Bei Lippstadt durch US-Armee befreit

Im KZ-Außenlager Buchenwald in Annen waren mehr als 700 männliche Gefangene interniert. Bis Ende März 1945 mussten sie Zwangsarbeit im Gussstahlwerk Annen leisten. Das Lager wurde komplett geräumt, als die Front näher rückte – wohl um Spuren zu verwischen. Möglicherweise sollten die Internierten auch noch an anderer Stelle in der Kriegswirtschaft eingesetzt werden. Solche Evakuierungsmärsche, Historiker sprechen auch von „Todesmärschen“, gab es auch in anderen Lagern.

Albert Chambon wurde 1909 in Châlons-sur-Marne geboren. 1944 wurde er in Paris als Mitglied des französischen Widerstands – der Résistance – verhaftet und zunächst in das Gefängnis Fresnes eingeliefert. Von dort verschleppten ihn die deutschen Besatzer über das Konzentrationslager Royallieu bei Compiègne am 21. August 1944 in das Konzentrationslager Buchenwald. Im Oktober 1944 überstellte ihn die SS in das KZ-Außenlager Buchenwald in Witten-Annen. Nach dem Evakuierungsmarsch wurde Chambon mit anderen Überlebenden des Lagers bei Lippstadt durch Einheiten der US-Armee befreit. Er kehrte nach Frankreich zurück und emi­grierte noch 1945 in die USA.

Die Erinnerungen des ehemaligen französischen KZ-Häftlings sind 1961 in Frankreich in Buchform erschienen. Das Stadtarchiv Witten plant die Herausgabe einer deutschen Fassung und hat die Rechte dafür erworben. Das Projekt bearbeiten eine ehrenamtlich tätigen Übersetzerin und die in Frankreich lebenden Tochter von Albert Chambon, der 2002 verstorben ist.