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Bedarf an Tagespflegeplätzen steigt in Witten

25.02.2016 | 18:27 Uhr
Bedarf an Tagespflegeplätzen steigt in Witten
Freuen sich über den Anbau ans bestehende Gebäude der Familien- und Krankenpflege im Wullener Feld: Rebecca Mensah und Volker Rumpel.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   In der Stadt gibt es bislang nur drei Anbieter mit 46 Plätzen. Im Wullener Feld wird gerade um acht Plätze erweitert. Und noch jemand will einsteigen.

In Witten gibt es drei Einrichtungen, in denen ältere Menschen, die nicht allein zu Hause bleiben können oder wollen, tagsüber betreut werden. 46 solcher Tagespflegeplätze stehen zur Verfügung. Das erscheint in einer Stadt mit knapp 100 000 Einwohnern und angesichts der demografischen Entwicklung sehr wenig. Tatsächlich sei die Nachfrage in den letzten Jahren erheblich gestiegen, sagt Volker Rumpel, Geschäftsführer der Familien- und Krankenpflege im Wullener Feld. Deshalb wird dort gerade angebaut – und Raum geschaffen für acht weitere Plätze.

Insgesamt können dann 22 Menschen zusammen essen, sich unterhalten, Spiele oder Gymnastik machen oder ein Mittagsschläfchen. Seit Oktober letzten Jahres ist der zweistöckige und 192 m² große Anbau, in dem auch mehr Platz für die Verwaltung sein wird, stetig gewachsen. „Wir liegen voll im Zeitplan“, so Rumpel (56). Gerade werden Elektroleitungen installiert, dann folgen Rauputz und Dämmung. Am 1. Juni soll der Anbau mit einem Fest eröffnet werden.

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Betreuungszeiten liegen zwischen 7 und 16.30 Uhr

Drei Anbieter im Bereich der Tagespflege gibt es derzeit. Die Familien- und Krankenpflege im Wullener Feld 34 (14, bald 22 Plätze) betreut von 8 bis 16 Uhr, 7076830. Die Tagespflege der Diakonie in den Feierabendhäusern an der Pferdebachstraße 27 (12 Plätze) ist von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet, 1751703. Die Chelonia-Tagespflege am Hellweg 46 (20 Plätze) betreut von 7 bis 16.30 Uhr, 5898413.

Das Pflegestärkungsgesetz sieht seit 1.1.2015 eine Ausweitung der Leistungen für Pflegebedürftige und Angehörige vor.

Mit der Erweiterung könne auch das Betreuungskonzept verändert werden, erklärt Rebecca Mensah (30), die die Tagespflege leitet. Nun sei mehr Platz für noch mehr Kleingruppenarbeit, aber auch für große Feste wie Tanznachmittage oder den regelmäßigen Besuch einer Kita. Bei Unruhe der Gäste, die sich teils in verschiedenen Demenz-Stadien befinden, könne man sie nun leichter trennen. Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten kommen dann auch direkt zum Wullener Feld und nicht zu den Menschen nach Hause. Die Hälfte der Gäste werde von den Angehörigen gebracht, für die anderen stehen zwei Fahrzeuge zum Transport bereit, eines davon seit Anfang des Jahres rollstuhlgerecht. Ein dritter Wagen soll folgen.

465 000 Euro investiert Rumpel in Gebäude und Inventar: „Gut angelegtes Geld“, sagt er, denn die Tagespflege habe Zukunft. So sieht das auch Heike Schoss von den Feierabendhäusern der Diakonie: „Wir könnten die Plätze doppelt belegen.“ Offiziell sind es zwölf, meist seien 13 bis 14 Gäste im Haus. Auf der Warteliste, die es auch im Wullener Feld gibt, stehen weitere acht bis zwölf. „Ich führe jede Woche Beratungsgespräche.“

Angebote zu wenig bekannt

Warum sich trotzdem so wenige neue Anbieter auf den Weg machen? „Das hat wirtschaftliche Gründe. Mit einer Tagespflege können Sie nicht das große Geld machen“, sagt Heike Schoss. Auch sei die Möglichkeit, Menschen tageweise betreuen zu lassen, viel zu wenig bekannt, vermutet sie. „Die meisten krebsen mit ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause rum und wissen nicht, dass sie hier Entlastung finden können.“ Stephanie Ludwig, Inhaberin der Chelonia-Tagespflege in Heven, glaubt, dass viele nicht genug darüber aufgeklärt seien, wie viele Kosten übernommen werden. „Selbst bei Pflegestufe 0 gibt es einen Obolus.“

Noch eine gute Nachricht: Die Caritas erwägt, 2017 in die Tagespflege einzusteigen. Geschäftsführer Hartmut Claes: „Wir würden gern 14 Plätze anbieten.“

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2016-02-25 18:27
Witten