Außergewöhnliche Akkordeonmusik auf hohem Niveau

40. Konzert der Reihe „Best of NRW“ in Schwelm Krisztián Palágyi am 27. März im Ibach-Haus in Schwelm Foto: Veranstalter
40. Konzert der Reihe „Best of NRW“ in Schwelm Krisztián Palágyi am 27. März im Ibach-Haus in Schwelm Foto: Veranstalter
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Was wir bereits wissen
Ungläubiges Staunen beim Konzert mit Krisztián Palágyi in der Reihe „Best of NRW“.

Wenn man das Wort Akkordeon hört, denkt man mit Sicherheit zunächst an Begriffe wie Volksmusik, Seefahrtsromantik oder andere Bereiche der Unterhaltungsmusik. Umso erstaunter waren die zahlreichen Zuhörer am Mittwoch im Konzertsaal von Haus Witten, als ihnen der aus Serbien stammende Akkordeonsolist Krisztián Palágyi dieses Instrument von einer ganz anderen Seite zeigte.

Überzeugend und stilgerecht

Schon nach wenigen Takten von J.S.Bachs eingangs gespielter Partita c-moll – ursprünglich für Cembalo komponiert – wurde klar, dass man mit diesem Instrument auch bekannte Werke vom Barock über die Klassik bis zur Moderne überzeugend, stilgerecht und mit musikalischem Ausdruck spielen kann. So erklang Bachs Musik in strengem Zeitmaß – wie vom Komponisten gedacht – und ließ alle musikalischen Abläufe klar und deutlich erkennen. Lediglich in der besinnlichen Sarabande offenbarte sich der „romantische Bach“ mit träumerischen Melodien.

Das vom Solisten benutze Instrument war ein Akkordeon vom Typ „Bajan“. Dabei befindet sich unter der rechten Hand keine herkömmliche Klaviatur, sondern eine Tastatur aus Knöpfen, wie unter der linken Hand. Mit dieser Anordnung wird nicht nur der Tonumfang des Instrumentes erweitert; auch für die Spieltechnik öffnen sich neue Möglichkeiten.

Atemlose Spannung

Das wurde besonders beim folgenden Stück „8‘20‘‘ Chrono“ von Bruno Mantovani deutlich. Rasende Tonwiederholungen, starke dynamischen Kontraste und eine bestechende Fingerfertigkeit erzeugten eine atemlose Spannung.

Es folgten weitere Programmpunkte quer durch die Musikgeschichte. Sehr fröhlich erklangen die auf einem Kinderlied basierenden „Variationen zu Revis Fairy Tale“ von Alfred Schnittke. So heiter das Stück auch war, es stellte wegen größter technischer Schwierigkeiten enorme Anforderungen an die Spielfertigkeit des Solisten.

Zum Abschluss gab es die „Carmen-Fantasie“ von Franz Waxmann. Die Atmosphäre einer spanischen Stierkampfarena und großer Leidenschaften wurde vom Solisten schwungvoll und überzeugend vermittelt. Das Publikum war begeistert und entließ den Solisten erst nach drei Zugaben.