Arbeitslosigkeit geht in Witten weiter zurück

Die Zahl der gemeldeten Stellen stieg in Witten von 159 (Februar) auf 164 im März. Gegenüber dem Vorjahr waren es 44 Jobangebote mehr.
Die Zahl der gemeldeten Stellen stieg in Witten von 159 (Februar) auf 164 im März. Gegenüber dem Vorjahr waren es 44 Jobangebote mehr.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Frühling belebt weiterhin den Arbeitsmarkt, die Zahl der Erwerbslosen ging auch im März zurück. Selbst Langzeiterwerbslose profitieren offenbar.

Witten..  Die Arbeitslosigkeit in Witten ist weiter auf dem Rückzug. Die positive Entwicklung wird besonders gegenüber dem Vorjahr deutlich. Da zählte Witten Anfang Frühling noch 432 Erwerbslose mehr.

4228 Menschen hatten im abgelaufenen Monat März laut Arbeitsagentur keinen Job, im Februar waren es noch 4299 (-71). Die Quote fiel von 8,5 auf 8,4 Prozent (Vorjahr 9,2). Der ausgebliebene Wintereinbruch und der Frühling sorgen weiterhin für Schwung auf dem Arbeitsmarkt.

Gerade jüngere Facharbeiter sind gefragt

Für junge Leute, die ihre Ausbildung beendet haben, sah es laut Agentur besonders gut aus: In Witten sank die Zahl der arbeitslosen 15- bis 25-Jährigen im März von 262 auf 246, das waren 59 weniger als im Vorjahr (-19 Prozent). Selbst die Langzeitarbeitslosen scheinen zu profitieren: Gegenüber dem Vorjahr waren es immerhin 216 Betroffene weniger. Die Zahl der gemeldeten Stellen erhöhte sich von 159 auf 164 (plus 44 zum Vorjahr).

Die Zahl der Arbeitslosen im Ennepe-Ruhr-Kreis ging um weitere 292 auf jetzt 11 872 zurück. Die Arbeitslosenquote verringerte sich nochmals um 0,2 Punkte auf 7,0 Prozent. Vor zwölf Monaten waren es noch 7,5 Prozent. „Insgesamt ist die Entwicklung der Arbeitslosigkeit der des Vorjahres recht ähnlich. Wir haben eine spürbare Frühjahresbelebung, dabei hatten wir keinen starken Wintereinbruch. Das kommt dem Arbeitsmarkt natürlich zugute“, bestätigt Thomas Helm, scheidender Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, der ab April die Führung der Arbeitsagentur Hamm übernimmt.

Er hob den positiven Trend gerade für jüngere Leute hervor. „Besonders günstig sieht es für Fachkräfte unter 25 Jahren aus, die sich zum Teil erst in den letzten Monaten gemeldet hatten, weil sie nach einer Ausbildung nicht übernommen worden waren. Dank des Fachkräftebedarfs haben sie gute Chancen auf eine Beschäftigung bei anderen Arbeitgebern. Überhaupt zeigt die Arbeitskräftenachfrage im Kreis mit plus 10,5 Prozent jetzt richtig Bewegung.“

Über 100 000 Beschäftigte im EN-Kreis

Das positive Gesamtbild wird von der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen abgerundet. Nach den aktuell verfügbaren Daten hat sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Ennepe-Ruhr-Kreis zuletzt auf fast 103 000 erhöht. Dies waren rund 1500 oder 1,5 Prozent Arbeitsplätze mehr als ein Jahr zuvor.

Die Kräftenachfrage im EN-Kreis hat einen kleinen Frühlingssprung gemacht, so die Arbeitsagentur. 528 Stellen wurden neu gemeldet, 50 mehr als im Februar und 82 mehr als im Vorjahr. Dies war ein Plus von 10,5 Prozent innerhalb eines Monats. Für den Kreis bedeutete dies die höchste Arbeitskräftenachfrage für einen März seit vier Jahren.

„Enormes Plus“ bei offenen Stellen

Bei den Branchen mit dem größten Bedarf gab es keine Überraschungen. Offene Stellen wurden insbesondere von Personaldienstleistern, im Gesundheitswesen, vom Handel und vom Verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Der Gesamtstellenbestand ist im Verhältnis zum Februar mit 1466 um 34 gestiegen (+ 2,4 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr ist dies laut Agentur ein „enormes Plus“ von 293 Stellen oder 25,0 Prozent.

Die Kurzarbeit blieb nach Angaben der Experten weiterhin „unkritisch“. Arbeitsausfälle bei den Unternehmen im Ennepe-Ruhr-Kreis und tatsächlich beanspruchtes Kurzarbeitergeld waren wie im Vorjahr insgesamt gering. Zu beobachten sei aber eine steigende Inanspruchnahme durch Betriebe, die verstärkt im Russland-/ Osteuropa-Exportgeschäft tätig sind.

Positiver Trend hält an

Die Arbeitsmarktbelebung sorgte im März für eine einheitliche Tendenz bei den EN-Kommunen – mit Ausnahme von Ennepetal, wo die Zahl der Erwerbslosen um 30 auf 1129 stieg. Nur wenig Veränderung gab es in Schwelm (- 6 auf 1246) und Breckerfeld (- 12 auf 211). Deutlicher waren die Rückgänge hingegen in Sprockhövel (- 36 auf 538 Arbeitslose), Hattingen (- 41 auf 2129), Gevelsberg (- 47 auf 1127), Herdecke (- 51 auf 596), Wetter (-58 auf 668) und – siehe oben – Witten (- 71 auf 4228).

In Schwelm ist die aktuelle Arbeitslosigkeit fast exakt auf dem Vorjahresniveau. In allen anderen Städten liegt sie teilweise deutlich darunter. Der Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis entwickelt sich laut Agentur „saisontypisch positiv bei stabiler Konjunktur“. Die Jugendarbeitslosigkeit gehe bereits wieder sehr deutlich zurück. Der Abstand zur höheren Vorjahresarbeitslosigkeit vergrößere sich von Monat zu Monat. Die Arbeitskräftenachfrage im Kreis habe sich deutlich belebt, was ein gutes und sicheres Zeichen für die optimistischeren Konjunkturerwartungen der Unternehmen sei. Für den April könne mit einer Fortsetzung der guten Entwicklung gerechnet werden.