Am S-Bahnhof liegen für die Wittener Linie 310 schon Gleise

Am S-Bahnhof Langendreer werden die neuen Gleise für die kombinierte Linie 310/302 gelegt.Foto:Jürgen Theobald
Am S-Bahnhof Langendreer werden die neuen Gleise für die kombinierte Linie 310/302 gelegt.Foto:Jürgen Theobald
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Was wir bereits wissen
Umbau der Linie 310/320 geht in Langendreer voran. Witten soll bis 2017 an die S 1 angebunden sein. In der Crengeldanzstraße droht herber Rückschlag.

Witten/Bochum..  Das Mega-Projekt 310/302 nimmt weiter Fahrt auf – jedenfalls in Bochum. Ende März sind die Arbeiten für den Ausbau der Straßenbahnlinie am S-Bahnhof Langendreer angekommen, wo derzeit rund 25 Mitarbeiter mit schwerem Gerät damit beschäftigt sind, die ersten Gleise zu verlegen.

Direkt am S-Bahnhof, wo heute Bagger und Bohrer das Bild beherrschen, soll die über die Unterstraße verlängerte Linie 302 dereinst enden. Heute fährt sie von Gelsenkirchen-Buer aus nur bis Laer-Mitte. „So binden wir unsere neue Linie optimal an die S-Bahn-Linie 1 Richtung Essen oder Dortmund an“, sagt Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann. Ende 2016 sollen vom S-Bahnhof Langendreer aus die ersten Straßenbahnen Richtung Laer, Bochum-Zentrum und Buer rollen.

Noch zwei Etappen bis Witten

Die endgültige Fertigstellung des 310-Projektes mit freier Fahrt bis Witten ist für Ende 2017 geplant. Bis dahin müssen aber noch auf der Hauptstraße/Bochumer Straße in Richtung Witten zwei Bauabschnitte umgesetzt werden: das Stück unter der A 44 hindurch bis Papenholz (2015) und das abschließende bis zum Crengeldanz (2016/2017).

Für die Wittener wird das Großprojekt erst dann richtig interessant: Über die neue Trasse fährt die 310 dann unter der A 44 hindurch geradeaus in Richtung Langendreer. Dort gabelt sich die Strecke am Markt: Im Wechsel biegt die 310 dann nach links in Richtung Bochum-Zentrum ab (Unterstraße, neue Trasse 302) oder sie fährt geradeaus zum S-Bahnhof Langendreer.

An einer anderen Stelle droht der Modernisierung der Linie 310 aber gleichzeitig ein empfindlicher Rückschlag. Auf der Crengeldanzstraße sind die Schienen zwischen dem Busbetriebshof und dem Marienhospital völlig verschlissen. Der Lückenschluss dort soll mit kompletter Straßenerneuerung und neuen Haltestellen neun Millionen Euro kosten. Allein: Die Stadt Witten, der die Bogestra dafür eine Frist bis 2016 gesetzt hat, kann offenbar nicht mitziehen. Die Aussichten auf die nötigen Fördermittel scheinen denkbar schlecht zu sein.

In Berlin führten der Deutsche Städtetag und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) den ausstehenden Wittener Lückenschluss – neben anderen Projekten – kürzlich als Musterbeispiel für eine verfehlte Förderpolitik des Bundes an. Die Mittel aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz seien seit Jahren „objektiv zu gering und vielfach überzeichnet“.

Das könnte dazu führen, dass die Bogestra nur die Schienen in der Crengeldanzstraße erneuert, weil das Material es erfordert, – dass dieses Stück aber nicht zugleich niederflurgerecht ausgebaut und mit neuen Haltestellen ausgestattet wird. Die Crengeldanzstraße behielte den Charme der 50er Jahre. Angesichts einer Gesamtinvestition von rund 60 Millionen in den Umbau der Linie 310 wäre das für Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann schlichtweg „ein Treppenwitz“.

Bahn und Bus im Takt

Auf den Anschluss der 310 an den S-Bahnhof Langendreer legen Stadt Witten und der für den ÖPNV zuständige EN-Kreis Wert. Verbindungen und Takt müssen aber noch ausgehandelt werden.

Im günstigsten Fall ergibt sich zusammen mit der Buslinie 379 ein 10-Minuten-Takt zwischen Witten und S-Bahnhof Langendreer. Eventuell muss die Linie 378 dafür aufgegeben werden.