Auszeit am schönsten Ende der Welt

Philip Raillon Witten war für ein Jahr in Neuseeland und hat viele Fotos und Endrücke mitgebracht. Neben einem Buch, dass der Witener raus gebracht hat, ist zur Zeit eine Ausstellung im Restaurant Mondo zu sehen.
Philip Raillon Witten war für ein Jahr in Neuseeland und hat viele Fotos und Endrücke mitgebracht. Neben einem Buch, dass der Witener raus gebracht hat, ist zur Zeit eine Ausstellung im Restaurant Mondo zu sehen.
Foto: Funke Foto Services
Philip Raillon reiste und arbeitete in Neuseeland. Nun hat er ein Buch geschrieben, um jungen Leuten für eine „Work & Travel“-Zeit zu ermutigen.

Witten..  Heutzutage liegt Aufregendes etliche Flugmeilen von der eigenen Haustür entfernt: in den USA, Australien, Neuseeland oder Kanada. Immer mehr Jugendliche brechen dorthin in ein „Work & Travel“-Abenteuer auf. Das heißt: mit einem speziellen Visum können junge Leute Länder erkunden und sich mit kurzen Nebenjobs das Geld dazu verdienen. Der Wittener Philip Raillon packte seinen Rucksack im August 2013. Über seine Erfahrungen am Ende der Welt hat er nun ein Buch veröffentlicht.

Hinter dem Titel „Schule aus, Neuseeland ruft“ verbirgt sich eine Mischung aus Abenteuerroman und Sachbuch. Allen jungen Leuten, die derzeit mit „Work & Travel“ liebäugeln, sei es ans Herz gelegt. Denn auf 350 Seiten schildert der 21-Jährige unterhaltsam die Etappen seiner Reise – etwa von der Vorbereitung (Rucksackkauf, Mietwageninfos), Ankunft, den ersten Anlaufschwierigkeiten. Wie lange sich kann sich der Kauf eines fahrtüchtigen Vans mit Schlaffunktion hinziehen! Mit diesem bereisten Raillon und seine damalige Freundin Maria Gleichmann sechs Monate die Inseln. Magische Momente schildert er, etwa einen Sonnenaufgang, den beide fernab jeglicher Zivilisation erleben durften.

Vor allem will der Wittener mit seinem Buch Mut machen: denn von „Work & Travel“ träumen viele, nur wenige aber wagen es. Auch Philip und Maria waren teils kurz davor, ihre Reise abzubrechen – etwa als sie auf einer Farm ohne Heizung und Elektrizität als billige Arbeitskräfte schuften mussten. Weg da und weiter! Letztlich finden sie auf einer Schaffarm oder in einem Weinberg bessere Jobs.

Philip Raillon ist ein wuseliger Typ – so schreibt er zum Beispiel als freier Mitarbeiter für unsere Zeitung, ist Vorsitzender der Wittener Jusos, Jurastudent und Imker. Schon vor der Reise hatte er die Idee, seine Erlebnisse schriftlich zu hinterlassen. Als er dem Reisemagazin-Verlag „360° Medien Mettmann“ eine Reportage über Neuseeland anbot, kam letztlich das Buchprojekt zustande.

Zunächst war Philip Raillon von der Idee nicht überzeugt. Immerhin schrieb er zwei Tagebücher voll und schoss etwa 10 000 (!) Fotos. Nach seiner Rückkehr im Februar 2014 schwenkte er um: Es sollte doch ein Buch werden. „Zum einen ist es eine sehr schöne Erinnerung für mich selbst“, sagt er. „Vor allem aber möchte ich jungen Menschen sagen: Wagt das auch! Mir hätte so ein Buch so gut getan.“