Berlet will sich nach wie vor in Annen ansiedeln

Das Wickmann-Gelände in Annen.
Das Wickmann-Gelände in Annen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der Elektrofachmarkt will sich auf dem Wickmanngelände ansiedeln – sobald Rechtssicherheit besteht. Stadt muss bis Donnerstag Berufung begründen.

Witten..  Es scheint sich zu einer unendlichen Geschichte zu entwickeln: Nach dem verlorenen Rechtsstreit gegen die „SchöWo-Wohnbau“ um das Wickmanngelände hatte die Stadt am 22. Dezember Berufung eingelegt. Bis Donnerstag muss sie diese nun begründen.

Ob sie zugelassen wird oder nicht – mit neuen Verzögerungen sei auf jeden Fall zu rechnen, erklärt Thomas Strehl als Sprecher des Annener Immobilien-Unternehmens. Klar ist jedoch: Verliert die Stadt auch hier, steht der Ansiedlung des Elektro-Fachmarkts Berlet nichts mehr im Wege.

Acht Jahre währt der Rechtsstreit

„Natürlich sind wir nach wie vor interessiert“, bestätigt Erich Berlet, der Senior der Hagener Firma, der sich dort um Immobilienbelange kümmert. „Aber natürlich müssen wir erst Rechtssicherheit haben.“ Dass Berlet nach so vielen Jahren der Planungs-Unsicherheit einfach das Handtuch wirft und sich anderweitig umsieht, sei nicht im Sinn der Sache. „Wir hatten immerhin so viel Interesse, dass wir das Grundstück ja sogar gekauft haben“, so Erich Berlet. Dieser Kauf wurde später rückgängig gemacht.

Acht Jahre währt der Rechtsstreit. Er begann, als Schöwo-Geschäftsführer Michael Schöpke 2006 das Gelände kaufte. Damals galt ein Bebauungsplan, der keine Einschränkungen hinsichtlich der Ansiedlung vorsah. Als sich abzeichnete, dass der Elektrofachmarkt einen Ableger in Annen eröffnen wollte, reagierte die Stadt mit einer Veränderungssperre. Um Händler in der Innenstadt zu schützen, so die Begründung. Nun also haben die Arnsberger Richter die Bebauungspläne als rechtswidrig eingestuft. In der Urteilsbegründung heißt es u.a.: „(Die Stadt)...hat einen fehlerhaften Begriff des zentralen Versorgungsbereichs zu Grunde gelegt.“

„Sehr erschrocken“ über die Berufung

Bei der Verkündung habe die Stadt das Urteil angenommen, deshalb sei man jetzt „sehr erschrocken“ über die Berufung, so Thomas Strehl. Die Stadt dagegen sieht inzwischen „Anhaltspunkte, die eine vertiefte Prüfung rechtfertigen“. Welche das sind, dazu äußert sich Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke im laufenden Verfahren nicht.

Der Sprecher von Schöwo betont, dass die Stadt einst für die Entwicklung des Masterplans Einzelhandel selbst ein Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) zugrunde gelegt habe, das zwei Punkte klar belege: Nur fünf Prozent der Gesamtware von ganz Witten werde in Annen umgesetzt. Im Salinger Feld dagegen seien es 40 Prozent – denn dort verkauften Möbelgeschäfte immer mehr zentrumsrelevante Ware. Allein das zeige, dass ein Elektrofachmarkt auf dem Wickmanngelände der City nicht schaden könne. Strehl: „Wir wollen das Gebiet doch einfach nur beleben.“ Das langwierige Verfahren bewirke das Gegenteil.