Angeklagter gesteht Missbrauch an seiner Kollegin
12.05.2010 | 18:21 Uhr 2010-05-12T18:21:00+0200
Witten.Mit einem Schlafmittel, das er in einem Muffin versteckt hatte, betäubte ein 31-Jähriger seine Arbeitskollegin. Danach missbraucht er die Frau aus Witten und filmte die Tat mit seiner Handy-Kamera. Das gestand er zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht.
Es begann mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken am 7. Januar - und endete für eine 57-jährige Wittenerin in einem Albtraum. 14 Stunden später wachte sie in der Wohnung ihres Arbeitskollegen auf und konnte sich an nichts mehr erinnern. Der 31-Jährige hatte sie mit einem Schlafmittel betäubt, mit nach Hause genommen und sexuell missbraucht. Das gestand er am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht.
Zu der Tat habe er sich von einer Internet-Bekanntschaft verleiten lassen. Angeblich sollte er alles filmen und seinem virtuellen Freund später das Material geben. Als die Frau am nächsten Morgen erwachte, brachte er sie nach Hause. Dort rief die Tochter dann den Notarzt.
In einem selbst gebackenen Muffin hatte der Angeklagte etwas zehn zerkleinerte Tabletten eines Schlafmittels versteckt - bei dem Kuchen handelte es sich angeblich um die Reste einer Geburtstagsfeier vom Vortag. Ahnungslos biss seine Kollegin hinein. Sie habe sich noch über den bitteren Geschmack gewundert, aus Höflichkeit aber aufgegessen, sagte sie am Mittwoch vor Gericht.
Würgemale am Hals
Dann ging alles ganz schnell. Schon als sie das Büro verließ, war ihr schummerig. Was danach passierte, weiß sie nicht mehr. Mit dem Bus fuhren die beiden bis in die Nähe der Wohnung des 31-Jährigen. Auf dem kurzen Fußweg musste er sie stützen, weil ihre Beine immer wieder nachgaben.
Was er danach mit der inzwischen bewusstlosen 57-Jährigen machte, dokumentierte er mit seiner Handy-Kamera. Er legte sie im Wohnzimmer auf eine Matratze, entkleidete sie fast vollständig und missbrauchte sie. Nach etwa einer dreiviertel Stunde zog er seine Arbeitskollegin wieder an und legte sie auf die Couch. Sogar einen Eimer stellte er ihr hin, falls sie sich übergeben müsse.
Nachts wurde er von Geräuschen aus dem Wohnzimmer aufgeweckt. „Sie hat gelallt und mit den Armen gerudert“, sagte der Angeklagte. „Ich wollte sie beruhigen und habe versucht, ihren Oberkörper runterzudrücken.“ Würgemale am Hals sahen die Polizisten, als sie die 57-Jährige am nächsten Tag im Krankenhaus vernahmen. „Im Eifer des Gefechts bin ich wohl leider an den Hals gekommen“, erklärte der 31-Jährige. Erst als sein Opfer anfing zu röcheln, habe er von ihm abgelassen.
Ein sexuelles Verlangen habe nicht dahinter gesteckt
Ruhig und sachlich schilderte der Angeklagte, wie es zu der Tat gekommen sei. „Ich habe mich im Internet dazu verleiten lassen.“ Immer wieder habe er einen Chat-Room genutzt, in dem private Fotos ausgetauscht werden. „Dort habe ich jemanden kennen gelernt, der das mit seiner Ehefrau macht.“ Die virtuelle Bekanntschaft mit dem Spitznamen „Sambuca“ habe ihm alles genau erklärt. Welches Medikament er verwende, wie hoch die Dosierung sein solle und dass sich seine Frau danach an nichts mehr erinnern könne.
Schon länger hat der Angeklagte vor der Tat mit dem Gedanken gespielt, dass seine Arbeitskollegin sein Opfer werden könnte. Ein sexuelles Verlangen habe nicht dahinter gesteckt. „Ich habe eigentlich nur für die Bilder gehandelt.“
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