Bei der Extraschicht gibt’s in Witten Musik satt

Freuen sich schon auf die Extraschicht: (v. li.) Nancy Schumacher (Zeche Nachtigall), Komponist Richard Ortmann und Johanna Kuhlmann (Ruhr Tourismus).Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Freuen sich schon auf die Extraschicht: (v. li.) Nancy Schumacher (Zeche Nachtigall), Komponist Richard Ortmann und Johanna Kuhlmann (Ruhr Tourismus).Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Am 20. Juni heißt es wieder: Extraschicht. An der revierweiten Nacht der Industriekultur nehmen auch Haus Witten und Zeche Nachtigall teil.

Witten..  Für die Nachteulen unter den Kulturfans ist sie ein absolutes Muss: die Extraschicht. Dann können Besucher bis um zwei Uhr morgens quer durchs Ruhrgebiet pendeln, um Monumente der Kohle- und Stahl-Geschichte zu besichtigen, die durch ein buntes Kulturprogramm lebendig werden. Am 20. Juni ist es wieder soweit. Auch unsere Ruhrstadt ist mit den Spielorten Haus Witten und Zeche Nachtigall dabei.

Dort gibt’s in jener Nacht ganz viel Musik. Zudem spielt das Thema Druckluft eine große Rolle. Da drücken beispielsweise gleich zwölf Akkordeon-Spieler kräftig auf ihre Quetschkommoden, begleitet von anderen Instrumenten. Wie’s klingt, ist auf der Zeche Nachtigall zu hören. Richard Ortmann und Michael Bereckis präsentieren ihre Komposition „Die Kunst der Dampfdruck-Fuge“ und die Band „Schwarz/rot Atemgold 09“ wandert spielend über das Zechengelände, um die Besucher zu unterhalten.

Band Indigo eröffnet den Abend in Haus Witten

Im Begleitprogramm für Kinder können die Kleinen kräftig in Strohhalme pusten, um mit entsprechenden Druck Farbe zu bunten Bildern auf dem Papier zu verteilen. Besonders kurios: Thorsten Trelenberg rezitiert im Nachtigall-Besucherstollen Gedichte, in denen das Thema Druck eine Rolle spielt. Da geht’s um Druck von oben oder was passiert, wenn richtig Druck auf dem Kessel ist. „Die Extraschicht ist ja auch eine Nacht der Unterhaltung. Da soll’s bei uns recht ungewöhnlich zugehen“, beschreibt Museums-Leiter Michael Peters das Nachtigall-Programm. 3000 Besucher waren laut Peters bei der vorigen Extraschicht-Ausgabe auf der Zeche.

In Haus Witten waren es etwa 750, weiß Hans-Werner Tata vom hiesigen Kulturbüro. Auch in diesem altehrwürdigen Gemäuer gibt’s für die Besucher der Extraschicht anständig was auf die Ohren. Die Wittener Band Indigo eröffnet um 18 Uhr den Abend, Als besonderen Gast hat sie die Sängerin Jenny Braunschweig eingeladen. Weiter geht*s um 20 Uhr mit den Go Music All Stars. Bassist Martin Engelin hat ein illustres Team von Musikern um sich versammelt, die u. a. mit Stars wie Dieter Bohlen oder Pete Townshend von The Who zusammenspielten. Gegen 22 Uhr sorgt dann das Duo About Aphrodite, bestehend aus Gilda Razani und Hans Wanning, für ungewöhnliche Klangerlebnisse durch elektronische und akustische Instrumente.

Ab 23.30 Uhr können die Besucher dann mit der Band Fräulein Daniels in der Nacht versinken. Das ist ein Trio rund um die Essener Sängerin Marie Daniels. Dazu gehört auch der Wittener Gitarrist Johannes Maas, der erfolgreich das Jazz-Café der Werkstadt leitet.

Was Karten kosten und wo es sie gibt

Die Extraschicht am Samstag, 20. Juni, ist bereits die 15. Ausgabe dieser revierweiten Veranstaltung. Über zwei Millionen Besucher kamen in all diesen Jahren zur langen Nacht der Industriekultur. 2000 Künstler sind in diesem Jahr dabei.

Karten kosten 17 Euro im Vorverkauf, ermäßigt 14, und 20 Euro an der Tageskasse. Ein Vier-Personen-Ticket gibt’s für 58 Euro. Karten sind u. a. erhältlich in einigen WAZ-Leserläden, an allen Spielorten der Extraschicht, an allen DB-Fahrkartenautomaten im VRR sowie unter der kostenpflichtigen Tickethotline 01806-181650.

Der Extraschichtbus Nummer 16 pendelt im halbstündigen Takt zwischen Haus Witten an der Ruhrstraße und dem Parkplatz an der Nachtigallstraße.