Ausstellung zur Passionszeit in der Johanniskirche

Das leuchtend rote Bild „Passio“ zeigt den leidenden Jesus. Drumherum: Pfarrerin Annette Krüger (li.), Künstler Reinhold Spratte, Bildungsreferentin Katharina Arnoldi.
Das leuchtend rote Bild „Passio“ zeigt den leidenden Jesus. Drumherum: Pfarrerin Annette Krüger (li.), Künstler Reinhold Spratte, Bildungsreferentin Katharina Arnoldi.
Foto: Barbara Zabka /
Was wir bereits wissen
Der Wittener Künstler Reinhold Spratte zeigt ab heute 20 Gemälde in der Johanniskirche. Sein Thema: „Leiden und Leidenschaft“.

Witten..  20 Gemälde zum Thema „Leiden und Leidenschaft” hängen ab heute in der Johanniskirche. Kurz vor der Ausstellungseröffnung erlaubt Künstler Reinhold Spratte noch einen Blick hinter die Kulissen.

In der Mitte des Raumes steht das Bild „Passio”: Leuchtend rote Linien und schwarze Flächen setzen sich auf der Leinwand zu einer abstrakten Figur zusammen. Ist das der leidende Jesus? Spratte nickt: „Ja, das könnte man so sehen.” Der Wittener Künstler gibt nicht gern Deutungsansätze für seine Werke mit. „Es ist doch viel spannender, was das Bild mit den Menschen macht. Dafür muss jeder seinen persönlichen Zugang finden.”

Große Leidenschaft für das Leben

Pfarrerin Anette Krüger und Bildungsreferentin Katharina Arnoldi haben sich schon länger mit Sprattes Bild „Passio” beschäftigt. „Mir ist sofort aufgefallen, welche Kraft diese Farben ausstrahlen”, erzählt Pfarrerin Anette Krüger: „Es ist eindeutig ein Passionsbild. Trotzdem leuchtet da auch eine große Leidenschaft für das Leben durch.” Das Gemälde ist Leitbild der Ausstellung „Passio - Leiden und Leidenschaft”, die ab heute in der Johanniskirche zu sehen ist.

„Die Ausstellung ermutigt, selbst noch mal den Blick für die Passionszeit zu schärfen” – Bildungsreferentin Katharina Arnoldi deutet beim Sprechen auf die farbintensiven Gemälde: „Für mich es wie ein Fenster. Es lädt mich ein, meine ganz eigene Geschichte in dem Bild zu entdecken.” Künstler Reinhold Spratte hört aufmerksam zu. Der pensionierte Lehrer ist gespannt, welche Gedanken sich Menschen beim Betrachten seiner Bilder machen. „Oft sehen die Leute mehr als ich”,erzählt er lächelnd.

Die 20 Bilder der Ausstellung verbindet ein roter Faden: Leiden und Leidenschaft – das sind die beiden scheinbaren Gegensätze, die in den Bildern aufeinander treffen. Spratte erklärt: „Es geht in der Passionszeit nicht nur um passives Erdulden. Viel mehr kann man aus dieser leidvollen Zeit auch eine große schöpferische Kraft ziehen.”

Der 73-Jährige hat selbst solche Zeiten durchlebt. Das Malen und Zeichnen hat ihn durch Perioden der Krankheit begleitet. Seinen Skizzenblock hat er immer dabei. Sogar vor dem Fernseher legt Spratte den Stift nicht zur Seite: „Ich lasse es einfach aus meiner Hand fließen. ‘Kein Tag ohne Linie’ ist mein Motto.“