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Clement an der Uni

Anekdoten von SPD-Schlachten

17.03.2011 | 18:05 Uhr
Anekdoten von SPD-Schlachten
Besuchten die Wittener Uni: rechts der ehemalige Superminister und NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement, links Pädagoge Bernhard Bueb. Foto: Arne Poll, WAZ Fotopool

Witten. Alljährlich habe es damals eine Schlacht in der SPD-Fraktion um die Förderung der Universität Witten/Herdecke gegeben, heute seien die meisten Sozialdemokraten stolz auf die Uni.

„So ändern sich Meinungen und Einschätzungen im Laufe der Jahre“, sagt der frühere Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Wolfgang Clement. Er kam am Donnerstag (17.3.) zur gemeinschaftlichen Sitzung der Zukunftskreise „Wirtschaft und Politik“ sowie „Erziehung und Bildung“ des Frankfurter Zukunftsrates, der im großen Hörsaal der Universität tagte. Clement selbst sitzt im Vorstand des Zukunftsrates. Er leitet den Kreis zu „Politik und Wirtschaft“.

„Eigentlich möchten wir als Arbeitskreis heute hier von dem Kreis zu Erziehung und Bildung profitieren“, gab er zu - nicht ohne zuvor sein Mitvorstandsmitglied Prof. Dr. Manfred Pohl dafür zu loben, endlich die Regionalwirtschaft zusammengebracht zu haben, damit sie sich „endlich für die Universität engagiert“. Denn die Krise der Hochschule sei nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Landespolitik dramatisch gewesen.

Als problematisch bezeichnete Clement die - weltweite - Schnittstelle zwischen Schule und Beruf. „Es gibt kein Problem, das größer ist als die Jugendarbeitslosigkeit.“ Wenn Spanien z.B. eine Arbeitslosigkeit von 20 Prozent habe, dann läge die Jugendarbeitslosigkeit bei etwa 40 Prozent, „weil sie immer um etwa 50 Prozent höher ist als die allgemeine Arbeitslosigkeit“.

Deutschland sei durch die duale Ausbildung noch recht gut dran. Die Quote junger Menschen ohne Beschäftigung läge um zehn Prozent. „Aber das ist zu viel.“ Drei Jahre vor Ende der Schulzeit müsse die Vorbereitung aufs Berufsleben beginnen. Es gebe viele gute Partnerschaften zwischen Schulen und Firmen, aber die seien stets nur punktuell, so der frühere SPD-Politiker. Gelungen sei es bisher nicht, die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Es ginge dabei nicht nur darum, die aktuell seit langem Arbeitslosen zu unterstützen, sondern darum, Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern. „Alles andere ist immer nur eine Reparatur im Nachhinein.“

Für eine bessere Ausstattung von Krippen sprach sich Clement unter anderem aus. Der Zukunftsrat wolle die öffentliche Diskussion beeinflussen. Seiner Meinung nach ist Deutschland mit der heutigen föderalen Struktur nicht in der Lage, die für bessere Bildung notwendigen Kriterien zu erfüllen.

Vor 46 Wissenschaftlern sowie Führungskräften aus Politik und Wirtschaft konstatierte Clement, dass sich Sozialpolitik heute eben auch um Bildung, Wissenschaft und Forschung kümmern müsste.

Liliane Zuuring


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