Bahntrasse wird Grünzug
27.04.2009 | 17:35 Uhr 2009-04-27T17:35:00+0200
Planungsrechtlich wird die Verlängerung des Radwegs Rheinischer Esel jetzt konkret. Die Eröffnung ist weiter für 2010 geplant.
Eigentlich sollte der Freischnitt der 2007 stillgelegten Bahnstrecke zwischen Evonik/Degussa (Annenstraße) und Bochum-Langendreer schon im vergangenen Winter erfolgt sein. Doch als finanzschwache Haushaltsicherungskommune traute sich Witten nicht, damit anzufangen, bevor nach den „positiven Signalen” auch der schriftliche Förderbescheid aus Düsseldorf eingegangen ist.
Mit dem rechnet man jetzt im Rathaus, so sicher, wie man sich dieser Dinge heutzutage noch sein kann, Mitte Mai. „Von der Zeitschiene her ist das aber unschädlich”, betont Wittens Planungsamtsleiter Franz Buresch. Auch wenn die Trasse jetzt erst frühestens nach Ablauf der Schutzperiode ab 1. Oktober freigeschnitten werden kann, sei das Ziel noch zu schaffen: Im Kulturhauptstadtjahr 2010, nämlich bis zum Spätsommer, soll die 7,5 km lange Fortsetzung des Radwegs Rheinischer Esel, davon 2 km in Bochum, fertiggestellt sein.
Thema im Ausschuss
am Donnerstag
Auf planerischer Ebene werden weiter die Weichen für das Leitprojekt des Prozesses Witten 2020 gestellt. Mit Wirkung des frisch verabschiedeten Flächennutzungsplans für ganz Witten (den Arnsberg noch absegnen muss) ist die Trasse nicht mehr als Bahnanlage definiert, sondern als öffentliche Grünfläche und Freizeitanlage definiert – mit der näheren Zweckbestimmung „regionaler Radweg”. Donnerstag dieser Woche (Rathaus, 17 Uhr) soll der Stadtentwicklungsausschuss den Bebauungsplan für das Stück zwischen Annenstraße und Hörder Straße auf den Weg bringen. Nach der so genannten frühzeitigen Bürgerbeteiligung – Informationsveranstaltung voraussichtlich Mitte Mai – und der Frist zur Anhörung der Träger öffentlicher Belange soll damit Baurecht und Rechtssicherheit für alle Beteiligten geschaffen werden. Verhindern will man dadurch auch, so ist im Planungsamt zu hören, dass erst in dem Moment, wenn die Baumaschine rollt, Anwohner aufschrecken: „. . . aber nicht durch meinen Garten!”
Südlich vom Bebbelsdorf, wo bis zuletzt die Stahlfirmen Geissler und Wassermann für den Erhalt der Bahnstrecke gekämpft hatten, war die Trasse schon jahrelang nicht mehr befahren worden. Sie hat sich dort schon von allein zum Grünzug und zur Oase der Natur entwickelt. Die Arbeitsgemeinschaft von Stadtplanern und Landschaftarchitekten aus Köln und Duisburg, die den technischen Ausbau und die Gestaltung des Rheinischen Esels (West) plant, ist zudem auf eine Wittener Besonderheit gestoßen.
„Die Trasse wird schon jetzt als Fußweg genutzt, die Schwellen sind ja schon richtig rund gelaufen”, berichtet Landschaftarchitekt Markus Schürmann (45) von einem persönlichen „Aha-Erlebnis”. Während anderswo reine Freizeitstrecken gebaut werden, spreche alles dafür, dass die Fortsetzung des Rheinischen Esels künftig auch als Alltagsstrecke angenommen werde.
Darauf wollen die Planer bewusst bauen. Sie halten die Strecke, die mit ihren sieben Brücken fast völlig steigungsfrei die Innenstadt mit Stockum und Langendreer verbinden, vor allem für einen idealen Schulweg. Die Adolf-Reichwein-Realschule auf dem Sonnenschein soll deshalb ihren eigenen „Bahnhof” mit direktem Zugang bekommen – die alte Bahnsteigkante ist noch vorhanden.
Süßkirschen als Symbol
und zum Naschen
Überhaupt soll der künftige Asphaltweg – neben Spaziergängern und Radfahrer sollen sich dort auch die Inlineskater bewegen dürfen – so viel Bahn-Historie wie möglich atmen. Die Hektometer-Steine (alle 100 Meter), Streckentelefone und Signale sollen, wo noch vorhanden, erhalten bleiben und herausgeputzt werden. Stellenweise soll auch mal ein Schienenstück liegen bleiben, das dann aber selbstverständlich niveaugleich eingearbeitet wird.
Zudem soll nach dem Freischneiden der Strecke – mit Blickfenstern in die freie Landschaft – an allen Hauptzugängen eine Süßkirsche gepflanzt werden. „Als Signalbaum sollen sie auf den Radweg aufmerksam machen”, erläutert Markus Schürmann, „mit dem positiven Nebeneffekt, dass man im Sommer absteigen kann, um davon zu naschen.”
22:39
Es sollten noch mehr alte Bahntrassen als Wege zurückgebaut werden. Weil viele wirklich schön liegen.
Weiter so .
12:20
ein schönes Projekt!!!
Wir freuen uns drauf, der Esel ist ja jetzt schon ein toller Weg!
11:50
jaja, lieber kein Noske, denn (k)ein Noske ist auch (k)eine Lösung oder auch nicht oder so. Und Leidemann ist an allem schuld oder auch nicht.
Meinten Sie das?!?
08:21
Aber bitte ohne Noske!
21:42
Positive Dingen geschehen in Witten! Ich freu mich drauf!