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Entsorgung

Altmetallsammler drängen in die Stadt

01.04.2011 | 16:51 Uhr
Altmetallsammler drängen in die Stadt
Mobiler Schrottsammler

Witten. Nicht jeder auswärtige Klüngelskerl, der Metall sammelt, entsorgt sein Material legal, warnen Stadt und EN-Kreis. Elisabeth Henne von der unteren Kreis-Abfallbehörde sagt: „Finger weg von den ,Schrottis’.“

Es gibt Leute, die können das Gedudel der verschiedenen Klüngelskerle schon nicht mehr hören. Für die kommt jetzt eine ganz schlechte Nachricht: Es werden immer mehr. Weil sie in Dortmund von den Ordnungsbehörden verdrängt werden, schwappen mehr oder weniger legale Schrottsammler von dort nach Witten über.

Dortmund, darüber wurde berichtet, hat ein großes Problem mit Zuzügen aus Bulgarien und Rumänien. Witten, das ist neu, hat es auch. „Vergessen Sie alles, was Ihnen zu den Themen Klüngelskerl und Romantik einfällt“, sagt Elisabeth Henne von der unteren Abfallbehörde des EN-Kreises. Während legal gemeldete Schrottsammler - das sind in Witten immerhin schon rund 20 - eine Reisegewerbekarte haben und nachweisen müssen, wo sie ihren Kram entsorgen, sparen sich die einen oder anderen „Neulinge“ die 260 Euro für die Karte.

Reifen müssen getrennt entsorgt werden

„Werden sie erwischt, kostet das 300 Euro“, sagt Ulf Köhler vom Ordnungsamt, der gerade erst so einen Fall hatte. Dabei war die fehlende Karte aber noch das geringste Problem des fahrenden Bulgaren aus Dortmund: Sein Kleinlaster war nicht versichert, sein Nummernschild war gar nicht seines, und wegen erheblicher technischer Mängel musste der Wagen sofort stillgelegt werden. Ein echtes Schrottauto eben.

Altkleider-Sammlung
Anstiftung zur illegalen Müllentsorgung

In der Stadt sind gerade wieder Zettel für eine Altkleider-Sammlung verteilt worden. Kürzlich standen auch wieder kleine Körbe für eine Schuhsammlung vor einigen Haustüren. Stadt und Kreis warnen: „Diese Sammler sind nicht zertifiziert. Für die Körbe brauchen sie eine Sondernutzungsgenehmigung, die nicht erteilt wurde. Wer dem Aufruf folgt, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro wegen illegaler Müllentsorgung rechnen. Witten hat genügend legale Altkleider-Container.“

Und auch die Ladung ist gelegentlich problematisch: „Das angemeldete Reisegewerbe ist Altmetall sammeln“, sagt Köhler. Nicht selten aber fänden sich auf der Pritsche der Lastwagen beispielsweise Reifen auf Felgen. Die Felgen gehen in Ordnung - Reifen aber müssten getrennt entsorgt werden, zum Stückpreis von 6,50 Euro. Das macht 26 Euro für einen Satz abgefahrener Reifen. Die 50 Reifen, die an der Straße Salinger Feld unweit der Dortmunder Stadtgrenze liegen, hätten, das nur ganz am Rande, satte 390 Euro in der Entsorgung gekostet.

Wird etwas auf der Pritsche entdeckt, das mit Metallschrott keine Ähnlichkeit hat, melden Ulf Köhler und seine Kollegen das an den EN-Kreis weiter. Dort müssen die Sammler einen Entsorgungsnachweis vorlegen. Das tun sie auch - ausgestellt von einem Altmetall-Großhandel für die Entsorgung der Felgen, die sich gut verkaufen lassen.

Kreisverwaltung spricht von einem „Sumpf“

Und für die Reifen? Elisabeth Henne von der Kreisverwaltung spricht von einem „Sumpf, in den wir eingedrungen sind, und wir haben nicht geahnt, wie tief der ist. Ich habe nicht einen einzigen Nachweis für eine korrekte Entsorgung einer solchen Fuhre. Was die Leute da machen, hat mit dem Klüngelskerl der 60er Jahre gar nichts zu tun.“

Seit man diesen Sammlern in Dortmund „stark auf die Füße getreten“ habe, seien sie in den EN-Kreis und vor allem nach Witten gekommen, so Elisabeth Henne. Sie warnt: „Finger weg von den ,Schrottis’. Jeder Bürger kann den Sperrmüll bestellen, Autoreifen werden in haushaltsüblichen Mengen kostenlos angenommen.“ Natürlich keine 50 Stück wie im Salinger Feld. Wo die herkommen könnten? Elisabeth Henne zuckt die Schultern: „Privatleute haben nicht so viele Reifen. Eine Autowerkstatt gibt es da nicht. Und ein Reifenhändler kann gebrauchte Reifen ja an seinen Großhändler zurückgeben.“

Bernd Kassner



Kommentare
01.04.2011
20:42
Altmetallsammler drängen in die Stadt
von EinNeuer | #1

Wer dem Aufruf folgt, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro wegen illegaler Müllentsorgung rechnen. Ist das das Problem?
Wer entsorgt die vor unserer Tür unaufgefordert abgestellten Körbe. Und wer verfolgt die Straftat
wegen illegaler Müllentsorgung? Wer hat die Körbe die vor unserem Haus stehen gefüllt?
Bitte um eine Telefonnummer wo ich umgehend dieses Bußgeldpflichtige Tat melden kann.
Um nicht mißverstanden zu werden: Ich billige nicht dieses Gewerbe. Aber an statt die zu bestrafen, die gutgläubig auf die Handzettel, oft mit kirchlichem und caratativem Hintergrund, hereinfallen, sollte man die Einsammler dieser Körbe ordentlich zur Kasse bitten. Und die kann man ja bei gutenm Willen sehr leicht schnappen.

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