Ausgefallene Kleidung für große Größen

Der Laden „Tragbar“ in der Annenstrasse in Witten stellt nun eine eigene Kollektion her.
Der Laden „Tragbar“ in der Annenstrasse in Witten stellt nun eine eigene Kollektion her.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Unter dem Namen „Scherkraft“ gibt die Vhs-Initiative ihre eigene Kollektion heraus. Kleidungsstücke sind ein Mix aus alten und neuen Materialien.

Witten..  Lust auf Karolina, Lola, Lilli oder Franka? Die Rede ist aber nicht von hübschen Damen, sondern von bunten Kleidungsstücken in großen Größen. Zu kaufen gibt es sie im Modeladen „Tragbar“ an der Annenstraße 118. Das Geschäft von Vhs und Quabed bietet seit kurzem unter dem Namen „Scherkraft“ die erste eigene Kollektion an.

Der Hintergedanke: Die Mode ab Größe 50 sei oft ein ziemlicher „Einheitsbrei“, wie Tragbar-Leiterin Gilda Louis bedauert.

Mit viel Liebe zum Detail

Dagegen verspricht die pfiffige Auswahl an selbst entworfenen Jacken, Shirts und Tuniken Abwechslung. Mit viel Liebe zum Detail hat die verantwortliche Schneiderin Britta Sänger gemeinsam mit Teilnehmern der Quabed-Projekte an den Objekten gebastelt. Das Besondere: Jedes Teil ist ein Unikat.

Als Beispiel zieht Sänger eine blaue Jacke der Serie Karolina hervor. Nach dem Motto „aus Zwei mach Eins“ wurde aus einem gebrauchten und einem dazu gekauften Stoff ein neues Teil kreiert. Der runde Knopf darauf sei selbst hergestellt aus einem alten Obstbaum. „Die Knöpfe sind wirklich zum Verlieben“, schwärmt sie.

Auf den ersten Blick scheint jedes Exemplar desselben Modells gleich. Wer allerdings genauer hinschaut, dem fallen die feinen Unterschiede auf: Von den roten Jacken etwa besitzt die eine Längs-, die andere Querstreifen. Die weiße Tunika wiederum gibt es sowohl mit, als auch ohne Spitze.

Experimentieren und Kombinieren

Genau diese kleinen, aber feinen Unterschiede seien es, die die Teile zu etwas Einzigartigem machten, erklärt Britta Sänger. „Unsere Devise lautet: viel Experimentieren und Kombinieren. Das macht allen Beteiligten großen Spaß.“ Komme die Freude an der Arbeit zu kurz, mache sich das auch beim Endprodukt bemerkbar. „Das ist keineswegs eine Beschäftigung bloß um der Beschäftigung Willen; da steckt mehr hinter“, stellt Sänger klar.

Die „Scherkraft“-Kollektion richtet sich an Damen mit Kleidergröße 46 bis 52. Bei den Einzelteilen sei es aber schwierig, eine exakte Angabe zu machen – denn „wir machen keine Massenware“, betont Gilda Louis. Durch die Wiederverwertung von Materialien trage man außerdem zur Ressourcenschonung bei.

Gegen Aufpreis wird umgenäht

Falls etwa die Ärmel eines Teils zu lang sind, ist das kein Problem: Gegen Aufpreis näht das „Tragbar“-Team ein Textil gerne so um, dass es passt. Die mit Bedacht gewählte Stoffe und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind der Grund dafür, dass hier keine Discounterpreise die Schilder zieren.

Neben der neuen Kollektion gibt es im Laden auch Neuware aus Restverkäufen sowie Kleidung aus zweiter Hand – allerdings „ohne Muffcharakter“, wie Louis betont.

Für die Zukunft steht sowohl die Produktion kleinerer Größen als auch ein Online-Shop auf dem Plan. Gilda Louis ist sich sicher: „Das wird noch spannend.“