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Angriff auf Muslime

10.09.2010 | 17:04 Uhr

Witten.Pläne amerikanischer christlicher Fundamentalistenprediger, am 11. September in den USA öffentlich Koranausgaben zu verbrennen, sind bei Wittener Muslimen auf Unverständnis gestoßen.

Für Mehmet Öztürk, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Vorsitzender der Liste Türk Birligi im Integrationsrat, ist eine Koranverbrennung „eine Art Angriff auf Muslime“. Da es rechtlich nicht verboten sei, ein Buch zu verbrennen, sähen manche Fundamentalisten darin offenbar eine Möglichkeit, auf legalem Wege im gesetzlichen Rahmen ihren Protest gegen eine Religion auszudrücken.

„Für mich ist das einerseits lächerlich, andererseits macht es mich traurig, dass es Menschen gibt, die den Islam so bekämpfen wollen.“ Dabei sei, so Öztürk, vieles, was dem Islam angehängt werde, gar nicht dem Islam zuzuordnen.

Bücherverbrennungen seien stets der falsche Weg, so der 36-jährige Wissenschaftler. „In Büchern, die Menschen als heilig betrachten, sei es der Koran oder das Grundgesetz, sind die Werte dieser Menschen verankert, und das sollte man auch respektieren.“ Öztürk hoffe, dass dies in Deutschland nicht passiere, „aber ausschließen will ich das nicht“. Er fühle sich persönlich in Deutschland sicher, „es hat keine Angriffe auf mich oder Beleidigungen gegen mich gegeben. Aber man weiß ja nie, was passiert.“

Ali Bilgi stammt aus der Türkei und arbeitet in einem Dönerimbiss in der Innenstadt. „Man sollte solche Leute einfach ignorieren“, sagt er. „Das sind schlechte Leute, und was sie machen, ist einfach nur eine Provokation.“ Er wolle solche Aktionen einfach an sich abprallen lassen: „Das interessiert mich doch gar nicht.“

Dass einzelne fundamentalistische Prediger mit solchen Aktionen nur provozieren und auf sich aufmerksam machen wollen, glaubt auch Bäcker Mehmet Durmus, der gerade wegen des muslimischen Zuckerfestes ein neues Blech voll süßer Bakhlava-Plätzchen in sein Geschäft an der Bahnhofstraße geholt hat. „Das ist doch absurd, was die da vorhaben“, sagt er, „das ist unglaublich. So etwas macht man doch nicht.“

Schließlich gingen doch auch Muslime nicht hin und würden beispielsweise christliche Bibeln verbrennen. „Man muss doch schließlich auch Respekt vor Andersgläubigen zeigen.“

Durch die geplante Aktion fühlt sich Mehmet Durmus auch persönlich verletzt. Doch alle Christen will er dafür nicht über einen Kamm scheren. „Das ist ein Verrückter, der will doch nur auffallen und sich einen Namen machen. Dafür kann man niemand anderen verantwortlich machen.“

Er lehne jede Art von Fundamentalismus ab. „Wir wollen doch alle nur, dass alle Menschen glücklich werden. Dafür müssen wir zusammenhalten, das Leben ist doch schon schwer genug.“

Bernd Kassner

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Kommentare
12.09.2010
18:15
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von Norit | #2

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11.09.2010
09:49
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von kolopp | #1

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