Bei 40 Grad tanzten sie im Sand
12.02.2012 | 17:42 Uhr 2012-02-12T17:42:00+0100
Witten.Knappe Bikinis, kurze Shorts, meterhohe FlipFlop-Haufen im Sand – bei der Einslive-Charts-Party in der Freizeitsporthalle „blue beach“ am Kemnader See verdrängte der Sommer zumindest für eine Nacht den kalten Winter. 2600 Gäste feierten im beheizten Sand bis sonntagmorgens um halb fünf.
Draußen herrschen eisige Minusgrade, drinnen glüht der Sand. Die meisten Gäste sind barfuß oder in Sommersandalen in der 1500 qm großen Halle unterwegs. Spaghetti-Tops und kurze Röcke, wohin man blickt. Manch ein Mann präsentiert sogar den nackten Oberkörper.
Einslive-DJ Jan-Christian Zeller betont immer wieder die Innentemperatur von knapp 40 Grad auf der Tanzfläche. Er kommt auf seinem Podest zwei Meter über dem Sand selbst ganz schön ins Schwitzen, wie man auf drei großen Leinwänden beobachten kann, die rund um die Tanzfläche in luftiger Höhe schweben.
Schon um 21 Uhr stehen die ersten Jugendlichen vor der Beachhalle Schlange, um eingelassen zu werden. Schließlich ist die Party für die unter 18-Jährigen offiziell um Mitternacht schon wieder vorbei. Geschäftsführer Dirk Heemann (48): „Durch unser System mit den unterschiedlich farbigen Bändern konnten wir ab Mitternacht ganz gut aussortieren.“ Der Stimmung tut das keinen Abbruch.
Bis DJ Jan-Christian Zeller um ein Uhr nachts in die Beachhalle einrückt, steht sein Kollege Thorsten Neuhaus an den Turntables und heizt die Meute an. Die beiden 16-Jährigen Martina und Janina sind begeistert: „Die Musik ist der Hammer und die Leute auch. Sschade, dass wir gleich schon gehen müssen.“
Als dann beide Djs gemeinsam die Musik mixen, ertönen eine Zeit lang harte, schnelle Bässe zu passender Elektro-musik aus den Boxen, die einige Gäste von der Tanzfläche treiben. „Ich mag diese Musik einfach nicht, wenn man aus normalen Liedern auf einmal Technobeats mixt“, sagt Alex (20) aus Bochum. Schon nach wenigen Liedern spielt das DJ-Duo aber wieder Charts.
Die Besonderheit des Abends: Die Besucher stimmen auf Wahlzetteln ab, welches ihr Lieblingslied ist. Die Top drei spielten die Djs dann prompt. Auf Platz Eins landet „Ai se tu pego“ von Michel Télo, dessen Text kaum jemand wirklich kennt, aber jeder dennoch mitsingt.
Nur kleinere Probleme stören den Ablauf des Abends. Vor allem die Garderobe ist ab ein Uhr nachts teilweise überlastet und kann keine Jacken mehr annehmen. Die Begründung der Angestellten: „Die Winterjacken sind zu dick, deshalb nehmen sie so viel Platz weg und wir können nicht so viele unterbringen.“
Am frühen Morgen um halb fünf ist Schluss, Hallenbesitzer Dirk Heemann ist zufrieden mit dem Abend. „Es lief alles glatt und ohne Zwischenfälle. Wir haben aus den beiden bisherigen Chartspartys einiges gelernt und freuen uns jetzt schon auf 2013.“
0mitdiskutieren