AHE: 1000 Fahren weniger am Wittener Bebbelsdorf

Die Zufahrt zur Biogasanlage liegt im oberen Bereich des Bebbelsdorfs, in der Nähe der Hörder Straße.
Die Zufahrt zur Biogasanlage liegt im oberen Bereich des Bebbelsdorfs, in der Nähe der Hörder Straße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Grünabfall aus Bochum wurde schon 2014 dort umgeladen und dann zu Abnehmern in der Region gefahren. Jetzt verwertet ihn die Wittener Biogasanlage.

Witten..  AHE-Prokurist Johannes Einig ist ein freundlicher Mensch. Außerdem lernt man auf jedem Führungskräfteseminar, dass negative Schlagzeilen am besten mit positiven Nachrichten beizukommen ist. Das Wort „Milchmädchenrechnung“, das es im Kern schon träfe, nimmt Einig zum gestrigen Bericht über den Bochumer Grünabfall, der nach Witten gefahren wird, nicht in den Mund. Er stellt aber gerne klar: „Es werden unterm Strich nicht mehr, sondern weniger Fahrten anfallen. Und für die Anwohner der Umladestation wird sich die Situation eher verbessern.“

Es trifft zwar zu, dass die AHE eine Ausschreibung der Stadt Bochum für sich entscheiden konnte: Bis zu 18 000 Tonnen Grünabfall von Bochumer Sammelstellen werden 2015 direkt zur Wittener Biogasanlage gefahren. Die Menge entspricht 3000 Fuhren mit gängigen „Abrollern“ (Einig), die 35 Kubikmeter oder fünf bis sieben Tonnen fassen. Zur Vereinfachung nennen wir sie: Kleintransporter.

Die bisher fehlende Information: Den Bochumer Auftrag hatte die AHE, eine 50:50-Tochter von AVU und Remondis, sich auch schon für die Jahre 2013 und 2014 sichern können. „Die 18 000 Tonnen haben auch schon 2014 das Bebbelsdorf erreicht, wir ändern nur die Hausnummer“, erläutert der AHE-Prokurist. Und meint damit: Sie werden nicht wie bisher zum Umladestation gebracht, sondern zur Vergärungsanlage. Dort werden sie als Strukturmaterial im Prozess der Nachkompostierung eingesetzt. Die Nerven der Umladestation-Anwohner werden dadurch geschont: Die Biogasanlage liegt in der freien Natur, hat eine eigene Zufahrt, ohne sonstige Anlieger.

Bisher wurden die Grünabfälle aus Bochum nicht in der 2013 eröffneten Wittener Biogasanlage verwertet. Vielmehr wurden die (maximal) 18 000 Jahrestonnen an der Umladestation von den Kleintransportern abgeladen. Anschließend wurden sie von Schubboden-Fahrzeugen, nennen wir sie Großtransporter, die das Dreifache der Kleintransporter fassen, aufgeladen und zur Kompostierung beispielsweise nach Lünen gefahren.

Diese bis zu 1000 Großtranspoter-Fahrten jährlich von der Umladestation zu Abnehmern in der Region entfallen jetzt – eine weitere Entlastung der Anwohner. Das wirke sich auch positiv auf die CO2-Bilanz aus, sagt Einig.

Er schließt aber nicht aus, dass die AHE sich bemühen werde, für die nun frei gewordene Umlade-Kapazität von 18 000 Tonnen an der Umladestation andere Aufträge an Land zu ziehen. „Wir sind in erster Linie immer noch ein gewerbliches Unternehmen.“