Bergmann baut Osterkrippe für Wittener Gemeinde

Imposant ist die Osterkrippe, die der Wittener Stanislaus Bebiolka aus der Josephs-Gemeinde Annen in liebevoller Handarbeit entworfen und gebaut hat.
Imposant ist die Osterkrippe, die der Wittener Stanislaus Bebiolka aus der Josephs-Gemeinde Annen in liebevoller Handarbeit entworfen und gebaut hat.
Foto: WAZ
Stanislaus Bebiolka hat eine imposante Osterkrippe für die St. Josephs-Gemeinde entworfen.Das Ensemble mit der Schädelstätte Golgatha steht in Annen.

Witten..  Ein Felsengrab und der Hügel Golgatha stehen im Mittelpunkt der Osternacht in der Annener St. Josephs-Gemeinde. In liebevoller Handarbeit hat Stanislaus Bebiolka die imposante Osterkrippe gebaut, um die Grablegung und Auferstehung Christi zu symbolisieren.

Der 60-Jährige ist quasi der Krippenbeauftragte der Gemeinde. Bereits zum zweiten Mal hat Bebiolka das Felsengrab neben dem Altar aufgebaut. In der Osterliturgie am frühen Sonntagmorgen spielt es eine wichtige Rolle. In diesem Jahr hat er die Krippe um die „Schädelstätte Golgatha“ ergänzt. „Da war noch ein freier Platz neben dem Felsen. Und Pfarrer Barkey hat gleich zugestimmt“, betont er. Das Kreuz hat der Mann übrigens aus heimischer Fichte gezimmert. Es ist stattliche 2,10 Meter hoch.

„Die besten Inspirationen hatte ich im Traum“

Mit einer feinen Laubsäge hat Bebiolka die Kreuzesinschrift „Inri“ ausgesägt. In drei Sprachen – in Latein, Griechisch und Hebräisch. „Das war eine filigrane Handarbeit. Mit der Pinzette in der Hand und der Lupe auf der Stirn“, erzählt der Experte schmunzelnd. Bebiolka fühlt sich zum Krippenbau berufen. „Ich habe schon immer gerne gebastelt“, sagt der ehemalige Bergmann. „Und als Frührentner habe ich jede Menge Zeit.“

Das Felsengrab ist eine solide, wohldurchdachte handwerkliche Arbeit. „Ich habe lange nachgedacht, wie ich sie bauen kann“, erklärt er. „Die besten Inspirationen hatte ich im Traum oder beim Blick auf unsere Kirche.“ Nächtelang hat der Mann an seiner Konstruktion getüftelt. Die Mühe hat sich gelohnt. Entstanden ist ein beeindruckendes Felsgrab aus Holz und Styropor. Die Außenhaut sieht aus wie richtiges Felsgestein.

Die Osterkrippe wiegt 60 Kilogramm

Seine Osterkrippe ist stattliche 1,40 Meter hoch, 3,30 Meter lang und wiegt 60 Kilo. Sie besteht aus sechs Steckmodulen, so dass man sie gut lagern und transportieren kann. Die eingespielte sechsköpfige „Krippentruppe“ hat drei Stunden für den Aufbau benötigt.

Selbst den Innenraum des Grabes hat Bebiolka akribisch gestaltet. Ein unsichtbarer Scheinwerfer wirft einen kreisrunden Lichtspot ins Grabinnere. „Das soll die Auferstehung symbolisieren“, erklärt der leidenschaftliche Tüftler. Der größte Clou an der Konstruktion allerdings ist die senkrecht stehende Platte, mit der das Grab in der Osternacht verschlossen ist.

Mit Hilfe einer Seilzug-Konstruktion lässt sich das Grab zur Auferstehung mit lautem Donnern öffnen. Stanislaus Bebiolka ist stolz auf seine Osterkrippe. Sie ist einmalig in der Stadt und in der Region. Er hat diese Tradition aus seiner schlesischen Heimat mitgebracht. Seine Darstellung der Ostergeschichte entspricht der Überlieferung aus dem Matthäus-Evangelium. Der Brauch stammt aus dem 17.Jahrhundert.