Band „Otis“ geht auf Freilufttour am Rheinischen Esel

Musik auf dem Rheinischen Esel: vl : Jürgen Leber, Jochen Bottlände, Hans-Karl Schlossmacher und Otmar Benner.
Musik auf dem Rheinischen Esel: vl : Jürgen Leber, Jochen Bottlände, Hans-Karl Schlossmacher und Otmar Benner.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Musiker aus Witten spielten vier Stunden ohne Gage. Jetzt suchen sie Mitstreiter für eine Fortsetzung der „Eselstour“. Was das Ziel der Aktion ist.

Witten/Bochum.. Die Anreise war so ungewöhnlich wie das ganze Projekt: Mit Klampfe auf dem Gepäckträger und Liedern in der Fahrradtasche machten sich Otmar Benner (65) und seine musikalischen Mitstreiter Jürgen Leber, Jochen Bottländer und Hans-Karl Schlossmacher von der Combo „Otis“ auf zum Rheinischen Esel. Die Idee: Den beliebten Radweg kulturell zu beleben. Am Freitag klappte das vier Stunden lang prima. Jetzt soll eine Fortsetzung folgen, mit deutlich mehr Akteuren.

„Es ist doch jammerschade, dass den Ruhrradwanderweg jeder kennt, aber der Rheinische Esel ein Schattendasein führt“, findet Benner. Um seine Attraktivität zu steigern, überlegte sich der Hobby-Bassist, der wie seine Bandkollegen schon seit vielen Jahrzehnten in der Wittener Musikszene aktiv ist, die „Eselstour. Das Konzept ist, dass wir Musiker wie die Spaziergänger oder Radfahrer mit unseren Instrumenten im Gepäck unterwegs sind (auch der Schlagzeuger!) und an verschiedenen Stellen des Rheinischen Esels einfach Halt machen und spielen.“

Gespielt wird ohne Gage

Am Freitag geschah dies Am Sonnenschein, hinter dem Kreisel bei Toom und an der Herdecker Straße. „Wir hatten erst ein bisschen Manschetten“, gibt Benner zu. Denn es sei doch etwas anderes, sich einfach in die Landschaft zu stellen, als auf einer Bühne zu spielen. Die Reaktionen der Passanten seien aber durchweg positiv gewesen. „Radfahrer haben angehalten, Fußgänger sind auch stehen geblieben, sogar ein Busfahrer hat sich etwas verdutzt umgeschaut.“

Gespielt haben die vier Altrocker unter anderem Stücke von Klassikern wie Eric Clapton. „Das hat ganz gut funktioniert.“ Außer, lacht Benner, „dass ich mir selbst bei der Aktion einen Sonnenbrand zugezogen habe.“

Gruppen sollen sich melden

Insgesamt fast vier Stunden machten sich die Freiluft-Künstler am Freitag am Rheinischen Esel verdient. Ohne Gage, versteht sich „denn das ist ja nicht die Idee, dass wir für unsere Vorstellung Geld nehmen. Wir wollen den Radweg beliebter machen.“

Was als einmaliges Experiment gestartet ist, soll in Zukunft durchaus noch realistischere Züge annehmen und eine Fortsetzung finden. „Wir würden so eine Aktion gerne mit mehreren Gruppierungen organisieren, die dann vielleicht gleichzeitig an verschiedenen Stellen des Radweges spielen“, träumt Benner. Dann könne sich die „Eselstour“ durchaus zu einem kleinen Festival entwickeln. „Wir bitten interessierte Musiker und Gruppen, sich bei uns zu melden. Dann können wir vielleicht schon bald so etwas auf die Beine stellen.“