Anlieger müssen Streugut von den Gehwegen selbst entfernen
19.02.2010 | 19:05 Uhr 2010-02-19T19:05:00+0100
Witten. Massenweise wurde auf den Gehwegen Granulat gegen die Glätte gestreut. Nun geht es an die Entsorgung. Dabei stellt sich die Frage: Wer fegt's weg? Thomas Bodang, stellvertretender Leiter des Betriebsamtes, sieht die Bürger in der Pflicht.
Viele Wochen knirschte der Schnee unter unseren Schuhen. Jetzt, nachdem es getaut hat, ist es das Granulat. Massenweise liegt es nun auf den Gehwegen. Und wer fegt's weg?
„Wir haben überhaupt kein Granulat gestreut”, sagt Thomas Bodang, stellvertretender Leiter des Betriebsamtes. „Die Anlieger vieler Straßen haben mit Granulat die Bürgersteige winterfest gemacht, weil sie dafür kein Salz benutzen dürfen”, erklärt er weiter.
Anlieger sind in der Pflicht
Und damit seien diese Anlieger auch verpflichtet, das Granulat nun wieder zu entfernen. „Es reicht aber nicht, es einfach in die Straßenrinne zu fegen, sondern es muss über die Restmülltonne entsorgt werden”, sagt Bodang.
So rutschfest die Bürgersteige bei Schnee und Eis durch Granulat wurden, so nervig empfanden es zahlreiche Leute, wenn sie die kleinteilig-spitzen Körnchen in ihren Schuhprofilen mit ins Auto oder ins (Treppen-)Haus schleppten, wo sie unter anderem die Böden verkratzten oder sich widerspenstig in Teppichen verkrallten.
Manche Anlieger streuten die Bürgersteige auch mit Sand, der ebenfalls vom Betriebsamt benutzt wurde. „Wir haben mit diesem Sand aber nur jene Gehwege gestreut, bei denen die Stadt auch Anlieger ist oder auch an Bushaltestellen oder bei Wegen durch Parkanlagen”, präzisiert Bodang. Genau an diesen Stellen wird die Stadt den Sand auch wieder entfernen.
130 Tonnen Sand gestreut
Anders als beim leidigen Thema Salz sei es für das Betriebsamt kein Problem gewesen, an genügend Sand zu kommen. „Teils wurde er uns schon am selben Tag geliefert, an dem wir ihn bestellt haben”, so Bodang. Etwa 130 Tonnen Sand seien in den schneereichen Wochen von den Kolonnen gestreut worden, schätzt er.
Was die Situation in Sachen Salz angeht, so ist das Lager des Betriebsamtes derzeit leer. Allerdings halte man noch 18 Tonnen in den fünf Streuwagen bereit. „Und für die nächste Woche wurden uns Lieferungen über insgesamt 100 Tonnen Salz zugesagt”, so Bodang. Etwa 800 bis 900 Tonnen passen in die Halle. „Normalerweise kaufen wir im Mai ein, da sind die Preise am günstigsten. Dann liegen sie für 1000 Tonnen etwa bei 75 000 bis 80 000 Euro”, sagt Bodang.
Ununterbrochen im Einsatz
Im Winter seien die Preise für Streusalz generell höher, diesmal seien sie durch die extreme Nachfrage allerorten aber geradezu explodiert. „Was einige Anbieter gefordert haben, war geradezu unlauter”, beschreibt Bodang. Bis nach Österreich habe er rumtelefoniert und sich schließlich für den „günstigsten möglichen Lieferanten” entschieden, übrigens eine Wittener Firma.
Derweil sind die Straßenwärter des Betriebsamtes ununterbrochen im Einsatz, um die unzähligen Schlaglöcher als Hinterlassenschaften dieses Winters zu stopfen. Jetzt, da der Frost zurückgeht, können sie dabei auch wieder mit dem langlebigen Heißasphalt arbeiten.
18:22
Diese Menschen werden aber nicht dafür bezahlt hinter den Bürgern her aufzuräumen, sondern zu einer bestimmten Stundenzahl zu einem bestimmten Lohn städtische Arbeiten zu verrichten. Das Streugut der Anlieger zu entfernen gehört offensichtlich nicht dazu (s. Kommentar #4). Wer will, dass diese Aufgaben auch noch von der Stadt übernommen werden, muss wohl mit höheren Steuern rechnen.
Wie viel Streugut haben einige Leute eigentlich verbraten, dass sie wegen des Zusammenfegens so einen Aufstand machen? Im Vergleich zur in den letzten Wochen geschaufelten Menge Schnee dürfte das kein großes Problem darstellen.
Übrigens untersagt Herr Bodang jediglich, das Streugut einfach in die Rinne zu fegen, nicht jedoch das Zusammenkehren und die spätere Wiedernutzung. Eigentlich ist letzteres eine sehr gute Idee, leider haben viele Hunde in der letzten Zeit angefallene Schneehaufen verstärkt als Hundeklo benutzt. Ekelhaft. Hoffentlich entleert man in der Stadt nicht demnächst die Kehrmaschinen in die Streuwagen.
Wenn das Leben in anderen Städten so viel besser ist, dann zieht doch weg, ihr ganzen Nörgler...
18:20
@19 der Hinweis auf den humanoiden Ursprung der städtischen Bediensteten, sollte eigentlich nur daran erinnern, das damit einige Beschränkungen einher gehen. Sie können beispielsweise nur zu einer Zeit an einem Ort sein um nur eine zu nennen.
Der Einsatz von Hartz4 Empfängern, sollte nicht nur auf das Schneeschippen beschränkt sein. Als erstes fällt mir da z.B. auch der gescheiterte Bürgerbus in Herbede ein. Bus und Sprit waren organisiert es fehlten nur die Fahrer.Da gäbe es bestimmt einige die lieber als H4 geschenkt zu bekommen ein gleich hohes Busfahrergehalt erarbeiten würden..
Nur das ist auf kommunaler Ebene nicht akzeptabel zu lösen. Ich kann nicht Menschen die für mich arbeiten behandeln wie Sklaven. Wenn also so ein Arbeitsloser in Tariflöhnen gerechnet sein Lebensminimum erarbeitet hat, muss er frei sein zu tun und zu lassen was er will.
z.B. dazuzuverdienen wenn er noch einen zweiten Job findet oder in Urlaub zu fahren wenn der Dienstplan es zulässt. Auch ist es für jemanden der sein Geld ehrlich erarbeitet unwürdig, wenn man ihn zwingt seine Altersvorsorge zu verballern oder gar in seine Wohnung eindringt um Zahnbürsten zu zählen.
18:16
käär, was habt ihr alle probleme....
ich hätte hier zwar ´ne masse anzubringen - und zwar pro wie contra zu den kommunalen auffälligkeiten dieses winters, aber es macht bei diesem tiefflieger-niveau der allermeisten kommentatoren einfach keinen spass.
aber eins sag ich dennoch an all die steten nörgler:
habt ihr eigentlich keinen friseur, dem ihr all euren dumpfsinn erzählen könnt?
18:01
@psa
Wer laut fordert die Stadt hat zu tun und sofort und an allen Stellen gleichzeitig, der sollte sich bewusst machen, das die kommunalen Mitarbeiter Menschen sind.
diese menschen werden aber auch dafür bezahlt und ich nicht. schon mal aufgefallen?
außerdem könnten das ruhig mal die ganzen hartzis machen. da hätte man einen mehr als ausreichenden pool.
17:29
Es ist schon verdammt schwer einfach mal ein paar Regeln zu akzeptieren. Wenn man die Kommentatoren nicht von anderer Stelle her kennen würde, man könnte meinen hier ist eine spätpubertierende 68er Truppe versammelt.
Wer laut fordert die Stadt hat zu tun und sofort und an allen Stellen gleichzeitig, der sollte sich bewusst machen, das die kommunalen Mitarbeiter Menschen sind.
Meine Empfehlung da immer wieder, gehen sie zu dem Stadtrat ihres Vertrauens und weisen sie ihn an im Rat einen Antrag einzubringen, die Belegschaft der Stadt zu verzehnfachen um für all die Vorkommnisse gewappnet zu sein, die so alle 30 Jahre mal auftreten. Oder von mir aus auch, das bei solchen Extremwetterlagen das Rathaus geschlossen wird und alle zum Winterdienst abkommandiert werden.
13:44
@Unholy
Ich wäre vorsichtig damit, andere als dumm zu bezeichnen, wenn ich selbst nicht die Städte und die Stätte auseinanderhalten kann...
12:42
Mit welcherSelbstverständlichkeit hier Arbeiten deligiert wedren um sich selber zu entlasten! Vielleicht sollte man sich eher um wichtige sachen(schlaglöcher) kümmern als uns Steuerzahlern zusagen was unsere Pflichten sind!
Nebenbei wie schon öfters erwähnt gibt es auch pflichten der stadt die in keinster weise erfüllt wurden.....war ja auch kein salz mehr da...sorry du dämmlicher Steuerzahler!!!!!
....und wieder einmal ist der Bürger in der pflicht....was ein witz
12:29
Der Bürger ist in der Plicht !!!!!!!!!!!!
Ich bin jedem Tag im Aussendienst. Dort wurden Strassen teilweise gar nicht geräumt.
Konnte froh sein mit dem PKW an manchen Tagen nicht steckengeblieben zu sein !!!
Das ist der Stadt Scheissegal. Wir haben kein Streugut mehr- seht zu wie Ihr Fertig werdet--Bitte Schön Eure Stadt.
Übrigens hatte ich vor Weihnachten drei Tage einen Krankenschein weil ich auf der Bordsteinkante umgeknickt bin- (lleeres Laufstück) war ja nichts von der Stadt freigemacht- Warum auch !!!
.......aber der Bürger ist in der Plicht ---Top !!!!
06:09
Bürger haltet eure Stätte sauber, nur bei den Dümmsten kommt das leider nie an..
01:51
und hat das Betriebsamt in den letzten Tagen genauso fleißig seinen Sand wieder von den Gehwegen eingesammelt wie es vom Bürger verlangt wurde???
hoffentlich hat das Betriebsamt den guten Sand nicht einfach in der Restmülltonne versenkt...
wo es doch heute wieder ordentlich Neuschnee gab...
aber wie ich die Stadt Witten kenne heißt es dann, das sich das einsammeln und einlagern von Sand nicht lohnen würde…
Und wehe der anständige Bürger hat jetzt seinen Sand zusammen gefegt, in einen Eimer aufbewahrt und wagt es diesen noch einmal auf den Bürgersteig zu streuen…