Auf einer Bundesstraße gilt in Witten Tempo 10

Die Erdgastankstelle der Stadtwerke liegt direkt neben dem Bürgersteig der Sprockhöveler Straße in Witten, aber etwa gut einen Meter unter dem Straßenniveau.Foto: Thomas Nitsche - FUNKE Foto Service
Die Erdgastankstelle der Stadtwerke liegt direkt neben dem Bürgersteig der Sprockhöveler Straße in Witten, aber etwa gut einen Meter unter dem Straßenniveau.Foto: Thomas Nitsche - FUNKE Foto Service
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Was wir bereits wissen
Februar 2014 war der Umbau des Crengeldanzes abgeschlossen. Warum es dort noch Absperrungen gibt. Und man auf einem Stück nur Tempo 10 fahren darf.

Witten..  Der Crengeldanz-Umbau war ein Kraftakt. Straßen-, Kanal- und Schienenbauer hatten dort 5,5 Millionen Euro seit September 2012 verbuddelt, um die Linie 310 mit neuen Haltestellen zukunftsfähig zu machen und den Straßenraum neu zu ordnen. Umso mehr wundert sich Leser Heinrich Wilhelm Dönnhoff, dass ein Jahr nach Abschluss der Arbeiten im Februar 2014 immer noch nicht alles fertig zu sein scheint.

Dem Hevener fiel auf, dass „rot-weiße Kunststoffklötze“ auf der Mittelinsel der abzweigenden Sprockhöveler Straße wie auch auf dem Bürgersteig an der Aral-Tankstelle stehen, die diesen Bereich weiterhin als „Provisorium“ erscheinen ließen. Zudem ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Sprockhöveler Straße zwischen Eisenbahnunterführung und Tankstelle (und nur in dieser Richtung) von 30 km/h auf 10 km/h herabgesetzt.

Dönnhoff vermutet, dass dies an den sichtbaren Straßenschäden liegt. Er weist spitz darauf hin, dass es sich dabei immerhin um eine Bundesstraße handelt, die B 226 aus Wetter nämlich. Und fragt, ob dort Tempo 10 bis zur Erneuerung der Sprockhöveler Straße auf dem fehlenden Teilstück bis zum Fischertalweg in zwei oder drei Jahren gelten soll.

Gasflaschen lagern im Metallcontainer

Auf beide Fragen, die der Wittener in einem Leserbrief gestellt hatte, bekommt er heute ein Antwort. Was die rot-weißen Absperrungen betrifft – die Straßenbauer nennen sie „optische Leitelemente“ –, hatte der Hevener schon selbst das richtige „Näschen“: Sie haben mit der Sicherung der Erdgastankstelle auf dem Aral-Grundstück zu tun. Das Tempo-Schild aber auch. Deshalb werden sich sowohl die rot-weißen XXL-Baken als auch Tempo 10 auf einen Schlag erübrigen. Das bestätigten Stadt und Stadtwerke auf Anfrage.

Seit 2002 betreiben die Stadtwerke dort Wittens erste und einzige Erdgastankelle. Seitdem gibt es dort auch eine sogenannte Verdichtungsstation. In dem garagengroßen Betongebäude wird das ankommende Erdgas komprimiert – der Druck wird erhöht, um damit Autos betanken zu können. Das komprimierte Gas wird in großen Gasflaschen vorgehalten, die sich in einem großen Metallcontainer befinden.

Durch den Straßenumbau – jetzt gibt es eine eigene Rechtsabbiegerspur – ist die Sprockhöveler Straße näher an die Gasttankstelle herangerückt. Ursprünglich, so Stadtwerke-Sprecher Thomas Lindner, habe man die Tankstelle durch eine Leitplanke sichern wollen. Deren Haltestangen einzubetonieren, sei allerdings an dieser Engstelle problematisch. „Wegen eines Höhenversprungs und weil im Boden Leitungen liegen.“ Zudem habe der TÜV 2014, als die Bauarbeiten bereits liefen, auf neue und verschärfte Sicherheitsbestimmungen für solche Anlagen verwiesen.

Tankstelle soll im März gesichert sein

Die gefundene Lösung sieht so aus: Die Gasflaschen werden künftig nicht mehr in einem Metallcontainer, sondern in einem neuen „Beton-Kubus“ gelagert. Auch dessen Standort wird leicht versetzt. Eine Leitplanke wird auch gebaut, doch dafür konnte man unter dieser Bedingung ein leichteres Modell auswählen – mit einer Art Geländer oder Handlauf für die Fußgänger.

In der zweiten Märzhälfte soll die Tankstelle auf diese Weise gesichert werden. Dann könnten sowohl die rot-weißen Absperrungen als auch das Tempo-10-Schild verschwinden.