Ärzte treten bei Kommunalwahl an
29.06.2009 | 18:17 Uhr 2009-06-29T18:17:00+0200
Nach erfolglosen Verhandlungen mit der Wittener Bürger Gemeinschaft (WBG) haben zehn bis 15 Wittener Ärzte zusammen mit anderen „Politikverdrossenen” eine eigene Wählergemeinschaft gegründet: das Bürger Forum Witten.
Vorsitzender ist der Allgemeinmediziner Dr. Kurt-Martin Schmelzer (52). Er steht auf Platz eins der Reserveliste für den Rat. Unter den ersten fünf Platzierten finden sich auch sein Kompagnon Dr. Frank Koch, der HNO-Arzt Dr. Klaus Peter Tillmann und dessen Frau, die Psychologin Simone Tillmann, sowie der ehemalige WBG-Geschäftsführer Klaus Riepe.
Der von der WBG ausgeschlossene Riepe – zurzeit fraktionslos im Rat – sollte eigentlich die Aufnahme der Ärzte in die Wittener Bürger Gemeinschaft einfädeln. Doch die Sondierungsgespräche scheiterten, WBG-Chef Thomas Karpowicz befürchtete eine Unterwanderung zulasten gestandener Mandatsträger. Deshalb wollen es jetzt die Ärzte, die nach eigenen Angaben von Lehrern, Stadtplanern und anderen Berufsgruppen unterstützt werden, auf eigene Faust versuchen – zusammen mit Riepe als neuem Geschäftsführer.
Jeder sei eingeladen, mitzumachen, sagt Dr. Schmelzer. Das Wort „Ärztepartei” will er deshalb nicht hören. Breit angelegt ist das Programm des Bürger Forums, das bei den Kommunalwahlen am 30. August erstmals antreten will.
Darin kommt der Frust gegenüber Politik und Verwaltung deutlich zum Ausdruck. Sprüche und leere Versprechungen hätten dieser Stadt nicht geholfen, heißt es da. Besonders groß schreiben will das neue Forum Bürgerbeteiligung, die trotz „Witten 2020” nicht wirklich in Witten zur Geltung komme. „Dem für Witten schädlichen Weg der Kungelei und Intransparenz setzen wir den Weg der Transparenz, öffentlichen Diskussion und Bürgerbeteiligung entgegen”, verspricht das Forum.
Bürgerbegehren, regelmäßige Stadtteilforen und sogar ein „Bürgerhaushalt” sind angedacht. In der Gesundheitspolitik sollen der Standort Witten ausgebaut und ein Pflegestützpunkt eingerichtet werden. Beim Städtebau werden für den Rathausplatz und die übrige Innenstadt ein Gastronomiekonzept sowie eine deutliche Verbesserung der Platzgestaltung gefordert. Das Bürger Forum will für die „über Jahre vernachlässigten” Stadtteile eintreten und das Straßennetz schnell instand setzen.
Trotz knapper Finanzen verspricht es eine „durchgreifende Kurswende”. Mehr öffentliche Mittel sollen in Schule, Straßen, Kinderspielplätze und Grünanlagen fließen, Kitas ausgebaut und Schulen nur in Übereinstimmung mit den Eltern geschlossen werden.
Sparen will man bei der Stadt und dort die Personalkosten deutlich abbauen.
00:26
Wenn schon nicht aus Überzeugung, dann wenigstens aus Prostest Noske wählen. Die Ärztepartei hat doch nicht den geringsten Einfluss und diese Frau macht weiter wie bisher.
Wer Leidemann loswerden will muss Noske wählen.
17:16
Wo stehen Sie letztlich politisch? Mir wurde das bei der WBG nie klar und mir ist auch nicht deutlich, wo ich sie im Spektrum rechts links einzuordnen habe?
21:39
Mir ist gleichgültig aus welchem Motiv heraus sozial gehandelt wird, ob aus humanitären, christlichen oder ethischen Gründen. Hauptsache es geschieht. Davon profitieren alle. Warum also nicht auch die Ärzte im Rat?
13:08
Von mir bekommt jeder eine Chance, der sich aufrichtig um soziale Ziele kümmert. Warum nicht eine kleine Partei, die noch frisch ist und unverbraucht?
11:59
Tut mir leid, aber von so kleinen Initiativen weiß man einfach zu wenig. Bei den größeren Parteien und deren Kandidaten ist man einfach besser informiert. Deshalb werde ich diesmal Noske wählen, was ich vor ein paar Jahren niemandem geglaubt hätte, wenn er es mir erzählt hätte, aber eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
11:11
Aber nicht nur Pöstchen inne haben. Wir wollen Leute die mitmischen und die Verwaltung in den Griff kriegen. Aktive und fleißige Politiker. Wie steht das Bürger Forum Witten denn zu dieser Forderung?
10:33
Alles, was Sie unter Vorhaben beschreiben, klingt sehr gut. Vielleicht wäre es sinnvoll einen Vertreter dieser Partei im Rat zu haben, wenn er oder sie sich richtig einbringt und bei wichtigen Vorhaben wirklich aktiv und kontrollierend mitwirkt.
09:00
Sicher, wir wecken die mal auf im Rat. Die schlafen nämlich alle und kümmern sich um nichts. Viel zu satt und träge. Warum sind die Fraktionen nicht vor Ort, wo es brennt? Warum läuft nur ein Herr Schweppe in der Grundschule herum, die er schließen will, wo ist die Opposition? Zu der Art Selbstbedienungsladen, wie Witten geworden ist, konnte es nur mit der Trägheit der anderen Fraktionen werden. Neue Besen kehren gut. Deshalb wähle ich diesmal auch eine dieser kleinen Parteien, vielleicht die Ärztepartei.
08:51
Ausnahmsweise schwimme ich mit meiner Meinung mal im breiten Strom. Alles ist besser, als zu lassen was ist. In diesem Sinne bekommt diesmal eine dieser kleinen Parteien meine Stimme. Mir geht es um das Abwählen unerträglicher Verhältnisse und vielleicht erhalten so auch die Kleinen eine Chance zu zeigen, wer sie sind und was sie zu tun im Stande sind.
20:44
Wenn das die Auswahl ist, dann werde ich unter Schmerzen Noske wählen, weil Sonja Leidemann einfach weg muss und der Rest wohl keine echte Chance hat, sie vom Sessel zu schubsen. Aber in den sauren Apfel beiße ich notfalls. Hauptsache das hat ein Ende mit dem ekelhaften Filz.