Baustelle in Wittener Innenstadt zieht sich bis in den April

Die Hermannstraße wird derzeit von vielen Autofahrern bzw Lkw-Fahrern als Umweg genutzt. Grund ist die Baustelle in der Sprockhöveler Straße.
Die Hermannstraße wird derzeit von vielen Autofahrern bzw Lkw-Fahrern als Umweg genutzt. Grund ist die Baustelle in der Sprockhöveler Straße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kanalarbeiten in der Sprockhöveler Straße dauern länger als geplant. Die Anwohner sind genervt von verstopften Nebenstraßen.

Witten..  „So langsam haben die Crengeldanzer die Nase voll“, schreibt Anwohner Karl-Georg Kogelheide. „Wie lange soll die Baustelle in der Sprockhöveler Straße eigentlich noch dauern?“ Seit August ist die Verbindung zwischen Innenstadt und Heven gesperrt. Und so wird es noch, so die Stadt, bis Ende März/Anfang April bleiben.

Zunächst hatte man die Sperrung zwischen BMW Ernst und Im Mühlenwinkel bis zum Jahresende angesetzt. Wie berichtet, werden auf den 160 Metern Kanäle erneuert: Zunächst ersetzten die Stadtwerke die Wasserleitung von 1953, danach erneuerten die Entwässerung Stadt Witten (ESW) den Abwasser- und den Reinwasserkanal. Von vornherein aber zeichnete sich ab, dass diese Baustelle kompliziert werden könnte.

Hauptproblem ist Bodenbeschaffenheit

Zum einen muss für die Sicherheit der DB-Brücke gesorgt sein, die kein tiefes Fundament hat. Dann liegen die Kanäle in verschiedenen Tiefen, teils kreuzen sie sich auch. Hauptproblem aber ist die Bodenbeschaffenheit. „Wir hatten Probleme bei der Kanalpressung“, erklärt Rainer Gerlach, bei der ESW für den Bau zuständig. „Der feinsandige Boden setzte immer wieder der Pressmaschine zu.“ Erst mit einem anderen Bohrkopf konnten die Arbeiten schließlich weitergehen.

Jener feine Sand türmt sich nun zu hohen Bergen gegenüber dem BMW-Autohaus. Polier Dirk Flöte zeigt das sechs Meter tiefe Loch, in dem zurzeit der Kanal unter der Crengeldanzstraße mit dem Kanalsystem Sprockhöveler Straße verbunden wird. Anderthalb Wochen wird das Einbringen der Röhren mit einem Durchmesser von 1,20 Metern ins Erdreich dauern. Dann wird das Loch zugeschüttet – und das Asphaltieren der Straße kann beginnen. „Endlich wird die alte Buckelpiste weg sein“, sagt Rainer Gerlach, es klingt wie ein Hoffnungsschimmer für die Anwohner.

Verkehrschaos in den Nebenstraßen

Seit einem halben Jahr nämlich herrscht rund um die Baustelle Verkehrschaos. Lkw müssen – auch wegen der gesperrten Brücke am Ruhrdeich – einen großen Umweg fahren. Für Pkw gibt es keine ausgeschilderte Umleitung, sie fahren irgendwie. Wenn Karl-Georg Kogelheide von der Schottstraße etwa zum Lidl möchte, passiert er Crengeldanz-, Kessel- und Kronenstraße. Viele nutzen aber die Hermannstraße, obwohl die nur für Anlieger frei gegeben ist. Sie war auch zu Zeiten der Crengeldanzbaustelle eine beliebte Abkürzung.

Diese sei gerade zum Berufsverkehr total verstopft, beobachtet Anwohner Klaus (49). „Manchmal kontrolliert die Polizei morgens, aber viel zu wenig.“ Willi (62) kommt gerade zu Fuß aus der Apotheke, „denn mit dem Auto muss ich ja einen sechs Kilometer langen Umweg fahren“. Er ärgert sich über die Baustellenplanung. „Hier fahren sie alle durch, sogar 7,5-Tonner.“ Dabei würden seiner Meinung nach kleine Maßnahmen helfen: etwa eine Ampel an der Kreuzung Kronenstraße/Sprockhöveler Straße oder nur einseitiges Parken an der Hermannstraße.