollen.

Viel Alkohol getrunken

Letzteres offenbar in Norddeutschland, wohin der 25-Jährige – angeblich zeitweise obdachlos – zwischenzeitlich gezogen war. Erst später zog es ihn wieder ins Ruhrgebiet. Im Norden sei er von seinem Stufenleiter nicht zur 13. Klasse zugelassen worden. Er sei verzweifelt gewesen. „Dann kam bei mir ein Einbruch.“

Er habe viel Bier, aber auch Wodka getrunken, so der Sprockhöveler. Er sei oft „besoffen rumgelaufen“. Ob ihn das womöglich – wieder zurück im Ruhrgebiet – zu den Taten trieb, die er mutmaßlich beging, muss noch geklärt werden.

Dennis Sohner

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Beschuldigter: „Ich wurde im Haus der Jugend missbraucht“
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