Bahn beginnt mit Bau einer neuen Schranke in Witten

Wie durch ein Wunder überlebte der Fahrer, der am 2. Dezember am Bahnübergang Pferdebachstraße in die S-Bahn gekracht war. Es wird davon ausgegangen, dass das Flatterband, das die defekte Schranke ersetzen sollte, von den Sicherungsposten nicht gespannt worden war.
Wie durch ein Wunder überlebte der Fahrer, der am 2. Dezember am Bahnübergang Pferdebachstraße in die S-Bahn gekracht war. Es wird davon ausgegangen, dass das Flatterband, das die defekte Schranke ersetzen sollte, von den Sicherungsposten nicht gespannt worden war.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Nach dem Unfall am Bahnübergang Pferdebachstraße rattern bald die Baumaschinen: Die Schranke wird erneuert. Auf Anwohner kommen unruhige Nächte zu.

Witten..  Die unendliche Geschichte des Bahnübergangs Pferdebachstraße wird jetzt fortgeschrieben. Nach dem schlimmen Unfall im Dezember starten Anfang Februar die Arbeiten für eine komplett neue Schrankenanlage.

Immer wieder war die Schranke ausgefallen, bis es am Dienstag, 2. Dezember, zu dem kommen musste, was manche angesichts der Pannenserie längst befürchtet hatten: Ein Autofahrer aus Herne prallte mit seinem Pkw am frühen Abend gegen die S 5, die in voller Fahrt den Bahnübergang passierte. Offenbar war das Flatterband, das die damals schon seit Tagen kaputte Schranke ersetzen sollte, von den Streckenposten nicht gespannt worden. Der Mann überlebte wie durch ein Wunder. Die Posten schweigen bis heute.

Reparatur dauert bis Ostern

Die Bahn sah sich danach zumindest veranlasst, die „dringenden Arbeiten an der Antriebstechnik“, die sie auf die lange Bank geschoben hatte, nun vorzuziehen. Ein Kabelbrand hatte die Anlage vor dem Unfall endgültig zur Strecke gebracht. Die Technik sei am Markt nicht erhältlich und müsse durch eine Fachfirma neu produziert werden, begründet der Konzern die lange Reparaturzeit bis Ostern.

Übergang, Schrankenantrieb und Steuerung sind laut Bahn „Bestandteil eines komplexen Sicherheitssystems der Signaltechnik, um auch künftig einen sicheren Zug- und Straßenverkehr durchführen zu können“. Das Fachunternehmen produziere derzeit die Antriebe und die Steuerungstechnik.

Ziegelstraße ab Montag gesperrt

In der nächsten Woche (ab 26.1.) beginnen die Tiefbauarbeiten für Fundamente und Kabelschächte. Ab Anfang Februar werden, so die Bahn, die Fundamente der Schrankenantriebe hergestellt. Während diese aushärten, heißt es, finden zeitgleich die Kabelarbeiten statt. In dieser Zeit werden auch die Antriebe eingerichtet, angeschlossen und geprüft, bevor zum Abschluss der Arbeiten – voraussichlich Ostern – das behördliche Abnahme- und Genehmigungsverfahren folgt.

Der Zugverkehr wird nicht beeinträchtigt. Sicherungsposten sind weiter vor Ort. Sie bedienen zurzeit eine Behelfsschranke. Die direkt am Übergang abzweigende Ziegelstraße wird ab Montag (26.1.) für den Autoverkehr voll gesperrt, bis zum Abschluss der Arbeiten. In der Straße lagern Geräte und Material.

Gearbeitet wird nur nachts

Um den Autoverkehr auf der Pferdebachstraße nicht zu sehr zu beeinträchtigen, rattern die Baumaschinen nachts. Dafür wird der Übergang in den Nächten von Montag, 2., bis Donnerstag, 5. Februar, voll gesperrt, ebenso am Wochenende von Freitag, 6., bis Montag, 9. Februar. Weitere Termine gibt die Bahn noch bekannt. Umleitungen werden ausgeschildert.

Die Anwohner müssen sich auf Lärm einstellen, wenn sie schlafen. Das lasse sich während der Tiefbau- und Fundamentarbeiten leider nicht vermeiden, so die Bahn, „trotz modernster Geräte“. Sie bittet die Anlieger um Verständnis. „Das ist nicht toll. Mein Mann hat Wechselschicht. Der wird Spaß haben, wenn er Frühschicht hat“, sagt Sabrina Bänsch, die am Bahnübergang wohnt.

Lärmbelastung für Anwohner

Ansonsten ist die 34-Jährige froh, dass die Bahn nun endlich mit der Erneuerung der Schranke beginnt. „Wird ja langsam Zeit.“ Ihr größerer Sohn (acht) hatte den Unfall seinerzeit selbst beobachtet, als er gerade zufällig am Fenster stand: „Mama, es hat gecrasht!“ rief er.