Bahn und Wittener Geschäftsfrau streiten ums Saubermachen

Übersät von Schmierereien ist der Treppenabgang zum S-Bahnhof Annen Nord. Center-Eigentümerin Christine Gassmann-Berger sieht die Bahn in der Pflicht.
Übersät von Schmierereien ist der Treppenabgang zum S-Bahnhof Annen Nord. Center-Eigentümerin Christine Gassmann-Berger sieht die Bahn in der Pflicht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Wer macht die Schmierereien am Treppenabgang zum S-Bahnhof Annen Nord weg? Darüber ist ein Streit zwischen der Bahn und einer Geschäftsfrau entbrannt.

Witten..  Gekrakel, dumme Sprüche, Schimpfworte: Kürzlich hatte der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) dem Bahnhof Annen-Nord die Rote Karte gezeigt. Zu viele Graffiti-Schmierereien, so das Urteil der Tester. Nun scheint klar: Dahinter steckt – neben den Sprayern – auch ein Zuständigkeitschaos um das Entfernen der Sauereien.

Für den Bereich im Treppenabgang in den Tunnel und davor sieht die Bahn die Hauseigentümerin in der Pflicht („Klinkerbereich“). Die Vermieterin wiederum verweist auf die Zuständigkeit des Konzerns im Bereich der Treppe. „Das hat die Bahn immer gemacht“, wundert sich Christine Gassmann-Berger, Eigentümerin des Einkaufscenters, das an den Bahnhof angebaut ist und drei Geschäfte beheimatet. Das soll die Bahn weiterhin erledigen, wenn es nach der 60-Jährigen geht: „Das ist eindeutig ihr Durchgang. Das hat nichts mit unseren Mietern oder Kunden zu tun.“

Bis vor einem halben Jahr lief’s reibungslos

Bis vor einem Jahr habe die Reinigung durch die Bahn noch reibungslose funktioniert, erinnert sich die Geschäftsfrau. Sie sehe angesichts der verschmierten Wände dringenden „Klärungsbedarf“. Das Ergebnis des Zuständigkeits-Durcheinanders: Der Abgang in den Tunnel ist geradezu übersät von Graffitis – in Rot, Schwarz, Grün, von „BVB 09“ bis zu sinnlosem Gekritzel. „Eine Riesensauerei“, schimpft die Hauseigentümerin. „Unsere Kunden fühlen sich dadurch mit Sicherheit belästigt.“

Dass den völlig verdreckten Bereich niemand sauber machen will, dürfte auch an den Kosten liegen. Sie gebe allein für das Entfernen der Graffitis im Eingangsbereich zwischen Takko und Rossmann, für den sie zuständig ist, mehrere hundert Euro pro Jahr aus, rechnet Christine Gassmann-Berger hoch.

Alle paar Monate wird geschrubbt

Die Sauereien läppern sich von Woche zu Woche: Nach jedem Fußballspiel seien ein paar mehr an den Wänden, stellt die 60-Jährige fest. Auch jetzt sind einige Schmierereien zu sehen, wenn auch deutlich weniger als an der Treppe. Alle paar Monate lasse sie die Handwerker zum Schrubben kommen, „wenn einiges zusammengekommen ist. Ich kann ja nicht jede Woche einen Trupp hier her bestellen“. Ganz weg bekomme man die Farbe nicht, so wie das Grün, das trotz Reinigung immer noch durch die Fugen schimmert.

Eine Grundreinigung – Müll entsorgen, durchwischen – finde regelmäßig statt, betont Christine Gassmann-Berger. Auch der Dampfstrahler komme immer wieder zum Einsatz, „wenn der Uringeruch wieder ganz schlimm ist“. Um der Pinkler und Sprayer Herr zu werden, hat die Hauseigentümerin schon über Kameras nachgedacht, „aber die dürfen wir im öffentlichen Raum nicht aufstellen“. Und ein Wachdienst? „Wer weiß, ob der gerade hier ist, wenn die Leute hier zugange sind.“