Arzt belastet mutmaßlichen Brandstifter aus Witten

Nach etwa einer Stunde hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Mehr als 20 Menschen befanden sich in dem Haus. Alle konnten gerettet werden.
Nach etwa einer Stunde hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Mehr als 20 Menschen befanden sich in dem Haus. Alle konnten gerettet werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
23-Jähriger musste nach Feuer in Ruhrstraße in Klinik und griff Personal an. Ob Gericht ihn in eine Psychiatrie schickt, ist offen.

Witten..  Muss der 23-Jährige, der im November eine Wohnung in der Ruhrstraße in Brand gesetzt haben soll, in eine geschlossene Psychiatrie? Entscheidend dürfte sein, für wie gefährlich die Siebte Strafkammer des Bochumer Landgerichts den Wittener einschätzt. Am Dienstag sagte einer seiner ehemaligen Ärzte aus. Er beschrieb ihn als unberechenbar.

Der Mediziner hatte den jungen Mann fünf Tage in einer Klinik betreut. Der 23-Jährige war nach dem Brand am 8. November eingewiesen worden. Der Arzt beschrieb ihn als „aggressiv, angespannt, abweisend“. Der mutmaßliche Brandstifter habe das Personal bedroht und versucht, es anzugreifen. Der Mediziner zeichnete das Bild eines Unberechenbaren: „Man konnte ihm das Essen reichen und er wurde aggressiv.“ Das Personal musste ihn sogar fixieren.

Bizarre Fantasien

Der Arzt berichtete auch von bizarren Fantasien des Witteners. So habe er zum Beispiel geäußert, fremde Gedanken würden in seinen Kopf eindringen. Zum konkreten Tatgeschehen gab es wenig Neues: „Wir wissen nicht, was ihn motiviert hat, sich so in seiner Wohnung zu verhalten.“ Anzeichen dafür, dass der 23-Jährige – so wie vor Jahren schon einmal – Befehle von Stimmen bekommen hatte, gebe es nicht. „Man kann das aber nicht ausschließen.“

Wohl auch wegen solch kritischer Aussagen wollte die Verteidigerin die Schweigepflicht des Arztes eigentlich nicht aufheben, ruderte aber zurück. Eher positiv hatte sich ein Nachbar geäußert: Der 23-Jährige sei „ein netter, anständiger, hilfsbereiter Mann“. Er berichtete aber auch von Krach mit dessen Vater und bizarrem Verhalten. So sei der als psychisch krank geltende Wittener im Herbst halb nackt durch den Voß’schen Garten gerannt.

Staatsanwalschaft will Wittener einweisen lassen

Der mutmaßliche Brandstifter gibt an, bei einer Liebeszeremonie zwei Kerzen angezündet zu haben. Er sei kurz raus gegangen. Als er zurückkam, habe die Wohnung gebrannt. Der 23-Jährige betont, er habe er seinen Vater, mit dem er in der Wohnung lebte, retten wollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm bislang versuchten Mord vor und will ihn einweisen lassen.