Auch Witten ist von Infekten betroffen

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: In diesen Tagen erwischt es viele Menschen.
Husten, Schnupfen, Heiserkeit: In diesen Tagen erwischt es viele Menschen.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Ärztesprecher Dr. Frank Koch: „Witten ist reichlich betroffen.“ Kinderärztin spricht von heftiger Infektwelle „mit vielen hartnäckigen Viren“

Witten..  Eine Erkältungswelle geht im Ruhrgebiet um. Viele Arztpraxen sind überlaufen, in Kindergärten und Schulen wird um die Wette gehustet. Wittens Ärztesprecher Dr. Frank Koch: „Auch unsere Stadt ist reichlich betroffen.“ Was momentan besonders häufig auftrete: Infekte, die sich über mehrere Wochen hinziehen und sich in Abgeschlagenheit, Müdigkeit und anhaltendem Reizhusten äußern.

Sehr lange Krankheitsverläufe

„Wir hören aus den Praxen, dass viele Patienten über langwierige Krankheitsverläufe klagen. Normalerweise sind die sehr selten“, erklärt Koch. Die Krankheitswelle begann bereits Mitte November – noch ist für den Internisten kein Ende in Sicht.

Kinderärztin Dr. Sabine Peters spricht von einer „heftigen Infektwelle, mit vielen hartnäckigen Viren“. Im Moment habe sie vor allem Patienten, „die über hartnäckigen Husten klagen“.

Aktuelle Grippe-Impfung schützt nur jeden Vierten

Die Infektionswelle bekommen auch die Firmen zu spüren. Bei den Eisenwerken Böhmer in Annen spricht die Personalleitung von „einem erhöhten Krankenstand“. Die Arbeiten seien davon aber noch nicht betroffen. Die Ruhrtaler Gesenkschmiede in Herbede vermeldet ebenfalls Krankmeldungen. „Aber das sind meistens ein, zwei Tage, mal eine Woche, aber ansonsten nichts Weltbewegendes. Ich denke, dass die Erkältungswelle bei uns größtenteils schon abgeklungen ist“, erklärt Ramiz Halilovic aus der Firmenzentrale. Im Rathaus, „machen sich die Viren bemerkbar, aber derzeit nicht übermäßig“, so Pressesprecherin Lena Kücük.

Nur 19 von 45 Kindern in der Kita

Der Krankenstand ist in den letzten Wochen höher als sonst im Jahr, heißt es aus einigen Schulen und Kindergärten in der Stadt. „Aber, das ist um diese Jahreszeit immer so“, meint Marion Prawitz, Leiterin der städtischen Overbergschule. Im Schillergymnasium bemerke man keinen überdurchschnittlich hohen Krankenstand. Schulleiter Gerhard Koch: „Aber im Januar gab es eine Phase, wo es vermehrte Krankmeldungen von Schülern und auch Kollegen gab.“

Gabriele Schütz-Henkel von der Herbeder Spielgruppe „Zwergenstübchen“ spricht von einer „eher ruhigen“ Situation und „einzelnen Krankenfällen“. In der Awo-Kita Kreisstraße machen sich die Erkältungskrankheiten dagegen „schon bemerkbar“. In der katholischen Kita St. Vinzenz in der Stadtmitte gibt es seit der vergangenen Woche eine erhöhte Anzahl an Krankmeldungen. Gestern waren von den insgesamt 45 Kindern noch 19 Jungen und Mädchen da. Leiterin Birgit Scholz: „Das ist in diesem Jahr schon extrem. Für uns ist naheliegend, dass alle Kinder an dem gleichen Virus erkrankt sind.“