Bernd Stelter singt ein Loblied auf die Ehe

Bernd Stelter – hier beim einem Auftritt in Duisburg.
Bernd Stelter – hier beim einem Auftritt in Duisburg.
Foto: Herbert Höltgen
Was wir bereits wissen
Bernd Stelter kommt in den Wittener Saalbau – kurz vor seiner eigenen Silberhochzeit. Im Interview verrät er: „Ich bin gern verheiratet.“

Witten..  „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“, glaubt Bernd Stelter. Am Montag, 27. April, kommt der gemütliche Comedian, der sich bewusst zum gutbürgerlichen Leben bekennt, in den Saalbau – und verkündet seine Ansichten zum Thema Ehe.

Zunächst die unvermeidliche Frage, die wir jedem Saalbau-Prominenten stellen: Kennen Sie Witten?

Stelter: Aber natürlich!

Oh, aber so impulsiv und bestimmt sagen das die wenigsten. Warum?

Erstens: Im Saalbau war ich so oft, ich kenne inzwischen sogar den Hausmeister. Und zweitens war ich früher immer zu Kaffee und Kuchen sonntags in Witten. Mein Patenonkel Klaus wohnt in Bommern. Ich besuche ihn immer noch, aber früher gab es eine Zeit, an der man Sonntagnachmittags zum Kaffeetrinken immer zu Verwandten fuhr. Als Kind musste man da mit. Inzwischen ist das aus der Mode gekommen.

Genau wie die Silberhochzeit. Sie stehen doch kurz davor.

Das stimmt. In der Unterhaltungsbranche schafft es kaum jemand bis zur Silberhochzeit. Aber ich bin sehr gern verheiratet, wirklich. Mein Programm ist auch pro Ehe. Und wenn die Ehe allein dazu dient, dass man einmal mehr darüber nachdenkt, ob man sich trennen möchte, hat sich die Hochzeit schon gelohnt.

Wie feiern Sie denn Silberhochzeit? Mit Kaffee und Kuchen?

Wir feiern erst nächstes Jahr, das wäre die kirchliche Trauung, 2015 ist die standesamtliche. Und bestimmt im Familienkreis mit so richtig schön selbst gebackenem Kuchen. Aber wir fahren auch in die zweiten Flitterwochen.

Lassen Sie mich raten: auf den Campingplatz nach Holland?

Nee, richtig in die Sonne muss auch mal sein. In Holland sind wir regelmäßig zum Campen, jetzt wieder über Ostern.

Ist man eigentlich irgendwann zu alt zum Campen?

Für diese Art, wie wir Urlaub machen, wird man nicht zu alt. Das ist ja „Camping light“. Wir haben ein richtiges Bett im Wohnwagen mit festem Vorzelt. Wir fahren viel Fahrrad und sitzen abends auf der Wiese mit einem Glas Wein. Für Urlaub ohne Hotelbar wird man definitiv nicht zu alt. Fürs Zelten mit Luftmatratze schon.

In den Bühnenprogrammen oder in Ihren Büchern spielt Ihr Familienleben eine große Rolle. Wie reagieren Ihre Frau oder Ihre Kinder denn darauf, dass Privates öffentlich wird?

Da hängt ja keine Webcam, die unser Privatleben in den Saalbau überträgt. Klar, es gibt oft ein privates Ereignis, das Auslöser für ein Thema ist. Aber sollte ich zuviel Privates benutzen, hätte sich meine Frau schon scheiden lassen und das will ich ja bekanntlich nicht.

Es ist erstaunlich, dass Sie die Ehe so loben, während zig andere Comedians ihren Witz aus der Unterschiedlichkeit der Geschlechter ziehen.

Und genau das kann ich nicht mehr hören! Jeder behauptet, Männer und Frauen passen nicht zusammen. Frauen können nicht einparken, Männer schlafen im Bett immer direkt ein und so weiter. In der Literatur gibt es keine Bücher über glückliche Ehen, immer geht es um das Scheitern. Außerdem habe ich keine Lust, über das zu reden, was alle anderen besprechen.

Wer will sich Ihre Darstellung einer guten Ehe anhören?

Das ist witzig: Ich habe Fanclubs von zehn, zwölf Personen, die alle in nächster Zeit Silberhochzeit haben. Aber auch viele junge Leute. Solche, die bald heiraten wollen und vorher sich anhören, wie man das am besten macht. Spaß haben sie alle und manche gehen nach der Vorstellung mit ein bisschen Argumentationshilfe nach Hause.

Kommt auch Onkel Klaus aus Bommern?

Ja, klar! Der kommt.

Die Volksbank Witten hat „Bernie Bärchen“ am Montag, 27. April, in den Saalbau eingeladen.

Dort wird er ab 19.30 Uhr sein neues Programm „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“ präsentieren. Karten gibt es ab 25,50 Euro beim Stadtmarketing und an der Saalbaukasse.

Bernd Stelter wendet sich gegen das Single-Dasein: „Die Zahl der Singles steigt scheinbar exponentiell mit der Anzahl der Fernsehwerbespots für Internet-Partner-Plattformen. Der Deutsche wählt lieber die Lebensabschnittsgefährtin als das Eheweib. Gut heiraten geht auch. Es muss ja nicht so lange sein.“