Anwohner sauer über Mäuseplage auf der Wittener Ruhrhöhe

Eine doppelte Mäuseplage auf der Wittener Ruhrhöhe ärgert die Anwohner: die kleinen Nager – und auch eine Mieterhöhung.
Eine doppelte Mäuseplage auf der Wittener Ruhrhöhe ärgert die Anwohner: die kleinen Nager – und auch eine Mieterhöhung.
Foto: WAZ
Die Bewohner der Siedlung Ruhrhöhe in Witten-Vormholz sind sauer. Sie plagen Mäuse, die in die Wohnungen kommen. Zudem wurde die Miete kräftig erhöht.

Witten.. Die Anwohner auf der Ruhrhöhe in Witten sind verärgert. Mäuse haben sich in der Siedlung breit gemacht. Außerdem gab es eine saftige Mieterhöhung.

Hinter den Eternitplatten der Fassadenverkleidung haben die Tiere Unterschlupf gefunden. Flitzen von dort über die Balkone und auch in die Wohnungen. Seitens der Hausverwaltung Tiegel gab es bislang keine Reaktion. „Das ist nur ein Beispiel für die Mängel und Nachteile der Gebäude“, betont Knut Unger, Sprecher des Mietervereins. „An allen Ecken und Kanten zieht es. Die Blockheizung ist schlecht isoliert. Die Bäder sind zum Teil veraltet.“ Und dann flatterte den Mietern im letzten Jahr noch eine 20-prozentige Mieterhöhung ins Haus. Die machte vielen im Quartier schwer zu schaffen.

Zehn Mietparteien, die sich weigerten, der horrenden Mieterhöhung zuzustimmen, wurden jetzt vom Eigentümer, der Objektgesellschaft Ruhrliegenschaften, verklagt. Der erste Gütetermin fand Dienstag am Amtsgericht statt. Da gab es allerdings keine Einigung. Der Anwalt der Klägerseite signalisierte weder Entgegenkommen noch Kompromissbereitschaft.

„Jetzt geht es halt ans Eingemachte“

„Eigentlich hatten wir auf einen Vergleich gehofft“, betont Unger. „Die Mieter mit den strittigen Verträgen sind durchaus bereit, zehn Prozent mehr Miete zu bezahlen. Das haben wir vor Gericht auch gesagt. Aber jetzt geht es halt ans Eingemachte, mit verschiedenen Gutachten und einer Überprüfung der gesamten Bausubstanz.“ Denn die Mieten seien im Wohnquartier zwar günstig, aber die Mängel rechtfertigten keine drastische Mieterhöhung.

Die Mäuseplage brachte das Fass jetzt zum Überlaufen. „Für die Mäuse sollen wir noch mehr Mäuse bezahlen? Das geht doch gar nicht“, ärgert sich Irmtraud Rademske (65). „Ich wohne im dritten Stock und bei mir laufen die Mäuse durch das Wohnzimmer.“ Arno Löban (59) wohnt seit 26 Jahren auf der Ruhrhöhe. Damals gehörten die Häuser noch einer Genossenschaft. Als die Siedlung verkauft wurde, ging es von Jahr zu Jahr bergab. „Der Hausverwalter Tiegel lässt sich weder sehen, noch kümmert er sich.“

Tote Ratten liegen auf der Wiese

Nach Ansicht der Mieter liegt die Mäuseplage an den Mülltonnen. „Früher hatten wir große Container. Die standen in Boxen. Jetzt sind sie kaputt. Und die Tonnen stehen an der Straße und kullern manchmal durch die Gegend. Ideales Futter für die Mäuse“, erzählt Andreas Hallepape (45). Er ist in der letzten Zeit auf Mäusejagd gegangen. Seine „Jagdtrophäen“ hat er fotografiert und die Bilder auf ein Schild geklebt. Die toten Ratten auf der Wiese ärgern ihn auch. „Schließlich spielen dort auch Kinder.“

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE