„Annelie“ eröffnet Bikini-Saison in Witten

Wie im Urlaub: Bei strahlendem Sonnenschein ließen es sich über 2000 Gäste im Freibad an der Herdecker Straße gutgehen.
Wie im Urlaub: Bei strahlendem Sonnenschein ließen es sich über 2000 Gäste im Freibad an der Herdecker Straße gutgehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am heißen und wolkenfreien Dienstag strömten über 2000 Wittener ins Freibad - zum Rutschen, Picknicken oder um in der Sonne zu brutzeln.

Witten..  Der Bikini sitzt, das Bäuchlein blitzt: Hoch „Annelie“ brachte Witten am Dienstag bei 27 Grad und freiem Himmel endgültig in den Sommermodus und lockte so über 2000 Gäste ins Annener Freibad.

Das Kreischen aus den Becken ist bis auf die Herdecker Straße zu hören. Mancher Autofahrer, der auf vier Rädern kam, streckte sein frustriertes Gesicht aus dem Fenster: weit und breit kein freier Parkplatz. Wer konnte, kam zu Fuß oder mit dem Rad – oder tat beim Gang von der heiß ersehnten freien Parklücke etwas für die Freibadfigur.

Die Massen am Eingang treiben dem Mann in dem schattigen Kassenhäuschen gegen 13.30 Uhr Schweißperlen auf die Stirn. Die Schlange der Badegäste schlängelt sich gefährlich Richtung Straße.

„Brechend voll ist es noch nicht“

Auch wenn die vielen Papas, Mamas, Kinder, die unzähligen Sonnenbrillen-, Bikini- und Hawaiihosen-Träger, die Gebräunten, Tätowierten und Gestählten es glauben machen – freie Liegeplätze und teils verwaiste Steinbänke verraten: „Brechend voll ist es heute noch nicht. Viele kommen erst, wenn es ein paar Tage am Stück sommerlich ist“, meint eine Bademeisterin und richtet sofort wieder den strengen Blick in die Becken. Die 3600-Gäste-Marke vom 5. Juni wird (wohl) noch nicht geknackt an diesem Tag.

Papa Earny (58) ist mit den Kindern Robin (14) und Lina (15) da. „Ball und Badehose – mehr brauchen wir nicht“, lässt er wissen. Lina taucht „gerne im großen Becken nach Flummis“. Kathleen Dorsch ist mit ihren Kindern Johanna (10) und Leonard (8) gekommen. „Wir suchen uns erst mal ein schattiges Plätzchen“, sagt sie und zeigt unter einen Baum. Getränke, Kekse - für die Erstversorgung ist gesorgt. „Wir machen ein kleines Picknick.“

Am Kiosk geht es zu wie im Becken: die Frau am Tresen kann gar nicht so schnell in die Kühltruhe greifen, wie ein neuer Kunde vor ihrer Nase steht. Ein Mann mit Vollbart, hautenger Badehose und 70er-Jahre Sonnenbrille streicht sich selbstbewusst über den Bauch und entscheidet sich dann für die frittierten Kartoffelstangen. „Mit Mayo!“

Jungs belagern Drei-Meter-Turm

Um ans Essen zu denken, hat Leon keine Zeit. Der 12-Jährige steht auf dem Drei-Meter-Turm und zieht mit einem Rückwärtssalto den Applaus der Mädchen auf sich. „Hab ich einmal gemacht, dann konnte ich’s“, meint er hinterher cool. Im Sekundentakt spritzt das Wasser. Vorwärts, rückwärts, mit Kopf voran oder mit anderen Körperteilen - die Jungs und Mädels am Sprungturm probieren alles aus. Nur einmal muss die Bademeisterin eingreifen, als ein Junge unter dem Ein-Meter-Brett Mätzchen macht.

Ähnlich turbulent geht’s bei Jan (22) und seinen Freunden zu, die gerade die gelbe Rutsche hinunter sausen. Zu siebt sind sie heute da. „Ich bin auch schon mal auf der Liege - ein bisschen Farbe schadet ja nicht“, ruft Melina (18) gegen das Kreischen im Becken an. Mikel zeigt seine „Actioncam“. „Damit kann man unter Wasser Bilder und Videos machen.“ Über Inhalte sprechen wir an dieser Stelle mal nicht: privat.

Am „Dreier“ hat Felix noch lange nicht genug. Stolz zählt der Zehnjährige seine Sprungvarianten auf und berichtet von seinen Abzeichen. „Ich hab’ einen Ferienpass und kann 51-mal ins Bad.“ Ob er das machen will? „Klar! Aber da hätte meine Mutter was gegen...“