Anwohner sauer über neues Bauvorhaben in Bommern

Nicht nur diese Anwohner wären sauer, würde die Schmiedestraße ausgebaut: Olaf Dörfler (54, l.), Werner Neumann (61), Anke Neuman (56, l.), Petra Garske (50, M.) und Manuela Balzer (52).
Nicht nur diese Anwohner wären sauer, würde die Schmiedestraße ausgebaut: Olaf Dörfler (54, l.), Werner Neumann (61), Anke Neuman (56, l.), Petra Garske (50, M.) und Manuela Balzer (52).
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein Architekt will zwischen Schmiede- und Rauendahlstraße bauen. Noch ist nichts in trockenen Tüchern. Trotzdem äußern die Anwohner Bedenken.

Witten..  Viele Wiesen und Felder, viel Wald, die Ruhr: In Bommern lebt es sich ganz angenehm. Kein Wunder, dass der Stadtteil derzeit einen kleinen Bau-Boom zu verzeichnen hat: 27 Grundstücke werden, wie berichtet, Ende Juni im Neubaugebiet zwischen der Alte und der Elberfelder Straße verlost. Außerdem ging vor kurzem eine Bauvoranfrage für die Rauendahlstraße beim Amt ein. Wenig begeistert sind davon die Anwohner der abzweigenden Schmiedestraße. Sie fürchten vor allem ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und dadurch steigende Umweltbelastungen.

Es geht um die Grundstücksfläche nördlich der Rauendahlstraße – zwischen den Wohnhäusern Nr. 32 und 44 – und südlich der Schmiedestraße. Die drei Gebäude darauf sollen abgerissen werden. Geplant ist dann der Neubau von sechs freistehenden Einfamilienhäusern und zwei Mehrfamilienhäusern mit je drei Wohneinheiten sowie Garagen und Stellplätzen. „Wir haben zufällig Wind davon gekriegt“, sagt Olaf Dörfler (54), der seit 18 Jahren die schöne Lage und die Ruhe an der Schmiedestraße genießt. Dahinter befindet sich ein großes Landschaftsschutzgebiet.

Anfang März habe er gesehen, wie ein Unbekannter herumlief und alles fotografierte. Dörfler zögerte nicht lange und fragte nach dem Grund. „Das war der Architekt, der hier neu bauen will, und mir bereitwillig Auskunft gab.“ Die umgehende Nachfrage der Dörflers beim Baudezernat bestätigte die Befürchtungen. Das größte Problem aus Sicht der Anwohner: Waren die alten Häuser mit ihrer Adresse der Rauendahlstraße zugeordnet, sollen die neuen Häuser an der Schmiedestraße liegen, die dafür ausgebaut werden müsste.

Derzeit gibt es nur neun Häuser in der schmalen Schmiedestraße, die in spitzem Winkel von der Rauendahlstraße abzweigt und recht steil nach oben führt. Der Ausblick ist toll, und nach dem letzten Haus geht’s – vorbei an Wiesen – ab in den Wald. Dort ist mit dem Auto kein Durchkommen mehr: Poller machen die Straße zur Sackgasse, in der das Wenden problematisch ist. „Feuerwehr und Müllabfuhr kommen nur mit kleinen Fahrzeugen durch“, sagt Werner Neumann (61), der mit Ehefrau Anke (56) seit 31 Jahren hier wohnt. Dafür könnten Kinder, ergänzt Nachbarin Petra Garske, bislang noch problemlos auf der Straße spielen.

Verkehrsaufkommen würde sich verdoppeln

„Wir wollen niemandem verbieten, hier zu bauen“, sagt Neumann. Doch wenn die neuen Häuser der kleinen Schmiedestraße zugeordnet werden, werde sich nicht nur das Verkehrsaufkommen mindestens verdoppeln. Die derzeitigen Anwohner müssten sich auch an den Erschließungskosten beteiligen. Die könnten sich pro Partei in fünfstelliger Höhe bewegen. „Das kann ich mir nicht leisten. Ich plane eigentlich meinen Ruhestand hier oben, müsste dann aber vielleicht verkaufen.“

„Die Miete würde drastisch steigen“, vermutet Petra Garske. Und dann, sagt die 50-Jährige, „müssten wir ausziehen“. Ebenso erginge es Manuela Balzer (52), die erst vor drei Jahren aus der Innenstadt hier hoch gezogen ist, „wegen der gesunden Luft“.

Ihre Einwände inklusive einer Unterschriftenliste haben die Anwohner schon beim Bauamt eingereicht. Wird tatsächlich gebaut, wollen sie gemeinsam klagen.